„Wenn ich die Wahl habe zwischen Kind und Karriere, nehme ich das Sofa“

Ja, zugegeben, der Titel ist gerade sehr kurz und eingängig. Aber wie schon Christian Hanne vom Familienbetrieb in seiner Rezension bemerkte: Mit #widwhzkuknids kann man es sich super easy merken.

Es ist da!

Das Buch, an dem ich circa zwei Jahre gearbeitet habe. Für das sehr viele Wochenenden und Abende und Nächte geopfert wurden. Nicht, dass ich vorhatte, mich ansonsten mit Menschen zu treffen oder anderen sozialen Interaktionen nachzugehen. Aber allein die ganzen Serien, die ich in all den Stunden nicht gucken konnte … Mir wird immer noch ganz anders, wenn ich nur daran denke.

Aber nun ist es da. Seit heute ist es im Handel.

Ich weiß, ich müsste vor Stolz platzen. Schließlich rechnete ich bis zum Schluss damit, dass Rowohlt noch einfiel, dass das Ganze vielleicht doch eine Schnapsidee war und wir „es“ lieber lassen sollten. Ich bin aber generell eher der „Das Glas ist halbleer und wenn ich ganz ehrlich bin, schmeckt das, was im Glas drin ist auch nicht wirklich“-Typ. Skeptiker by blood. Kannste nix machen.

Vielleicht kommt das ja noch. Die Freude. Der Jubel. Der Stolz. Dieses Buch geschrieben – und in diesem Zeitraum niemanden umgebracht zu haben.

Vielleicht muss ich das alles nur ein wenig sacken lassen. Weil es noch so irreal ist. Und ich gerade einfach nur sehr, sehr müde bin. Vielleicht, ja vielleicht sehe ich das alles ganz anders, wenn ich erstmal ein paar Stündchen geschlafhfzrwgfwebsmfs …

Nichts Neues

Ich muss jetzt doch noch was sagen. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, keine Worte über das letzte Wochenende mehr zu verlieren.

Über die Demonstranten, deren Demos nicht wirklich so gelaufen sind, wie erhofft. Über die Polizei, die unter einem Druck stand, unter dem ich nie stehen möchte – und deren [hier ein Adjektiv eurer Wahl einfügen] Verhalten mich dennoch wirklich irritiert und zu Teilen auch verängstigt hat. Über die Kriminellen, die unter dem Deckmantel der freien Meinungsäußerung und dem Recht auf Versammlungsfreiheit, der Stadt und ihren Bewohnern einen finanziellen und auch emotionalen Schaden zugefügt haben – und denen das scheissegal ist.

Über die fleißigen Kommentatoren im Netz, die irgendwo auf einem in Plastik eingeschweißten Sofa im Oberallgäu sitzen, fein- und scharfsinnig alles analysierten und sich anschließend einen runterholten auf den Gedanken, wie viel besser und anders sie alles machen würden.

Über die Menschen, die alle Demonstranten und alle Linken nun scheiße finden – nein, eigentlich schon immer scheiße gefunden haben, aber jetzt hat man ja nochmal einen Beweis. Über die Menschen, die alle Polizisten scheiße finden, wirklich alle, selbst die, die gar nicht in Hamburg waren, sondern in einem Dorf auf Trinidad den Verkehr regeln.

Es wurde schon so viel gesagt und doch irgendwie am Ende gar nichts. Menschen, die sich im Netz gegenseitig anschreien und beschimpfen, als ob das Anschreien und Beschimpfen da draußen nicht ausreichen würde.

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