Nichts Neues

Ich muss jetzt doch noch was sagen. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, keine Worte über das letzte Wochenende mehr zu verlieren.

Über die Demonstranten, deren Demos nicht wirklich so gelaufen sind, wie erhofft. Über die Polizei, die unter einem Druck stand, unter dem ich nie stehen möchte – und deren [hier ein Adjektiv eurer Wahl einfügen] Verhalten mich dennoch wirklich irritiert und zu Teilen auch verängstigt hat. Über die Kriminellen, die unter dem Deckmantel der freien Meinungsäußerung und dem Recht auf Versammlungsfreiheit, der Stadt und ihren Bewohnern einen finanziellen und auch emotionalen Schaden zugefügt haben – und denen das scheissegal ist.

Über die fleißigen Kommentatoren im Netz, die irgendwo auf einem in Plastik eingeschweißten Sofa im Oberallgäu sitzen, fein- und scharfsinnig alles analysierten und sich anschließend einen runterholten auf den Gedanken, wie viel besser und anders sie alles machen würden.

Über die Menschen, die alle Demonstranten und alle Linken nun scheiße finden – nein, eigentlich schon immer scheiße gefunden haben, aber jetzt hat man ja nochmal einen Beweis. Über die Menschen, die alle Polizisten scheiße finden, wirklich alle, selbst die, die gar nicht in Hamburg waren, sondern in einem Dorf auf Trinidad den Verkehr regeln.

Es wurde schon so viel gesagt und doch irgendwie am Ende gar nichts. Menschen, die sich im Netz gegenseitig anschreien und beschimpfen, als ob das Anschreien und Beschimpfen da draußen nicht ausreichen würde.

Continue reading

Urlaub: Tag 04 bis 10

Liebes Tagebuch,

völlig unerwartet gestalteten sich auch meine restlichen Urlaubstage so unerwartet atemberaubend und spannend, dass ich mich an dieser Stelle damit begnüge, nur die weniger unbeschreiblichen Dinge niederzuschreiben.

Tag 04 – Montag

Das Kind kotzt. Vier Mal. Seltsamer Moment, wenn man hin und hergerissen ist zwischen der Sorge über die Kotzerei und der Freude darüber, dass der Antichrist nun so alt ist, dass er zielgerichtet in einen Eimer vomieren kann und nicht mehr wie die Katze unters Sofa oder in Schuhe kotzt.

Tag 05 – Dienstag

Ich fahre nach Hause. Nach Hamburg. Manchmal klingt das immer noch komisch. So als würde ich flunkern. Als müsste man damit rechnen, dass jemand hinter dem Sofa hervorgesprungen kommt und schreit „Du bist doch Bonnerin! Was redeste denn da?“

Tag 06 – Mittwoch

Blackout. Was habe ich an dem Tag gemacht? Habe ich das Haus verlassen? Hatte ich eine Hose an?

Continue reading