Rückzugsorte my love

Rückzugsorte sind wichtig. Bei mir ist das normalerweise ja das Klo. Ein kleiner Raum, bei dem es gesellschaftlich akzeptiert ist, die Tür hinter sich abzuschließen, und wo auch keiner fragt, wieso man so lange dort war. (Gott segne das Tabu-Thema Darmentleerung.)

Aber auf Dauer ist so ein Klo eben nur eine Zwangslösung. Sitzgelegenheit sind – abgesehen von den offensichtlichen, nicht gerade super bequemen – eher mau und selbst der beste Gastgeber schaut irgendwann irritiert, wenn man sich bei ihm ein Schaumbad mit Aromakerzen einlässt.

Umso wichtiger, Alternativen zu schaffen. Und zumindest zuhause habe ich jetzt eine. Der Wintergarten wurde nach viel hin und her nun doch kein separates Arbeitszimmer – unter anderem, aber nicht nur, weil ich gerne ohne Hose arbeite und in einem Wintergarten nun wirklich sehr viel Glas und die Nachbarn nun wirklich sehr neugierig sind.

Stattdessen ist es jetzt eine regenfeste Verlängerung des Garten – und ich muss sagen, dass gefällt nicht nur meinen Tomatenpflanzen Ernie und Bert (jeweils rechts im Bild).

In diesem Sinne: Für mehr Rückzugsorte in unserem Leben!

P.S.: Die sehr wundervolle Jessica schrieb ebenfalls über Kraftorte – und warum sie so wichtig sind. Lesebefehl!

DSGVO am A*sch

„Was ist DSGVO?“ fragt er und sein Gesicht strahlt die bange Furcht aus, ich wolle vielleicht über Chromosomen und DNA mit ihm sprechen. Kein Wunder, klingt DSGVO auch wie irgendwas aus dem Biologie-LK-Buch, irgendwas auf Seite 237, in dem kleinen Kasten neben Adenin und den anderen Nukleinbasen, irgendwas, von dem man hofft, dass es in der Prüfung nicht drankommt und was natürlich drankommen wird und dann sitzt man da, weinend über seinen Prüfungsbogen und fragt sich eben: Was zu Hölle ist DSGVO?

Bitte fragen Sie mich das jetzt auch nicht. Denn verstanden habe ich es wie fast alle natürlich nicht. Ich habe einfach alle Artikel dazu gelesen, zwischendurch sehr nervös mit dem rechten Auge gezuckt, vorrangig, weil jeder Artikel erst einmal darauf verwies, dass man ja kein Anwalt sei und deswegen das, was man gleich in Begriff sei auszuführen, auch nicht 100%ig wüsste und man deswegen auch nicht dafür haftbar sei. Also in dem Fall, dass jemand das lesen und glauben und alle Ratschläge befolgen und dann ordentlich abgemahnt werden würde.

Denn darum geht es ja. Um das Abmahnungs-Damokles-Schwert. Nicht nur, dass keiner weiß, wer wann wen weswegen genau abmahnen könnte – es ist noch nicht einmal klar, ob dieses Schwert da überhaupt baumelt über unseren bloggenden Köpfen.

Menschen in Belgien haben sich das ausgedacht, Politiker, vielleicht waren auch Juristen anwesend, so bescheuert wie das alles ausformuliert wurde, spricht sowohl sehr viel für als auch gegen die Anwesenheit von Juristen. Ich kenne diese Menschen in Belgien nicht, die sich Gesetze und Richtlinien für die EU ausdenken, aber der Mann aus Würselen wurde uns ja auch von dort geschickt, spätestens seit diesem Zeitpunkt bin ich ja höchst skeptisch, wenn Menschen vom Europäischen Parlament irgendwelche Ideen haben.

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