Berlin

Ob ich auch mal nach Köpenick wolle, fragt sie. Ich lache. Niemand will(!) nach Köpenick. Und nun, nachdem ich nicht mehr dort lebe, sehe ich auch beim besten Willen keinen Grund dem Bezirk, dessen Alleinstellungsmerkmal die irritierende Kombination von schöner Natur und schön vielen Nazis ist, einen Besuch abzustatten.

Stattdessen fräse ich mich lieber von Markt zu Markt, von Café zu Café, von Fressflash zu Fressflash, versuche hier und da ein paar Erinnerungen aufzufrischen, neue einzufangen, und stelle letztlich fest, dass ich, obwohl ich Berlin immer noch mag, innerlich weitergezogen bin, sich kein Gefühl von Fern- bzw. Berlinweh mehr einstellen mag. Ein wenig Erleichterung mischt sich in diese Erkenntnis. Und ein wenig Müdigkeit, denn in 36 Stunden jede Ecke abzugrasen, mit der man irgendwas positives, schönes, und komischerweise meistens irgendwas zu essen, verbindet, kostet Schlaf und Energie und darüber verfüge ich als fast 32-Jährige nur noch in Maßen, keinesfalls in Massen.

Aber so anstrengend es war, es war auch wieder mal zauberhaft. Dafür Danke, Berlin!

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2 thoughts on “Berlin

  1. Kann man in Köpenick wohnen? Will man? Sind da wirklich so viele Nazis? Fragen über Fragen einer armen Berlinerin auf der Suche nach einer neuen Wohnstätte für die Aufzucht des noch internen Nachwuchses.

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