Urlaub: Tag 04 bis 10

Liebes Tagebuch,

völlig unerwartet gestalteten sich auch meine restlichen Urlaubstage so unerwartet atemberaubend und spannend, dass ich mich an dieser Stelle damit begnüge, nur die weniger unbeschreiblichen Dinge niederzuschreiben.

Tag 04 – Montag

Das Kind kotzt. Vier Mal. Seltsamer Moment, wenn man hin und hergerissen ist zwischen der Sorge über die Kotzerei und der Freude darüber, dass der Antichrist nun so alt ist, dass er zielgerichtet in einen Eimer vomieren kann und nicht mehr wie die Katze unters Sofa oder in Schuhe kotzt.

Tag 05 – Dienstag

Ich fahre nach Hause. Nach Hamburg. Manchmal klingt das immer noch komisch. So als würde ich flunkern. Als müsste man damit rechnen, dass jemand hinter dem Sofa hervorgesprungen kommt und schreit „Du bist doch Bonnerin! Was redeste denn da?“

Tag 06 – Mittwoch

Blackout. Was habe ich an dem Tag gemacht? Habe ich das Haus verlassen? Hatte ich eine Hose an?

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Claudia H., 34, Lauftalent

„Mir geht nicht mehr aus dem Kopf, was du gesagt hast.“ schreibt sie und ich fühle mich ein bisschen seltsam, als ich das lese. Das Thema war mal wieder mein Essverhalten, um nicht zu sagen: meine Superkraft, alles, was vorrangig aus Kohlenhydraten, Zucker & Co. besteht, einfach wegzuinhalieren.

Und meine Abneigung gegen Sport im Allgemeinen oder das Schwitzen als Tätigkeit im Speziellen. Und damit verbunden natürlich meine ausufernde Körperfülle, die sich wie Hitlers Expansionsdrang in alle Himmelsrichtungen gnadenlos und unaufhaltsam auszubreiten ließ.

Nichts Neues also. Für mich zumindest. Und mein näheres Umfeld. Und mein weiteres Umfeld. Quasi jeder, der die Naivität besaß zu fragen und dann nicht schnell genug weglaufen konnte. Was relativ einfach ginge, da ich ja bekanntlich nicht hinterher laufen würde.

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