Schlaflos

Ich liege da, die Augen flappen immer wieder auf, wie bei so einer Puppe, die die Augen schließen kann, also in der Theorie, in der Praxis macht sie es gerne, wenn sie es nicht soll und dann ist es creepy bis nervig. So bin ich auch. Also meine Augen. Der Rest meines Körpers ist wenig puppenhaft.

Was ich eigentlich sagen will: Ich hab Einschlafprobleme.

(Warum nicht gleich so?)

Den ganzen Tag bin ich müde, Kaffee hin oder. Ich könnte zu Mate greifen, aber jedesmal wenn ich das Gefühl habe, ich bräuchte Mate, um mich aufzuputschen, ist das eigentlich ein verdammt beschissenes Zeichen. Dafür, dass einfach irgendwas nicht stimmt.

Aber wehe ich gehe dann abends ins Bett. Dann rattert es. Wie ein scheiss Maschinengewehr auf LSD.

Als stünde ich den ganzen Tag so unter Strom, dass mein Gehirn meint, jetzt hätte es endlich mal Zeit, über alles so nachzudenken. Und mit alles meine ich wirklich ALLES. Telefonate, die ich bald führen muss. Berufliche Gespräche, private, allerlei potentielle Dialoge – ja selbst nur, was ich am nächsten Morgen in der morgendlichen Konfi sagen werde. Wort für Wort.

Es ist, als würde ich im Bett liegen und einen Film schauen, den ich nicht ausgesucht habe und vor allem: den ich nicht abschalten kann.

Während des Studiums hatte ich das schon mal. Das ging teilweise über Stunden. 2-4 Stunden brauchte ich in der Regel, bis ich eingeschlafen war, einfach weil irgendwo unter meiner Schädeldecke die Synapsen munter Feuerwerk machten. Am Ende bekam ich Medikamente. Die mich wortwörtlich ruhig gestellt haben. Es war eine mega Zeit.

Im Moment nehme ich abends keine Downer. Allein schon aus dem Grund, weil ich eben morgens andere Medikamente nehmen muss, die aufputschen und ich einfach nicht in diese Spirale kommen will.

Da ich das Denken also nicht abstellen kann, zwinge ich mich, mein fröhlich brabbelndes Bewusstsein in eine andere Richtung zu lenken. Ich erzähle mir Gute-Nacht-Geschichten. Aus Star Trek. Das klappt ganz gut. Meistens. Hin und wieder.

Problem also gelöst?

Nicht ganz. Was mich am meisten im Moment stört, ist nicht mal die Schlafstörung an sich. Sondern, dass mein Hirn offenbar ganz gerne auch was schreiben würde. Ich brüte über Texte – für den Blog oder das zweite Buch. Die Worte fließen durch mich durch, ohne dass ich groß nachdenken muss. Sätze, die ich sofort liebe, die nicht krampfhaft durchdacht sind – und von denen ich weiß, dass sie in der Nacht verschwinden werden.

Selbst wenn ich mich am nächsten Morgen an das Thema erinnern würde (was ich nicht tue): die Sätze, der Aufbau, die ganze Harmonie des Textes sind auf ewig verloren. Und das ist etwas, was mich einfach unfassbar frustriert.

Dass ich also in den letzten Wochen so wenig bloggte, hat nichts damit zu tun, dass mir nichts einfällt. Es fällt mir nur immer zu einer sehr, sehr ungünstigen Tageszeit ein.