Urlaub: Tag 04 bis 10

Liebes Tagebuch,

völlig unerwartet gestalteten sich auch meine restlichen Urlaubstage so unerwartet atemberaubend und spannend, dass ich mich an dieser Stelle damit begnüge, nur die weniger unbeschreiblichen Dinge niederzuschreiben.

Tag 04 – Montag

Das Kind kotzt. Vier Mal. Seltsamer Moment, wenn man hin und hergerissen ist zwischen der Sorge über die Kotzerei und der Freude darüber, dass der Antichrist nun so alt ist, dass er zielgerichtet in einen Eimer vomieren kann und nicht mehr wie die Katze unters Sofa oder in Schuhe kotzt.

Tag 05 – Dienstag

Ich fahre nach Hause. Nach Hamburg. Manchmal klingt das immer noch komisch. So als würde ich flunkern. Als müsste man damit rechnen, dass jemand hinter dem Sofa hervorgesprungen kommt und schreit „Du bist doch Bonnerin! Was redeste denn da?“

Tag 06 – Mittwoch

Blackout. Was habe ich an dem Tag gemacht? Habe ich das Haus verlassen? Hatte ich eine Hose an?

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Thank you, Alcohol

Ich trinke recht selten Alkohol. Im Grunde nie. Das war schon immer so. Als Teenager habe ich nicht verstanden, was genau der Sinn war, mir grausam schmeckende Substanzen zuzuführen, um dann einen Zustand zu erreichen, in dem mir die Kontrolle über meinen Körper entgleitet. Auf Tischen tanzen, Lieder laut singen, die ich nüchtern nicht mal leise singen würde, und/oder schließlich mit mangelnder Treffsicherheit das Porzellan mit Mageninhalten beglücken – all das fand und finde ich nur wenig verführerisch, geschweige denn cool.

Bis heute mag ich kein Bier, keinen Wein oder Sekt. Mein Schwiegervater, ein dem Weine durchaus zugetaner Mann, pflegte stets zu mir zu sagen, dass ihm Wein auch nicht schmecke, das aber egal sein, wenn man erst einmal eine Flasche intus hätte. Nun. Dagegen kann man natürlich nur schwer argumentieren. Und sicherlich gab es Momente, in denen ich auf irgendwelchen Partys oder Veranstaltungen war, in denen ich durchaus die Erfahrung machte, dass mit jedem Glas Sekt das nächste weniger scheiße schmeckt.

Das ändert aber nichts daran, dass das erste Glas weiterhin wie mit Kohlensäure versetzte Einhornpisse schmeckt. Und ich einen Sencha-Tee irgendwie vorziehe.

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