Claudia H., 34, Lauftalent

„Mir geht nicht mehr aus dem Kopf, was du gesagt hast.“ schreibt sie und ich fühle mich ein bisschen seltsam, als ich das lese. Das Thema war mal wieder mein Essverhalten, um nicht zu sagen: meine Superkraft, alles, was vorrangig aus Kohlenhydraten, Zucker & Co. besteht, einfach wegzuinhalieren.

Und meine Abneigung gegen Sport im Allgemeinen oder das Schwitzen als Tätigkeit im Speziellen. Und damit verbunden natürlich meine ausufernde Körperfülle, die sich wie Hitlers Expansionsdrang in alle Himmelsrichtungen gnadenlos und unaufhaltsam auszubreiten ließ.

Nichts Neues also. Für mich zumindest. Und mein näheres Umfeld. Und mein weiteres Umfeld. Quasi jeder, der die Naivität besaß zu fragen und dann nicht schnell genug weglaufen konnte. Was relativ einfach ginge, da ich ja bekanntlich nicht hinterher laufen würde.

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Lächeln der Verzückung

Kennen Sie Pützchens Markt? Wohl kaum, wenn Sie nicht aus dem Raum Bonn kommen. (Kennen Sie Bonn?)

Ich liebe Pützchens Markt.

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Das liegt daran, dass ich schon als Kleinstkind dort war und mit großen Augen die Lichter und den Lärm bestaunte. Ich erinnere mich an Oma und Opa, die sich immer dieses seltsam riechende Pilzgericht holten. Mutti, die gebrannte Mandeln und das Kettenkarussel liebt.

Vater, der am Schießstand beeindruckte. Ich, die aufgrund von akuter Kotzeritis nie auf die ganzen schnellen Dinger gehen konnte und daher erst mein Glück bei Pfeil und Luftballons suchte und später, mit länger gewachsenen Gliedern, eine Geisterbahn nach der anderen durchackerte.

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Pützchens Markt ist für mich Erinnerung. Ist Kindheit. Ist ein schöner Fleck in einer sonst tristtraurigen Phase meines Lebens. PüMa ist ein Stück heile Welt voller blinkender Lichter, süßer Lebkuchenherzen, klebriger Zuckerwatte und mit Helium aufgefüllter Papageienluftballons.

PüMa, das ist Öpve.

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Mir fällt das genau jetzt ein, weil heute der letzte Tag ist und ich nicht da bin. Nicht auf der Kirmes und nicht in Bonn. In Hamburg haben wir den DOM und ein bisschen ist das schon das gleiche, aber eben nur das gleiche und manchmal reicht das eben nicht. Um die Wehmut zu stillen, das kleine Loch im Herzen zu stopfen. Um noch einmal, zum rund dreißigsten Mal ein Lächeln der Verzauberung aufs Gesicht zu malen.

In einer Phase des Lebens, in der man so ein Lächeln verdammt gut gebrauchen könnte.

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