Die Mutter aller Castingshows ist zurück

Bild: RTL

DSDS ist wieder da – und einfach perfekt für jeden, der am Samstag Abend außer Zimmerpflanzen umtopfen und Briefmarken sortieren nichts vorhat.

Wisst ihr noch, damals? Als man samstags vor Heullachen unter dem Wohnzimmertisch lag, weil gerade die drölfzigste Kandidatin meinte, in ihr schlummerte der nächste Superstar, und vor Bohlen & Co. eine Gesangsdarbietung feilbot, die man unbearbeitet in ägyptischen Foltergefängnissen wiedergeben konnte?

Damals, als der Samstag und Mittwoch während der Castings geradezu heilig war, man sich verabredete, um sich vor Fremdscham gemeinsam in den Sofaritzen zu verkriechen. Man sich staunend und schadenfroh fragte, wo denn all diese Menschen nur herkommen, die meinten, sie wären die nächste Mariah Carey, der nächste Michael Jackson – und die nach wenigen Tönen bestenfalls an eine kreischende Katze während des Sexualaktes erinnerte. Hach, damals™.

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I survived.

Ich bin ja ein Riesenfan, wenn es um Vorsätze geht. Ich nutze jede Gelegenheit, um mir welche zu überlegen. Monatsanfang. Sonntage. Geburtstage. Und natürlich zur Neujahr. Meistens gibt es ja so viel im eigenen Leben und am eigenen Körper was optimierungswürdig ist, dass man kaum weiß, wo man anfangen soll. Mehr Sport machen, überhaupt Sport machen, mehr meditieren, gesünder ernähren, mit dem Rauchen aufhören, sich öfter mit Freunden verabreden, endlich Niederländisch lernen, und natürlich Klavier spielen. Den Schal von 2015 zu Ende stricken, mehr neue Gerichte ausprobieren, frischer kochen, weniger fernsehen – ich kann gar nicht aufhören!

Fast jeder von uns macht, mal mehr, mal weniger viele Vorsätze und fast jeder von uns bricht die meisten davon dann wieder. Das ist okay, das ist menschlich, das macht uns aus, auch wenn wir gerne so tun, als wäre es anders und wir alle super krass erwachsen und vernünftig und konsequent.

Ich habe mir für 2018 das erste Mal nicht groß was vorgenommen. Außer zu überleben. Ich dachte mir, das würde sicherlich genug Zeit in Anspruch nehmen, zusätzlich noch zweimal die Woche Sport zu machen oder auf Kohlenhydrate zu verzichten, erschien mir da ein bisschen kontraproduktiv.

Als ich dann durch Zufall dieses Template auf Instagram sah, dachte ich erst noch „Oh, wie nett. Eine gute Möglichkeit, das Jahr auf eine geradezu komprimierte Weise Revue passieren zu lassen.“ Wie gesagt, das dachte ich erst noch. Aber mit jedem weiteren Punkt, den ich nicht abhaken konnte, wurde mir klar, ich habe nüschts davon gemacht. Wirklich gar nichts.


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