Monatsrückblick | August 2017

5 Dinge, die ich vergangenen Monat gemacht habe – und von denen ich einige sicherlich häufiger machen sollte:

Gemacht

Urlaub. Mit allem Pipapo. Mit Wegfahren. Mit Haus am Meer. Mit tagsüber auf einer Liege rumgammeln, abends lange aufbleiben und morgens ausschlafen. Mit Pancakes zum Frühstück, Pommes zum Mittagessen und Baileys zum Abendessen.

Vor allem aber: mit viel Zeit zum Nachdenken und der Hoffnung, das Gedachte und Beschlossene nun auch in die Tat umzusetzen.

(sein) Gelassen

Meinen Schritt-Zähler zu tragen. Kalorien zu zählen. Abends auf Brot zu verzichten. Oder Pommes. Oder generell Kohlenhydrate.

Gelesen

Endlich den Debüt-Roman von Carline Mohr (aka @Mohrenpost). Es trägt den klangvollen Namen „Küssen kostet extra“ und eignet sich nicht nur perfekt als begleitende Urlaubslektüre, während man in freizügiger Badebekleidung an seinem Hautkrebs arbeitet, sondern auch ganz generell zum Lesen und Bespaßt werden: In der U-Bahn auf dem Weg zur Arbeit, am Wochenende auf dem Sofa oder im Park, nach den letzten Sonnenstrahlens dieses „Sommers“ lechzend.

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Anne Frank

„Zwischen den Tagebucheinträgen lagen teilweise Monate, manchmal sogar Jahre, und obwohl mir die Frage kam, wie oder wieso diese Lücken entstanden sind, wurde mir schnell klar, dass sie nicht Anne Frank war und einfach noch was anderes zu tun hatte, als jeden Tag ihre Gedanken reinzuschreiben.“

Genau vor fünf Minuten schrieb ich diesen Satz auf. Er ist rein fiktiv. Der Ich-Erzähler ist fiktiv, die TagebuchschreibendenichtAnneFrankseiende-Person ebenfalls. Und dennoch zuckte in der Sekunde, als ich den Punkt hinter den Satz setzte, etwas in mir zusammen.

Oha. Anne Frank. Darf ich das? ’nen Witz dazu schreiben? Da kommt doch sicherlich gleich einer und motzt. Und wo ein Motzer ist, ist schnell ein Shitstorm.

Heutzutage weißt du doch gar nicht mehr, was einen Shitstorm auslösen kann und was nicht.

Was wen wann und wie anfrisst und einen Kloaken-Tsunami über einen zusammenbrechen lässt.

Vom Sofa aus, halb liegend wie so’n adipöser Römer, andere Menschen verbal zukacken, die gegen einen nicht existenten Verhaltenskodex verstoßen haben und bei denen man sich vor zehn Jahren einfach nur genervt weggedreht hat – das kann der Internetmensch. Das und nichts anderes.
Es geht nicht um Veränderung. Oder um Ermahnung. Es geht nur ums Empören. Ums Pöbeln. Und sich anschließend, immer noch in der Horizontalen auf dem Sofa, angesichts der eigenen Awsomeness einen runterzuholen.

Die Beliebigkeit mit der doch inzwischen geshitstormt wird, die eigentliche Gleichgültigkeit – die durch die epischen Ausmaße der zur Schau gestellten Empörung lediglich verdeckt wird –  mit der die nächste durchs Dorf treibende Sau ausgesucht wird, ist letztlich nur eins.

Zum Kotzen.