It’s Selfie-Time

Wenn man mit sich nicht im Reinen ist, ist es gar nicht so einfach, ein Selfie zu machen, bei dessen Anblick man nicht brechen möchte.

Das Wissen, dass das nur im eigenen Kopf stattfindet, hilft nicht wirklich. Die Existenz von Make-Up und Beauty-Filtern, die zwar ein Foto hübschi machen können, aber auch nicht helfen, wenn man morgens vor dem ersten Kaffee unvorbereitet am Badezimmerspiegel vorbeischlumpft, genauso wenig.

Und dennoch war es mir wichtig, ein Selfie zu machen. Einfach, weil es nicht besser wird, es nicht zu machen. Sondern ich mich mit mir auseinandersetzen muss, wenn es anders werden soll.

Ich hatte kürzlich ein kurzes, aber sehr gutes Gespräch darüber, dass es den Weg zur Lösung meiner Problemen nicht gibt, aber dass es einen Weg gibt. Und dass ich entscheiden muss, was ich will, wie sehr ich es will. Und dass es eben ganz allein an mir liegt, etwas zu ändern. An mir, meinem Wohlbefinden, meinem Körper.

Und dazu gehört auch, die Augen nicht vor dem zu verschließen, was ist. Was geändert werden soll. In diesem Sinne: Hallo, mein Name ist Claudia, ich bin kürzlich 37 geworden und wiege (immer noch) knapp 100 Kilo.

An zumindest einem dieser drei Dinge werde ich nun etwas ändern.

Filterlos – Teil 2

… Nein, dieser Blog ruht nicht. Er wurde auch nicht vergessen. Es war auch keineswegs so, dass mir die Themen ausgegangen sind.

Es war nur so, dass ich den folgenschweren Fehler begangen habe, den letzten veröffentlichen Blogpost so zu gestalten, als ginge es danach weiter. Als gäbe es eine Fortsetzung. Die sollte es auch geben. Schließlich war ich ja voller Elan und Eifer – so wie ich häufig nach 22 Uhr bin, wenn ich plane, dass jetzt alles anders wird. Und mit alles meine ich natürlich immer vorrangig mich selbst.

Ich hatte die wortwörtlich schwere Erkenntnis, dass die Beziehung, die ich zu meinem eigenen, umfangreichen Körper hatte, einen Punkt erreicht hatte, an dem ich nicht mehr weiter wollte. Zum einen, weil ich die Schnauze voll hatte, wenn ich in den Spiegel guckte. Zum anderen weil ich mich mit jedem weiteren Tag immer mehr dem Zeitpunkt näherte, an dem mir meine Waage das kleine, aber doch latent aggressiv anmutende Wörtchen ERROR entgegen husten würde.

Also verkündete ich am 13. April, dass es nun anders werden würde. Und ich meinte es. Ich meldete mich bei Weight Watchers an, die jetzt nicht mehr so heißen, weil irgendeiner bei denen im Marketing gemerkt hat, dass sie sich damit gefährlich nahe an der Grenze zum magischen Land von Bodyshamia aufhielten – was aber am Ende egal ist, denn jeder außerhalb der Marketingabteilung sagt immer noch Weight Watchers.

Ich meldete mich dort an und man sagte mir, dass ich von nun an 27 Punkte essen dürfe. Ich gab ein, was ich an dem Tag bisher gegessen hatte und man sagte mir, ich habe Lebensmittel im Wert von 114 Punkten vernichtet. Lange Rede, kurzer Sinn – die Beziehung zwischen WW und mir war nicht von Dauer und nur an einzelnen Tagen von Erfolg gekrönt.

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