Narbenherz

2011 bekam Jessica aus heiterem Himmel die Diagnose Krebs. Allen Prognosen und Komplikationen zum Trotz scheint nach OP und Chemo die Krankheit besiegt und sie hält das Versprechen, das sie sich während dieser schweren Zeit selbst gegeben hat: Endlich all das zu machen, was sie immer machen wollte und wozu sie stets zu feige war.

In ihrem Fall bedeutet das: Sie kündigt ihren Job, packt einen Rucksack, lässt Wohnung und adipösen Kater zurück und begibt sich auf Weltreise. Nach New York, New Orleans und Miami, nach Mexiko, Kuba, Brasilien und Argentinien und schließlich noch nach Südafrika. Und sie nimmt den Leser mit auf diese Reise. Lässt ihn teilhaben, nicht nur an ihren Erfahrungen und Eindrücken, sondern auch ihren Ängsten und Hoffnungen. Und der Frage, ob man sein altes Leben, eine überstandene Krankheit, ein gebrochenes Herz einfach woanders zurücklassen kann oder es nicht doch überall hin mitschleppt. Wie ein hässliches Muttermal auf dem Rücken.

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Jetzt kann man sich vielleicht  fragen, ob die Welt noch ein Buch über eine Krebserkrankung und ihre Folgen braucht.
Darauf kann man antworten, dass jeder Mensch, jede Krebserkrankung, jede Krankheit an sich sich, jede Geschichte eine andere ist und nur weil man vielleicht Heute bin ich blond gelesen hat, bedeutet das nicht, dass man deswegen nie wieder ein Buch zu einem ähnlichen Thema lesen wird oder muss. Vor allem, weil es in diesem Buch nicht darum geht, was passiert, wenn man die Diagnose Krebs bekommt, sondern wie es weitergeht, wenn man den Krebs besiegt hat.

Ich habe Jessy damals nach ihrer Genesung und vor ihrer Weltreise kennengelernt. Lange, bevor es das Buch gab. Und damals wie heute bewundere ich jeden, der Job und (vermeintliche!) Sicherheit aufgibt, um das zu tun, was völlig irrational, unvernünftig und wider dem deutschen Bedürfnis nach Absicherung steht: Das Leben auszukosten, es wirklich zu erleben, es zu genießen, alle Bedenken über Bord zu werfen, egoistisch zu sein, sich selbst an erste Stelle setzen, auf sein Bauchgefühl hören und einfach losrennen. Hinfallen. Aufstehen. Weiterrennen. Und dieses Mal noch schneller, noch weiter.

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Jessys Geschichte ist eine Geschichte über das Leben und Lieben. Über Loslassen, sich selbst finden, spüren und lieben, über Glück, über die Suche nach Steckdosen im stromausfallgeplagten New York, über potentielle Massenmörder in New Orleans und die sieben Zwerge in Miami, über ehemals wacklige Beine, die fast amputiert worden wären und einen nun quer über die Kontinente tragen und Salsa in Trinidad und Tango in Buenos Aires tanzen, über Karneval in Rio und nur schwer zu ertragende Armut in Kuba, über große Narben, die endlich das Kribbeln der Sonne spüren dürfen, über neue Freundschaften und brennende Affären und über Rum. Viel Rum.

Jessy nimmt den Leser mit auf ihre Reise.

Und das ist mehr als schön.

Und weil das eben so schön ist, gibt es das Buch einmal zu gewinnen.

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Zitate aus: Jessica Wagener, Narbenherz. Wie ich auszog, die Welt zu sehen und den Krebs zu vergessen, Hamburg 2014.

Vielleicht

Ihr Lieben!

(Ja, so habe ich euch gerade wirklich genannt..)

Aktuell bin ich gerade dabei in Sachen ‚Buch‘ ein wenig hin und her zu überlegen. Und mit „ein wenig hin und her“ meine ich, dass ich eigentlich plante dieses Jahr ein kleines E-Book rauszubringen – zum Teil mit noch nicht veröffentlichten Texten, sowie eigenen Illustrationen. Und mit „eigentlich“ meine ich, dass dieses Vorhaben wie eine Herpesinfektion immer noch hartnäckig im Raum schwebt und so schnell auch nicht verschwinden wird. Herpes halt.

Aber vielleicht gibt es auch ein richtiges [sic!] Buch. Vielleicht. Unwahrscheinlich, aber vielleicht. Ich bin gerade in der Ich-mache-mir-manisch-überall-Notizen-und-sammle-alle-Ideen-wie-andere-Menschen-Geschlechtskrankheiten-Phase. Zwar habe ich aktuell schon einen klitzekleinen Favoriten, aber dennoch würde mich interessieren:

Wenn ihr die Wahl hättet, was würdet ihr gerne lesen?

Welche Themen/Bücher kotzen euch jenseits von Glitzervampiren und Freizeit-Sado-Masochisten an?

Wovon wollt ihr unbedingt mehr?

Aber vor allem: Was würdet ihr euch von mir für ein Buch wünschen?

Ein Koch- und Backbuch? Einen Erziehungsratgeber? Kurzgeschichten? Buddenbrooks 2.0? Foto 11.03.15 13 05 19 Kopie

Sagt es mir, kommentiert, flüstert, haucht, schreit es raus!

Mein Dank ist euch gewiss und wird belohnt. Vielleicht sogar in Form eines Buches.

Vielleicht.