Lieber Troll

Ich weiß, du hast Bedürfnisse. Ich gehe zumindest davon aus, denn selbst Kakerlaken haben Bedürfnisse und ich vermute dich trotz aller gegenteiligen Gerüchte auf der Evolutionsleiter doch über einer Schabe. Die Wolllust, die du offenbar empfindest, wenn du Artikel, Tweets, Posts auf Blogs oder bei Facebooks kommentierst, muss gigantisch sein und vermutlich bin ich neidisch, dass ich nichts in meinem Leben habe, das mir auch nur ansatzweise eine derartige, schnelle Befriedigung verschafft. (Falls mein Mann das liest: Sorry.)

Du hast deine ökologische Nische im Netz gefunden – gut, sie ist ganz unten (Stichwort: Schabe), aber zumindest hast du eine! Auch das kann nicht jeder von sich behaupten.

Nun weiß ich auch, dass es deiner Natur entspricht, scheiße zu sein. Das ist okay. Man erwartet ja auch nicht von einem Sexualsadisten, dass er Blumen zum Date mitbringt, oder dass ein Soziopath Gefühle hat und zeigt, warum von dir also mehr erwarten? Du bist, was du bist, ein Troll.

Du wuselst dich durchs Netz, wie eine ausgehungerte Hyäne auf der Suche nach dem nächsten Kommentar-Orgasmus, und wie gesagt: Das ist okay.

Nur eine kleine, wirklich klitzeklitzekleine Bitte hätte ich an dich: Wenn du schon unaufgefordert dumme, hasserfüllte, ungebetene und unerwünschte Botschaften in die Welt hinausschickst, die dafür sorgen sollen, dass du dich besser (Schabe s.o.) fühlst und der andere beschissener, könntest du dann bitte, bitte auf Rechtschreibung und Grammatik achten? Nur ein wenig? Ein bisschen?

Jeder vergisst mal ein Komma, aber der Inhalt deiner Nachrichten ist ja eigentlich schon Strafe genug. Die regelmäßige Vergewaltigung der deutschen Sprache ist da wirklich unnötig. Es sei denn, du bist tatsächlich ein verkappter Sexualsadist und das Ganze ist deine Art uns zu quälen – then go ahead. Have fun!

Falls nicht: Gib dich nicht auf. Lies den Duden.