Tierklinik statt RTL

Eigentlich wollte ich letzten Mittwoch Abend Mario Barth deckt auf! gucken. Einfach auf dem Sofa abhängen, links neben einem Nachos mit Käse-Dip, rechts neben einem zwei Hunde, die sich darüber streiten, wer als nächstes zwischendurch gestreichelt wird, vor einem der Laptop, bereit, meine sicherlich ambivalenten Gefühle, die ich während der Sendung haben würde, in schöne, konstruktive Worte für den Blog zu verpacken.

Aber es kam anders.

Am Morgen wollte der Lütte nicht in die Vorschule. Er klagte über Kopfschmerzen (was ich ihm nur mäßig abnahm) und andere Dinge. Er blieb also zuhause. Irgendwann waren die Kopfschmerzen (Überraschung!) wieder verschwunden und er fand auf der Küchentheke Seifenblasen, die ich eigentlich zum Aussortieren dorthin gestellt hatte. Ob er Seifenblasen machen dürfe, fragte er. Natürlich, sagte ich, aber bitte im Garten, weil das in der Wohnung gerne eine mittelprächtige Schweinerei gäbe. Er tat wie geheißen. Artiges Kind.

Kurz danach war das Seifenblasendöppchen leer und wir saßen mit den Hundis zusammen, als Pepper plötzlich kotzte. Kann passieren bei Hunden. Dann kotzte sie noch einmal. Und noch einmal. Ich überlegte fieberhaft und fragte den Lütten, ob sie vielleicht auf dem Boden zerplatzte Seifenblasen aufgeleckt hätte. Er bejahte zögernd. Ich fing, wie jeder normale, durchschnittlich dumme Mensch an zu googeln.

Pepper kotzte erneut.

Der Lütte kam und beichtete mir, dass er Seifenblasenwasser in den Napf getan hätte. In so einem Moment nicht komplett auszurasten, gehört vermutlich zu den Königsdisziplinen als Mutter. Während Pepper wieder kotzte und dazu sabberte wie ein ausgewachsener Boxer, rief ich beim Tierarzt an, kündigte uns an und raste los.

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Die kleinen Dinge

Es gibt ein paar Filme, die ich jedes Jahr mehrfach schaue. Der Hobbit gehört dazu.

Wenn ich vorsichtig schätzen müsste, schaue ich die Triologie etwa viermal im Jahr. Dafür gibt es viele Gründe. Einer davon ist, dass es im Vergleich zu Herr der Ringe schlicht die bessere Triologie ist – wie hart Frodo am Ende einfach nur nervt! Aber es sind auch viele Kleinigkeiten, die ich an der Hobbit-Verfilmung so schätze.

Und dazu gehört auch eine kurze Unterhaltung zwischen zwei meiner Lieblings-Charaktere: Gandalf und Galadriel. Letztere fragt den Zauberer, warum er gerade Bilbo auf diese Reise geschickt hat. Und Gandalf antwortet:

„Ich weiß es nicht. Saruman ist der Meinung, dass nur große Macht das Böse fernhalten kann. Aber ich habe anderes erfahren. Ich finde, es sind die kleinen Dinge – alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten. Einfache Taten aus Güte und Liebe.“

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