Best Of Twitter 2017 | Teil 1

Mancherorts gibt’s ja jede Woche die besten Tweets – ich finde, wenn’se regelmäßig lustige und geistreiche Tweets lesen wollen, melden’se sich doch direkt selbst bei Twitter an. Falls Sie aber gar nicht so genau wissen, wem sie da folgen sollen, also außer Trump, dem Papst und mir, gibt’s hier meine 15 absoluten Favoriten des ersten halben Jahres:


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Snapidipapididu!

Ich gestehe, ich hatte so meine Schwierigkeiten mit Snapchat. Weder habe ich verstanden, wozu genau es gut ist, noch, was so gut daran sein soll, wenn Beiträge, die man mit Liebe erstellt hat, nach 24h einfach ins Nirwana des Netzes eintauchen. Blog, Instagram, Twitter… da sieht man, was man gemacht hat. Oder zumindest, womit man seine Zeit so verplempert hat. Aber Snapchat?

In meinem Alter muss man ja generell höllisch aufpassen, dass man von den digitalen Prozessen nicht einfach überholt wird. Whooosh – schon überholt! Und dann stehste da wie die Kuh vor’m Scheinwerferlicht und fragst dumm rum, was das hier soll.

Ich habe etwa sieben Anläufe gebraucht, bis ich mir einen Account zugelegt habe. Allein deswegen, weil mir das Anlegen des Accounts an sich zu anstrengend war. Und selbst dann. Wie wischt man und wann und warum? Und wann und wie kommen diese Filter und warum hat Torsten aus der Buchhaltung diesen geilen Filter, wo er Regenbogen kotzen kann und ich nicht? Fragen über Fragen. Verdammte digitale Prozesse eben.

Kürzlich, vor wenigen Tagen erst, freundete ich mich aber mit diesem Ding an. Es ging ganz schnell und tat auch nicht weh und seitdem suchte ich es schon fast ein wenig. Das Schöne ist eben: Die „Followerzahl“ ist egal, es gibt kein Profil zum Ego streicheln, das der Welt sagt, wie viele Leute welchen Snap geil fanden. Es gibt keine Likes und keine Favs, weder als Sternchen noch als Herz. Stattdessen Menschen, die verknautscht und authentisch ihre Gedanken und Eindrücke rausplärren. An wen so genau – man weiß es nicht. Ist auch egal. Snapchat ist nicht so narzisstisch und eitel wie die meisten anderen Netzwerke. Manchmal sind die Snaps geradezu banal und gerade deswegen befriedigen sie den voyeuristischen Trieb des gemeinen Netznutzers.

Und die Tatsache, dass du weißt, dass in 24h dein Foto von letzter Nacht einfach wieder weg ist, ist auch schön. Schön beruhigend.

Ich will nicht sagen: Kommt alle zu Snapchat, wir sind ungeschminkt und haben Wein aus Pappkartons! Ich sage nur, dass ich enorme Lust daran gefunden habe, mittels Snaps Geschichten zu erzählen. Und da man seine Historie der letzten 24h auch jeweils runterladen kann, kann ich sie auch woanders teilen, wenn mir danach ist – und ich nicht vergesse, sie manuell dort irgendwann zu löschen, wenn mir doch wieder einfällt, dass sie schon irgendwie peinlich ist …

So oder so, diese Art unkompliziert und schnell und realistisch Geschichten zu erzählen und mittels Filmchen und Fotos aufzubereiten, macht eine Heidenlaune. Und ich denke, ich werde das in Zukunft noch öfter machen.

 

Nachtrag:

Weil ich super schlau bin, habe ich nirgendwo erwähnt, wie ich denn bei Snapchat heiße. Nämlich nicht orbisclaudiae … sondern:

Foto 11.05.16, 11 53 41