Keinen Bock

So. Mal tacheless. Thema Facebook. Wo ich seit geraumer Zeit mit hemmungsloser Abwesenheit glänze. Dort ist es nicht so ruhig, weil ich so viel zu tun habe (was der Fall ist) oder weil ich nichts zu sagen habe (was nicht der Fall ist) – sondern weil ich irgendwie den persönlichen Bezug zu Facebook verloren habe.

Ich hab keinen Bock auf einen Redaktionsplan für frechen Content, heute ’ne Quotecard, morgen ’nen Link und Freitag ’nen thematisch passenden Beitrag von einer Partnerseite teilen … Ich habe keine Lust, Sachen, die ich woanders gepostet habe, für Facebook aufzubereiten …

Ich persönlich nutze Facebook nur noch, um die drei, vier Leute/Seiten zu stalken, die nicht auf Instagram sind. Alles andere ist stummgeschaltet. Ich konsumiere nichts, lese nichts, klicke nichts.

Facebook ist zu einem digitalen Erinnerungsstück geworden, eins von der Sorte, die man im Urlaub an einem kleinen Büdchen kauft, ein Fläschchen mit Sand oder ein handgeknüpfter Untersetzer, und das dann die nächsten 21 Jahre zuhause von einer Ecke in die andere fliegt, die letzten Jahre dann in einer Kiste haust, bis man sich endlich dazu entschließt, es wegzuschmeißen.

Facebook ist noch da, weil es schon so lange da ist. Natürlich gab es eine Zeit vor Facebook, aber dann studierte ich, ging ins Ausland, zog sehr viel um. Und Facebook war dabei und half, mit jedem Furz, den man in Tel Aviv an einer Bushaltestelle kennen gelernt hat, weiterhin in Kontakt zu bleiben. Irgendwie – und sei es nur, indem man sich gegenseitig mit digitalen Schafen beworfen hat. (Ich schwöre, damals machte dieser Satz wirklich noch Sinn.)

Ich müsste nachgucken, mit vielen Menschen ich noch auf Facebook befreundet bin (297 offenbar) oder wann ich das letzte Mal über den Messenger Nachrichten mit Freunden ausgetauscht habe (Juli 2019). Um die Zahlen abzurunden: Ich habe im Dezember 2017 das letzte Mal etwas auf meinem privaten Profil gepostet.

Facebook ist kein Ort, an den ich noch gehe, den ich besuche oder auch einfach nur denke. Facebook haust in einer Kiste und ich habe mich nur noch nicht entschieden, den Inhalt der Kiste mal ordentlich auszumisten.

Aber dann ist da noch diese Seite. Diese Fanpage [sic!], bei der ich mich frage, ob es überhaupt auffällt, wenn ich sie lösche, ob nicht eh (fast) alle bei Instagram sind, ob es den Abonnenten dort ohnehin genauso geht wie mir? Das ist eine ernstgemeinte Frage.

5 thoughts on “Keinen Bock

  1. Ich muss zugeben, dass ich (fast) ausschließlich aus beruflichen Gründen einen FB-Account habe, der komplett eingeschränkt ist, und auf Instagram gar nicht angemeldet bin, da das überhaupt nicht nutze. Im Grunde lese ich nur deinen Blog, das aber bereits seit mehreren Jahren. Ich kenne sogar noch deinen alten.

  2. Ehrlich ! Ja ,Facebook völlig überflüssig ! Ich bin hier meist auch nur aus neugier und wegen Rezepten ! Instagram ?No way ,sowas von kein Bock drauf ! Meine Tochter ist auf dem Portal was such ich dann da ? Aber !!!! Ohne Facebook hätte ich nie dein Buch gelesen, irgendwann stand da mal was … wurde neugierig ! Musst du wissen ob es sich noch lohnt, Zeit ,Energie reinzustecken …
    Freu mich auf ein nächstes Buch !

  3. Hallo Claudia,

    Mein Sohn macht sich auch immer über mich lustig, dass FB doch nur für alte Leute ist! Also kann ich dich bedingt verstehen. Ich persönlich lese ALLES über FB, jede Tageszeitung, Gossip, Special Interresst, einfach alles. Bei insta schau ich halt schöne Fotos, und ärgere mich, dass alle besser aussehen, nen besseren Filter kennen, und ein viel schöneres Leben führen als ich. Keiner schreibt da was. Drei-Wort-Sätze Maximum! Also bleib bitte da, oder Klär mich auf, wie ich das sonst machen soll. Merci

  4. Ich habe meinen Facebook Account dieses Jahr (März?? Egal…es war auf alle Fälle dieses Jahr) gelöscht und es ist erst vor einer Woche meinem besten (einzigen) Freund aufgefallen.
    Bin sowieso keinem mehr gefolgt dort. Gepostet habe ich auch nix mehr. Und ständig habe ich Anfragen von Leuten bekommen, mit denen ich nie was zu tun hatte und auch nicht haben wollte.
    Dir folge ich auf Instagram und deinem Blog, wenn auch nicht immer geistig wenn ich mal wieder Zuckermangel habe.
    Facebook ist tot.
    Meine Töchter (17 und 13) kennen das z.B. gar nicht.

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