Back to the roots

Blogposts darüber, dass man und warum man in letzter Zeit so wenig bloggt, kommen mir immer ein wenig seltsam vor. Wenn man nichts zu bloggen hat, warum dann darüber bloggen, dass man nichts zu bloggen hat?

Warum dann also dieser Post? Für mich selbst. Um zu verstehen, was los ist. Ich mag meinen Blog, mochte ihn immer. Sowohl den alten, als auch den hier. Aber er war immer primär für mich. Hin und wieder ein wunderbarer Ersatz zu einer Therapie – denn ich mag Therapeuten nicht übermäßig. Regelmäßig, um sich kurz Luft zu machen, Gedanken zu sortieren und dann hoppogaloppi wieder zurückzukehren ins analoge Leben.

Irgendwann zwischendurch hat sich das geändert. Ich kann nicht genau sagen, wann, glaube aber nicht, dass das irgendwas mit meiner Reichweite zu tun, denn der größte Teil kommt nach wie vor über Twitter und Stammleser und beides ist quasi wie Zuhause.

Ich denke, dass meine Arbeit als Online- und Social-Media-Redakteurin in den vergangenen Jahren dazu beigetragen hat, dass ich nicht mehr so unbeschwert schreibe wie früher. Wenn sich mindestens 10 Stunden am Tag alles um digitale Optimierung dreht [Hier muss noch eine H2-Überschrift hin; Besser noch ein Absatz für den Lesefluss auf Mobile; sind die Open Graph Angaben für Facebook & Co. optimiert?; etc. etc.], fällt es einem schwer, das bei seinen privaten, digitalen Tätigkeiten (komplett) ruhen zu lassen.

Aber das hier ist kein Werbetool. Nichts berufliches. Es ist eigentlich nur meine private Spielwiese, auf die ich hin und wieder kommen, eine Runde auf dem Karussell drehen und vielleicht auf den Rasen rotzen möchte, bevor ich wieder von dannen hüpfe.

Mir ist zwar bewusst, wie viele das hier inzwischen lesen – und ich freue mich darüber. Freue mich, wenn ich höre, dass ich es geschafft habe, Dinge in Worte zu kleiden, für die der Leser bisher keine Worte fand. Freue mich über Feedback. Und das Gefühl mit bestimmten Ängsten und Gedanken nun mal nicht alleine zu sein – oder eben anderen das Gefühl zu vermitteln, sie sind nicht alleine.

Aber das andere. Das muss aufhören. Denn ich blogge im Moment nicht so wenig, weil ich nichts mitzuteilen habe, sondern weil es längst nicht mehr nur um den Text geht. Das strengt an, das macht es zur Hürde. Und das obwohl das Bloggen doch eigentlich etwas erleichterndes, befreiendes war.

Da muss ich wieder hin …