2015 | Woche 47

Der Wecker klingelt um 4.30h und damit wäre zum Montag eigentlich alles gesagt. Wäre da nicht die Tatsache, dass das anormal frühe Aufstehen von einer Fahrt mit dem EC gekrönt wird. Es ist das dritte Mal, dass ich mit diesem EC fahre. Sein Endziel ist Budapest und so sieht er auch aus. Jedes Mal.

Aber, ob man nun mit der U12 von Schöneberg nach Friedrichshain oder mit einem ungarischen EC aus den Achtzigern von Hamburg nach Berlin fährt, macht hygienisch gesehen letztlich auch keinen großen Unterschied.

Um das Trauma des Vortags besser zu bewältigen, fahre ich am Dienstag zu Ritter Sport und lasse mir für den Preis eines Kleinwagens Schokolade nach Wunsch herstellen. Okay, vielleicht für den Preis eines nordkoreanischen Kleinwagens, aber immer noch.. Aber wer Zartbitter-Schokolade mit Marshmallows und Smarties haben will, muss eben mal etwas tiefer in die leeren Taschen greifen. Stichwort: Gönn dir!

Mittwoch Abend gehen alle Kollegen zusammen aus. Das inkludiert mich offenbar. Wir gehen in ein Restaurant, in dem das vegetarische Essen bäh ist und das Fleisch mjammi. Ich möchte das an dieser Stelle nicht weiter ausführen, aber der Abend war recht mjammi.

Und da das mit den sozialen Interaktionen ja aktuell so flutscht, gehe ich Donnerstag nach der Arbeit noch einmal mit einer Freundin essen. Auf ihre Frage, ob in meiner Chili con carne Fleisch drin sei, sage ich, so genau könne man das jetzt nicht sagen und ein Teil der Antwort würde sie sicher nur verunsichern.

Freitag Abend geht es wieder nach Hamburg, wobei die Einsteige- und Hinsetztaktik einer größeren Senioren-Reisegruppe mich arg an einem Status des Homo sapiens als vermeintliche Krone der Schöpfung zweifeln lässt. Aber streng genommen habe ich diese Zweifel ohnehin jeden Tag.

Doch all das ist nichts gegen den Kindergeburtstag, auf den ich am Samstag muss darf. Ich und gefühlt 68 andere Eltern. Bei geschätzt sieben Kindern. Offenbar sind Eltern wie Amöben oder Bettwanzen – passt man nicht auf, vermehren sie sich und hocken in jeder Ritze, ohne dass man wirklich weiß, wieso… Leider hatte ich kein Insektenspray oder ähnliches dabei. Wäre vielleicht auch kontraproduktiv, bin ich ja selbst eine der genannten Amöben.

Sind Amöben eigentlich Rudeltiere?

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Gott sei Dank regnet und schneit es fies und unbarmherzig am Sonntag und ich brauche mir keinen Grund – oder wie der Mann es nennt „Ausrede“ – zu überlegen, warum ich nicht rausgehen will. Ich weiß ohnehin nicht, woher dieser Irrglaube kommt, sonntags das Haus verlassen zu müssen. Wenn man frische Luft will, kann man schließlich ein Fenster öffnen. Dafür wurden diese Dinger in Abgrenzung zur Haustür ja erfunden!

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