Vielleicht

Ihr Lieben!

(Ja, so habe ich euch gerade wirklich genannt..)

Aktuell bin ich gerade dabei in Sachen ‚Buch‘ ein wenig hin und her zu überlegen. Und mit „ein wenig hin und her“ meine ich, dass ich eigentlich plante dieses Jahr ein kleines E-Book rauszubringen – zum Teil mit noch nicht veröffentlichten Texten, sowie eigenen Illustrationen. Und mit „eigentlich“ meine ich, dass dieses Vorhaben wie eine Herpesinfektion immer noch hartnäckig im Raum schwebt und so schnell auch nicht verschwinden wird. Herpes halt.

Aber vielleicht gibt es auch ein richtiges [sic!] Buch. Vielleicht. Unwahrscheinlich, aber vielleicht. Ich bin gerade in der Ich-mache-mir-manisch-überall-Notizen-und-sammle-alle-Ideen-wie-andere-Menschen-Geschlechtskrankheiten-Phase. Zwar habe ich aktuell schon einen klitzekleinen Favoriten, aber dennoch würde mich interessieren:

Wenn ihr die Wahl hättet, was würdet ihr gerne lesen?

Welche Themen/Bücher kotzen euch jenseits von Glitzervampiren und Freizeit-Sado-Masochisten an?

Wovon wollt ihr unbedingt mehr?

Aber vor allem: Was würdet ihr euch von mir für ein Buch wünschen?

Ein Koch- und Backbuch? Einen Erziehungsratgeber? Kurzgeschichten? Buddenbrooks 2.0? Foto 11.03.15 13 05 19 Kopie

Sagt es mir, kommentiert, flüstert, haucht, schreit es raus!

Mein Dank ist euch gewiss und wird belohnt. Vielleicht sogar in Form eines Buches.

Vielleicht.

Buchzombies

Ich mag Bücher. Wirklich. Schon immer. Ich mag Comics, ich mag Romane, ich mag Sachbücher, ich mag Hochtrabendes und hin und wieder auch ein wenig Niveaulimbo. Ich mag mit Gaston Unfälle bauen und mit Camus an der Pest sterben. Ich mag mit Wilde Johannes dem Täufer den Kopf abschlagen und mit Calvin & Hobbes Mädchen hassen. Ich mag mit Cyrano Roxane bezirzen und mich über Roches Avocadokerne ekeln. Ich mag es, den ganzen Tag im Bett oder auf dem Sofa rumzulümmeln, begraben unter Kissen, Decken und einer feinen Schicht aus Kekskrümeln und zu lesen. Einfach nur zu lesen.

Bücher sind wundervoll, denn ihre Geschichten und Worte vermögen es, einen fortzutragen, einen alles um einen herum vergessen zu lassen. Natürlich nicht alle. Aber viele und bei Weitem genug, um in dieser Welt der Phantasie und Wortschöpfungen für wenige Momente glücklich werden zu können.

Ende 2012 bin ich nach und nach auf E-Books umgestiegen. Aus Platzgründen. Aus Bequemlichkeitsgründen. Aus Staubgründen. Immer alle Bücher dabei zu haben, auf jedem MacBook, jedem iPad, jedem iPhone, das war praktisch, mehr als praktisch. Es merkt sich, wo ich auf dem anderen Gerät aufgehört habe. Ich kann Lesezeichen ohne Ende verteilen und den digitalen Textmarker schwingen, ohne auch nur ein einziges Buch verstümmeln zu müssen.

Nach meinem Examen – für das ich in absurd kurzer Zeit rund 200 Bücher lesen musste -, fasste ich einen bestimmten Zeitraum kein Buch mehr an, war fast ein wenig bibliophob. Erst durch den Zugang über E-Books lernte ich wieder, dass Lesen auch Spaßen machen kann und nicht immer etwas mit Arbeit und Lernen zu tun haben muss.

Genau zu diesem Zeitpunkt brachte eine Reihe von Internetmenschen, und zudem noch teilweise persönliche Bekannte von mir, Bücher heraus, und da ich zu eben besagtem Zeitpunkt nicht genau wusste, was ich lesen wollte, las ich eben ihre Werke.

Zwei davon gefielen mir gut bis unfassbar gut. Der Rest würde nicht mal als Kaminfeuer etwas taugen, war sowohl literarisch, als auch vom reinen Handlungsstrang eine Verschwendung von Zeit, Geld, Papier und Druckertinte, das jede Seite beim Lesen beinahe körperliche Schmerzen auslöste.

Da es sich bei einigen von ihnen um die letzten Papieranschaffungen handelte, die ich in jenen Tagen gemacht hatte, blieb mir aber zumindest die unbeschreiblich befriedigende Handlung, sie voller Gram und Enttäuschung ins Altpapier zu schmettern.

Und das ist das Einzige, was ich letztlich am E-Book (zumindest auf Apple-Geräten) bemängle. Denn man kann bei Apple so oft etwas löschen, wie man will, ich kann die Endgeräte wegschmeissen und gegen Wände schmettern – Der iCloud zum Dank überlebt jeder Kauf, den ich JEMALS getätigt habe, und taucht plötzlich ohne jede Vorwarnung, aus dem digitalen Reich der Toten wieder auf und veranstaltet in meinem Endgerät sein ganz persönliches Pfingsthappening.

Wie Rotz bei einer hartnäckigen Erkältung wandern die gekauften und nur vermeintlich gelöschten Dateien umher, nur um dann im ungünstigsten Moment aus dem Nirgendwo nach oben zu schießen und einen höhnisch anzulachen. Erinnern einen daran, dass man hierfür tatsächlich Geld ausgegeben hat. Lassen einen, beim bloßen Anblick des Buchcovers erschaudern und die Gräuel der niedergeschriebenen Worte wiederaufleben.

Dahin der zelebrierte Moment des Abschieds, des herabwürdigenden Aussetzen in einem Karton neben leeren Klopapierrollen, Müslischachteln und zerrissenen Notizen. Dahin der letzte Akt, der mir als Leser die Macht wieder zurück gibt, und einen sich rächen lässt für die vergeudeten, nie wieder kehrenden Stunden.

Manchmal ist analog eben doch besser.