Rahlstedt

Kennen Sie Rahlstedt? Falls Sie, wie ich, erst wenige Monate in Hamburg leben, müssen Sie Rahlstedt nicht kennen. Falls Sie schon länger in Hamburg leben oder gar Hamburger sind – müssen Sie Rahlstedt ebenfalls nicht kennen.

Ja. Das klingt hart. Aber so ist das Leben. Und vor allem das in Rahlstedt.

Gerüchteweise soll es Menschen in Hamburg geben, die zwar durchaus von irgendwem, irgendwann, irgendwas über Rahlstedt gehört haben – Aber waren sie schon einmal da? „Ha ha!“ antworten sie dann meistens „Herrje. Nein!“ 

Rahlstedt ist eben einer dieser Stadtteile, die man wohl in jeder großen Metropole findet: Flächenmäßig meistens durchaus prächtig und daher zwangsläufig mit einer recht großen Masse an Einwohnern bestückt, was an sich ja nichts schlechtes ist. Sie liegen jedoch gerne an der äußeren Grenze der jeweiligen Metropole und damit am Rande zum kulturellen und architektonischen Nirgendwo.
Es ist stets, als würde das Nichts aus der Unendlichen Geschichte jenseits der Stadtgrenze beginnen, immer wieder den Versuch unternehmend herüberzuschwappen – wie eine Tsunamiwelle, bestehend aus einer skurillen Mischung aus beiger Langeweile und staubigen Häkeldeckchen.

Im Grunde ist Rahlstedt die Hamburger Version von Köpenick. Nur mit weniger Nazis. Und dafür umso mehr Rentnern.

Aber warum erzähle ich Ihnen das alles?

Weil es mich, als Ex-Köpenicker, natürlich in solche Ecken zieht. Wie den Ex-Junkie zur Spritze. Es ist das urige, unmetropolenhaftige und damit auch leise, was auf mich eine fast heimelige, beruhigende Wirkung hat.

Und deswegen – dem Nichts, dem Beige und den Häkeldecken zum Trotz – werde ich, begleitet von einer illustren Runde von Hamburgern, die meistens einen gewissen Sicherheitsradius um den Michel nicht verlassen, am 13. Februar 2015 um 19.00h in Rahlstedt im Caféhaus (!) lesen.

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Sie können ja auch kommen. Und sich ein eigenes Bild von Rahlstedt machen. Es könnte ja sein, dass ich in meiner Beschreibung etwas übertrieben habe. Also ein wenig. Ein klitzeklitzeklein wenig…