Tag 4 + 5

Während eines Urlaubs kann man ja ganz viel machen. Man kann Sonnenuntergänge bestaunen, ganz so als gäbe es in der Stadt keine. Man kann sich den ganzen Tag nur von Pommes und Eis ernähren. Man kann sich Handgemenge mit Möwen liefern. Man kann betrauern, dass Rainers Fischladen, wo es die weltbesten Krabbenbrötchen gab, offenbar den Betrieb eingestellt hat. Man kann jeden Tag heimlich durch die geschlossenen Vorhänge von Rainers Fischladen lugen, um die Hoffnung, dass wieder Leben in diesen kleinen, komischen Laden einkehrt, aufrechtzuerhalten.

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Man kann den ganzen Tag im weichen, warmen Sand rumlungern. Man kann sich einreden, dass man sich nicht eincremen muss. Man kann sich Abend für Abend über die roten, schmerzenden Stellen am Körper wundern. (Als hätte man zum ersten Mal in seinem Leben das Haus verlassen und das Sonnenlicht gesehen. Oder als wäre man einfach saudumm.) Man kann stundenlang an den Dünen entlang spazieren und es einfach nur genießen, dass da niemand ist, der redet. Also außer den Stimmen im eigenen Kopf. Und dann, wenn man am Ende angekommen ist, gefühlt einmal den kompletten Nordseestrand entlang gelaufen ist, kann man existenzialistische Selfies von sich schießen, um wieder zurück zu laufen und weiter Pommes und Eis essen.

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Oder man kann einfach nichts tun. (Ist aber nichts für Anfänger.)