Beste Jubiläums-Umfrage ever

Watt? Noch ’ne Geburtstagsstory? Ne. Keine Sorge. Es geht nicht um meinen Geburtstag. Sondern um meinen Blog. Genau genommen um den Zeitpunkt, an dem ich mit dem Bloggen anfing. Das war also gar nicht auf diesem Blog, sondern auf meinem ersten. Die älteren Semester erinnern sich vielleicht, damals, kurz nach dem Krieg – genau genommen war es am 16. September 2007. Also vor genau zehn Jahren und einem Monat!

Um ehrlich zu sein, finde ich, dass das eine ganz schön lange Zeit ist. Ich hatte nicht mal Haustiere, die so alt wurden. Halten wir also alle einen Moment inne und gedenken all der vulgären, zornigen und hin und wieder überflüssigen Zeilen, die ich im Laufe dieser 10 Jahre so ins Internet schrub.

So. Nachdem wir mit dem offiziellen Teil nun durch sind, kommen wir zum eigentlichen Grund meines Schreibens. Denn irgend etwas in mir sagt mir, dass die Chancen recht gut stehen, dass ich in zehn Jahren auf ein 20-jähriges Jubiläum zurückblicken werde. Natürlich könnte ich einfach so weitermachen, nichts ändern, immer dann schreiben, wenn ich sonst nichts zu tun habe oder die Wut über irgendwas in meinem Inneren aufpoppt wie Mais in der Mikrowelle. Aber das wäre doch ein wenig lame … Deswegen habe ich hier mal was vorbereitet:

Euer sehnigster Wunsch ist hier nicht aufgeführt? Dann schreibt ihn mir in die Kommentare!

Mein Geburtstag

Ich hasse meinen Geburtstag. Vielleicht ist „hassen“ gar nicht das richtige Wort, aber mir fällt kein anderes ein, dass besser oder präziser wäre.

Mein Geburtstag ist mir unangenehm.

Er ist etwas, bei dem ich nicht das Gefühl habe, die Kontrolle zu haben. Er ist da, jedes Jahr am gleichen Tag. Ob ich bereit bin oder nicht. Egal, ob ich in der Stimmung dafür bin. Ob ich gesund bin. Ob ich Geld habe. Ob es mir gut geht. Ob ich alleine bin. Kurzum: Ich bin meinem Geburtstag scheissegal. 

Und das, obwohl dieser Tag früher bei allen anderen Kindern stets wie der Höhepunkt des Jahres aussah. An dem sich alles nur um sie drehte. Man bekam den Kuchen, den man wollte, die Geschenke, die man sich gewünschte hatte. Die Aufmerksamkeit. Das Strahlen, das Klatschen, das Singen. Einen Tag lang ging es nur um das Geburtstagskind.

Völlig egal, wie anstrengend die restlichen 364 Tage sein würden, dieser eine Tage würde anders sein. Besser. Schöner.

Würde. Sollte.

Denn in meiner eigenen Erinnerung war er das nicht. Geburtstage waren anstrengend. Nicht besser, nicht schöner. Nur anders. Einfach nur anders anstrengend als die anderen 364 Tage.

Zugegeben, ich war schon an sich ein komisches Kind. Ich dozierte als Grundschülerin altklug darüber, dass die menschliche Spezies nur deswegen die Krone der Schöpfung sei, weil sie sich selbst so genannt hat und eigentlich nicht besser oder anders als Tiere ist. Und ich verzieh meiner Mutter schon damals nicht, dass ich im Vorfeld nicht gefragt wurde, überhaupt geboren worden zu sein – ein Umstand, den ich bis heute nur mäßig ertrage. Ich und meine Gedankenwelt waren anstrengend, das Leben als solches und seine Mitmenschen waren anstrengend und als würde das alles nicht reichen, schleuderte mir das Schicksal mit voller Wucht seine Faust in meine kleine Kinderfresse.

Continue reading