Beipackzettel

Hallöchen.

Ich weiß nicht, wie und wieso Sie auf diesem Blog gelandet sind, und ich wünschte, ich könnte jetzt einfach sagen: „Schön, dass Sie da sind. Machen Sie es sich bequem, nehmen Sie sich ’nen Keks.“ Aber so einfach ist es leider nicht…

Denn das Internet ist ein fieses Stück, das Sie über verführerische, aufmerksamkeitsgeile Links hierher gelockt hat. Ohne, dass Sie armer Odysseus vielleicht wissen, was Sie schlussendlich hier erwartet.
Und nun stehen Sie hier (vielleicht sitzen Sie auch auf dem Klo) mit großen Augen und denken, wer ist nur diese ewig schlecht gelaunte Frau, die dauernd so unfreundliche, wütende Dinge sagt? Warum schreit und schimpft sie so? Und wie kann ich sie auf die bestmögliche Weise nur missverstehen und das, was sie schreibt aus dem Kontext reißen, um sie dann mit migräneverursachenden Kommentaren zu nerven?

Um dem vorzubeugen, möchte ich Sie bitten, sich kurz Zeit zu nehmen und folgende Fragen mit Ja/Nein zu beantworten:

  1. Ich bin voll der ironische Typ und finde die ‚Heute Show‘ super duper lustig.
  2. Ich sage regelmäßig Sachen wie ’super duper‘ oder ‚mega‘.
  3. Ich finde, Matthias Matussek ist ein schlauer Mann, der viele weise Dinge sagt.
  4. Ich schaue regelmäßig Galileo, weil mir Bildung sehr wichtig ist.
  5. Ich finde, dass Zynismus eine ganz furchtbare Sache ist… Moment. Das ist doch diese Krankheit mit dem fiesen Ausschlag, oder nicht?!
  6. Ich kommentiere gerne Artikel auf Spiegel Online.
  7. Ich habe ein Poster von Franz Josef Wagner in meinem Schlafzimmer hängen.
  8. Ich beginne Sätze manchmal mit „Ich bin echt kein Rassist, aber…“
  9. Ich habe vorhin gegoogelt, was ein Odysseus ist.
  10. Ich lese viel und halte mich durchaus für intäligent.

Falls Sie fünf oder mehr Fragen mit Joah.“ oder ’sch versteh‘ die Frage nischt.“ beantwortet haben, möchte ich Sie bitten, diesen Blog unverzüglich zu verlassen.
Nein, warten Sie, schließen Sie den Browser, kappen Sie die Internetverbindung, stellen Sie den Computer aus, verlassen Sie das Haus, suchen Sie sich eine Höhle, legen Sie sich dort hinein. Und jetzt warten Sie dort, bis ich Ihnen etwas anderes sage.

Falls Sie alle Fragen mit „Was zur Hölle? Nein!“ beantwortet haben:

Willkommen! Schön, dass Sie da sind. Machen Sie es sich bequem und nehmen Sie sich doch einen Keks. Vielleicht noch’n Glas Milch dazu?

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25 thoughts on “Beipackzettel

  1. Danke endlich mal jemand der sagt und schreibt was ich denke, aber nicht so gut in Worte fassen kann. Danke fuer den Keks, aber Milch trinke ich nur dem Bauern meines Vertrauens. Bis bald an gleicher Stelle.

  2. Liebe Frau Haessy!
    Warum ändern Sie nicht mal das Favicon Ihrer Seite?
    So könnte ich Sie in meinen vielen WordPress-Lesezeichen viel einfacher finden – ergo: lesen! Und das tue ich wirklich mit Freude!

    Mit besten Grüßen,
    M

  3. Wie cool!!
    Klasse Text,
    toller Blog und
    danke für die Milch – Oreo-Kekse sind allerdings nicht so mein Ding.

    Aber ich darf nach der Lekrüre des Beipackzettels auch bleiben
    und komme jetzt sogar öfter vorbei!!

    Viele Grüße,

    Elvan :-)

  4. Milch? Geht’s noch, die armen Kühe, und schon mal an die Nachhaltigkeit gedacht …. also ich und alle meine Freunde sind vegan … (seit Nov. 2013)

    Lesen tu ich nur Sms

  5. So einen reizenden Disclaimer habe ich noch nie gelesen. Und für den Text heute über „Wöchel“ habe ich Sie in meine Bookmarks aufgenommen. Mehr davon!

  6. :'(
    Darf ich auch bleiben/lesen, obwohl ich eine von zehn Fragen mit Joah beantwortet habe?

    Cooler Lebenslauf! Ich werde jetzt mal öfter reinschauen.

  7. Kekse sin immor noch alle! Oder krieschn die Sachsen hier keene? Verdammt, muss isch mir erst die Haare bicolor färm oder was?! Isch bin nur weschn dem Keks hier. Und dem Begrüßungsgeld!

    • Kekse sind alle. Ganz komisch. Jedes Mal, wenn ich neue gebacken habe, sind sie auch schon wieder weg. Hier muss irgendein ganz verfressenes Miststück sein….

  8. Der Einstieg hier (Seite wurde mir empfohlen!) hat sich ganz gut angelassen. Bevor ich Milch trinke, möchte ich jedoch die Kuh (und den Bauern!) kennen. Und Oreo™ verabscheue ich. Aber sonst, – Chapeau! Ich werde die Sache weiterverfolgen …

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