Kindermund

Ich bin ja immer ein bisschen erleichtert, wenn ich sehe, dass ich nicht die Einzige bin, die die Anekdoten über den vermeintlich hochbegabten Nachwuchs, die regelmäßig auf Twitter kundgetan werden, hin und wieder etwas albern findet.

Klar, unsere Kinder sind alle toll und empathisch und supa kluk, aber bei so manchem deepen Zitat und mitfühlender Frage eines Zweijährigen – vorgebracht mit der grammatikalischen Perfektion eines Thomas Mann – wird man ja schon ein bisschen stutzig. Daher, liebe Eltern, lasst euch nicht irritieren, wenn sich die Gespräche eurer Kinder „lediglich“ über Pupse und ähnlich intellektuell hochtrabende Themen drehen.

Denn auch wenn mein kleines Feministenherz kurz ein bisschen hüpfte, als der Fünfjährige die Tage fragte, warum beim Hobbit denn keine Frauen mit bei Thorins Gruppe seien, hat er ebenso sehr, sehr stolz erzählt, dass er seinen Popeln Namen gibt. Und ich weiß nicht wieso, aber das Zweite wird mir vermutlich länger im Gedächtnis bleiben. 

Urlaub: Tag 04 bis 10

Liebes Tagebuch,

völlig unerwartet gestalteten sich auch meine restlichen Urlaubstage so unerwartet atemberaubend und spannend, dass ich mich an dieser Stelle damit begnüge, nur die weniger unbeschreiblichen Dinge niederzuschreiben.

Tag 04 – Montag

Das Kind kotzt. Vier Mal. Seltsamer Moment, wenn man hin und hergerissen ist zwischen der Sorge über die Kotzerei und der Freude darüber, dass der Antichrist nun so alt ist, dass er zielgerichtet in einen Eimer vomieren kann und nicht mehr wie die Katze unters Sofa oder in Schuhe kotzt.

Tag 05 – Dienstag

Ich fahre nach Hause. Nach Hamburg. Manchmal klingt das immer noch komisch. So als würde ich flunkern. Als müsste man damit rechnen, dass jemand hinter dem Sofa hervorgesprungen kommt und schreit „Du bist doch Bonnerin! Was redeste denn da?“

Tag 06 – Mittwoch

Blackout. Was habe ich an dem Tag gemacht? Habe ich das Haus verlassen? Hatte ich eine Hose an?

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