Fit oder nicht fit – das ist hier die Frage

Irgendwann im August oder September, kurz nachdem mein Buch erschienen war, gab es irgendwo in den Untiefen des Netzes ein Interview dazu mit mir. Und wie das so ist: Das Interview wurde auf Facebook gepostet und Menschen kommentierten.

Facebook-Kommentare – #Hach

Woran sich mancheiner bei mir stieß, war überraschenderweise nicht, dass man das Buch doof fand. Oder mich fett und dumm. Nein, das wäre zu einfach. Selbst für Facebook.

Denn im Interview wurde in einem halben Nebensatz erwähnt, dass ich für Men’s Health und Women’s Health arbeite. ICH! Die doch ein paar Zeilen weiter oben im Interview noch gesagt hatte, dass sie kein Fan von diesem Optimierungskram ist, sich nicht gerade als Sport-Enthusiastin outete und – aus beinahe religiösen Gründen – alle Lebensmittel ablehnt, die mehr Vitamine als leere Kohlenhydrate enthalten.

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Grapefruits für alle

Ich halte nicht viel davon, einzelne Menschen gezielt im Netz anzugreifen. (Nur der Vollständigkeit halber: Ich halte generell nichts davon, Menschen anzugreifen, es scheint in der digitalen Welt nur mehr akzeptiert zu sein …)

Denn ich bin ganz allgemein der Meinung, dass das Internet groß genug ist. Dass man sich ganz einfach aus dem Weg gehen kann, wenn man die Meinung, die Texte, die Musik oder auch einfach die Persönlichkeit eines anderen kacke findet.

Wenn einem etwas nicht gefällt, guck halt weg, lies was anderes.

Da ich in den letzten 48 Stunden viel Mimimi in Bezug auf Julia Engelmann lesen konnte – bis zu „Macht sie nicht so fertig! Stellt euch vor, sie bringt sich jetzt euretwegen um, wollt ihr das?“ –, klappt das nicht so richtig mit dem woanders hingucken.

Worum geht es?

Und weißt du, Dinge werden wahr, wenn man sie oft genug sagt
Sie oft genug –, heute wird ein schöner …
Weißt du, Dinge werden wahr, wenn man sie oft genug sagt
Sie oft genug –, heute wird ein schöner Tag
Komm, wir machen mal das Fenster auf, das Radio laut
Lass frischen Wind herein und alle alten Zweifel heraus
Wenn du fest daran glaubst, dann wirst du glücklich
Und heute gibt es Grapefruit zum Frühstück

 

Sowohl bei Amy&Pink, als auch bei Noisey wurde sich bereits sehr farbenfroh über die Unzumutbarkeit von diesem Lied von Julia Engelmann ausgelassen. Und natürlich über Julia Engelmann selbst. Da peitscht einem schon der pure Hass zwischen den Zeilen entgegen und nun gibt es natürlich Menschen, die sagen: Och Mensch, die arme Julia, lasst die doch, das macht ihr doch nur, weil es en vogue ist, sie scheiße zu finden, hat sie doch alles nicht so gemeint, seid doch nicht so.

Daher geht dieser Text jetzt hier genau genommen auch nicht gegen Julia Engelmann – denn da dürfte ja inzwischen alles gesagt sein –, es geht gegen jene, die nicht verstehen wollen, wieso dieses Lied und die Ignoranz, die dahinter steht, unsereins so verdammt wütend macht.

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