Rugelach My Love

Noch zehn Tage bis Hamburg!

Ja, ja und ja! I’m coming home! In mein heiß und innig geliebtes Hamburg. Und auch wenn sich meine Beziehung zu Berlin seit 2011/2012 arg verändert hat, ist es nicht so, als wenn ich völlig gleichgültig zum zweiten Mal in meinem Leben diese Stadt verlasse.

Sicher, ich werde nicht unbedingt die morgendlichen Nachrichten vermissen, weil zwei Stationen von hier irgendwer das Bedürfnis verspürte, Menschen vor die U-Bahn zu schubsen, weil zwei Häuserblöcke weiter die Polizei auf eine etwas unschöne Art bei super gefährlichen Linken eine klitzekleine Razzia durchführte oder weil auf dem RAW-Gelände mal wieder (!) einer abgestochen wurde. Ich werde auch nicht die schweren Trinker vermissen, die sich spätestens nach Sonnenuntergang auf dem Grünstreifen der Warschauer Straße einfinden. Oder die zahlreichen, sehr enthusiastischen Dealer kurz vor dem S-Bahnhof.  Genauso wenig wie die Tatsache, dass ich mehrfach auf dem Weg morgens zur Arbeit den Notruf gewählt habe, weil ich Menschen „fand“, bei denen man einfach ziemlich dringend den Notruf wählen sollte.

Aber es gibt auch schöne Sachen an Berlin im Generellen und Friedrichshain im Speziellen. Und um ehrlich zu sein, sind all diese schöne Sachen zum Essen.

Ich werde zum Beispiel den Bagel-Laden bei uns um die Ecke vermissen.

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Die stets etwas missmutige Bedienung, die nur Englisch spricht und in mir glühenden Hass hervorruft, weil ich nie weiß, wie man Sesame auf Englisch ausspricht.

Womit wir auch schon beim Thema wären: Dem warmen, knusprigen Sesambagel mit Ziegenfrischkäse und Honig – oder an Tagen, an denen ich mal besonders gesund und fancy sein will, auch mal mit Ziegenfrischkäse, Avocado und Tomate – NOM!

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Ich mag diese Läden, die sich gegenseitig in ihrer Individualität zu überbieten versuchen. In denen man in jeder Ecke etwas entdecken kann. Ecken, die mir zeigen, wie viele Gedanken man sich in diesem Geschäft gemacht hat. Zum Beispiel Gedanken über die Schmerzgrenze des Kunden in Bezug auf den Preis für einen Bagel – die in meinem Fall wirklich erschreckend hoch ist.

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Und natürlich mag ich Läden, in denen es solche kleinen Schätze wie Rugelach gibt. Kleine, kalorienreiche, unfassbar süße und leckere Dinger, die ich mir damals in Israel fast jeden Tag vor der Uni (kiloweise) geholt habe und die ich seitdem nie wieder irgendwo gesehen oder gegessen habe. Kleine, süße Momente der Erinnerung.

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Es ist all das, was ich vermissen werde.

Es sind noch zehn Tage, bis ich abends in den Zug nach Hamburg steigen werde und am nächsten Montag nicht wieder zurück nach Berlin muss. Zehn Tage, in denen ich noch einmal alles aufsaugen kann.

Und essen. Vor allem essen kann!

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