Nicht schön, aber wahr

Das ist ein ziemlich akkurates, aktuelles Bild von mir. So ganz ohne Beauty-Snapchat-Filter. En naturel quasi.

Das ist nicht unbedingt schön, aber die Wahrheit. Damit sich die tiefen Furchen in meinem Antlitz wieder glätten, muss ich mich in den kommenden Wochen aber ein bisschen rar machen.

Denn dieses gottgleiche Wesen auf dem Bild (gottgleich eher wie eine latent adipöse Göttin der Unterwelt …) sieht nur so aus, weil sie dringend ein Buch fertig schreiben muss. Das soll nämlich bis Ende des Jahres druckreif sein.

Und damit weder Rowohlt beim Lektorieren die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, noch ich bei der ersten Lesung denke „Igitt, wer hat das denn geschrieben, ach, das war ja ich!“, muss ich mich erstmal auf dieses Buch konzentrieren …

Netflix hab ich gekündigt, Zattoo ebenfalls – muss ich jetzt Werbung wegen Markennennung dazu schreiben? WERBUNG! –, bleibt also noch das böse Internet als solches. Der Blog wird daher bis auf Weiteres ruhen, alle anderen Projekte ebenfalls und Facebook natürlich auch.

All denen, die so viel Freude am ersten Buch hatten – und mir mit ihrem lieben Feedback wirklich eine ebenso große Freude gemacht haben –, schulde ich, dass das zweite Buch genauso wird wie das erste Buch. Oder zumindest ansatzweise. Ein bisschen ernst, ein bisschen witzig, ein bisschen ungnädig mit sich selbst und der Welt – und ein bisschen wahr.

Wer gar nicht auf mich verzichten mag, darf auf Instagram vorbeischauen – dort gibt es dann ab und zu ein Lebenszeichen. Ansonsten gilt: Wir lesen uns Ende des Jahres wieder!

Dann sehe ich auch wieder so aus:

Tierklinik statt RTL

Eigentlich wollte ich letzten Mittwoch Abend Mario Barth deckt auf! gucken. Einfach auf dem Sofa abhängen, links neben einem Nachos mit Käse-Dip, rechts neben einem zwei Hunde, die sich darüber streiten, wer als nächstes zwischendurch gestreichelt wird, vor einem der Laptop, bereit, meine sicherlich ambivalenten Gefühle, die ich während der Sendung haben würde, in schöne, konstruktive Worte für den Blog zu verpacken.

Aber es kam anders.

Am Morgen wollte der Lütte nicht in die Vorschule. Er klagte über Kopfschmerzen (was ich ihm nur mäßig abnahm) und andere Dinge. Er blieb also zuhause. Irgendwann waren die Kopfschmerzen (Überraschung!) wieder verschwunden und er fand auf der Küchentheke Seifenblasen, die ich eigentlich zum Aussortieren dorthin gestellt hatte. Ob er Seifenblasen machen dürfe, fragte er. Natürlich, sagte ich, aber bitte im Garten, weil das in der Wohnung gerne eine mittelprächtige Schweinerei gäbe. Er tat wie geheißen. Artiges Kind.

Kurz danach war das Seifenblasendöppchen leer und wir saßen mit den Hundis zusammen, als Pepper plötzlich kotzte. Kann passieren bei Hunden. Dann kotzte sie noch einmal. Und noch einmal. Ich überlegte fieberhaft und fragte den Lütten, ob sie vielleicht auf dem Boden zerplatzte Seifenblasen aufgeleckt hätte. Er bejahte zögernd. Ich fing, wie jeder normale, durchschnittlich dumme Mensch an zu googeln.

Pepper kotzte erneut.

Der Lütte kam und beichtete mir, dass er Seifenblasenwasser in den Napf getan hätte. In so einem Moment nicht komplett auszurasten, gehört vermutlich zu den Königsdisziplinen als Mutter. Während Pepper wieder kotzte und dazu sabberte wie ein ausgewachsener Boxer, rief ich beim Tierarzt an, kündigte uns an und raste los.

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