Countdown: Noch 1 Monat

Wissen Sie, was heute für ein Tag ist? Der 21. Juni, richtig. Und wissen Sie, was in genau einem Monat ist? Ja, ja, der 21. Juli, schon klar. Aber wissen Sie, was dann auch ist? Dann kommt mein Buch raus! Sie erinnern sich doch an das Buch, oder? (Nicht du, Mutter, ich spreche mit den anderen.)

Um ehrlich zu sein, stehe ich diesem Ding ein wenig ambivalent gegenüber. Ich habe insgesamt etwa zwei Jahre gebraucht, um es fertigzustellen: Von der Vertragsunterzeichnung bis zur Veröffentlichung nächsten Monat. Und ich glaube, es ist kaum ein Monat vergangen, indem ich nicht daran zweifelte, ob es jemals seinen Weg in den Buchhandel finden würde.

Immer wieder rechnete ich damit, dass der Verlag anruft, weil ihm doch noch eingefallen ist, dass das Ganze irgendwie ’ne saudumme Idee war. Oder dass die Lektorin am Ende sagt „Puh. Ne. Also so haben wir uns das jetzt nicht vorgestellt. Können Sie das vielleicht noch mal umschreiben? Also komplett. Komplett anders. Bis nächste Woche? Dann muss es in den Druck.“

Oder dass ich einfach irgendwo auf halber Strecke einen kompletten Nervenzusammenbruch haben würde und einen mit Lippenstift und Tränen geschriebenen Brief an den Verlag schicke, um ihm hysterisch – und mit dem äußersten Maß an Melodramatik – mitzuteilen, dass ich nicht mehr kann, nicht mehr will und vor allem alles, was ich bisher geschrieben habe, einfach ganz furchtbar ist.

Sie sehen, es waren erquickende zwei Jahre. Und nun soll das Ding in einem Monat tatsächlich rauskommen. Irgendwie kann ich das immer noch nicht glauben. Ich müsste mich vermutlich freuen. Wenn man sein Leben lang davon geträumt hat, ein Buch zu veröffentlichen und dann ein Buch veröffentlicht, ist das in der Regel das normale Vorgehen. Stattdessen sitze ich hier und starre den Amazon-Link an, wo man es seit geraumer Zeit vorbestellen kann.

Gehen Sie am besten einfach weiter, beachten Sie mich gar nicht. Ich bleibe einfach noch ein bisschen hier sitzen und starre vor mich hin.