Nicht schön, aber wahr

Das ist ein ziemlich akkurates, aktuelles Bild von mir. So ganz ohne Beauty-Snapchat-Filter. En naturel quasi.

Das ist nicht unbedingt schön, aber die Wahrheit. Damit sich die tiefen Furchen in meinem Antlitz wieder glätten, muss ich mich in den kommenden Wochen aber ein bisschen rar machen.

Denn dieses gottgleiche Wesen auf dem Bild (gottgleich eher wie eine latent adipöse Göttin der Unterwelt …) sieht nur so aus, weil sie dringend ein Buch fertig schreiben muss. Das soll nämlich bis Ende des Jahres druckreif sein.

Und damit weder Rowohlt beim Lektorieren die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, noch ich bei der ersten Lesung denke „Igitt, wer hat das denn geschrieben, ach, das war ja ich!“, muss ich mich erstmal auf dieses Buch konzentrieren …

Netflix hab ich gekündigt, Zattoo ebenfalls – muss ich jetzt Werbung wegen Markennennung dazu schreiben? WERBUNG! –, bleibt also noch das böse Internet als solches. Der Blog wird daher bis auf Weiteres ruhen, alle anderen Projekte ebenfalls und Facebook natürlich auch.

All denen, die so viel Freude am ersten Buch hatten – und mir mit ihrem lieben Feedback wirklich eine ebenso große Freude gemacht haben –, schulde ich, dass das zweite Buch genauso wird wie das erste Buch. Oder zumindest ansatzweise. Ein bisschen ernst, ein bisschen witzig, ein bisschen ungnädig mit sich selbst und der Welt – und ein bisschen wahr.

Wer gar nicht auf mich verzichten mag, darf auf Instagram vorbeischauen – dort gibt es dann ab und zu ein Lebenszeichen. Ansonsten gilt: Wir lesen uns Ende des Jahres wieder!

Dann sehe ich auch wieder so aus:

Worum geht’s denn jetzt in dem Buch?

Jepp. So sieht es gerade in mir aus. Ziemlich genau so. In genau einer Woche – am 21. Juli – kommt das Buch raus. Und ich schaffe es einfach nicht, mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass Menschen es dann tatsächlich lesen werden. Es kaufen werden, sich damit gemütlich aufs Sofa setzen oder ins Bett lümmeln, den Eimer Ben & Jerry’s neben sich, auffordernd mit der Zunge schnalzen und dann leise „Unterhalte mich!“ flüstern, während sie die erste Seite aufschlage. Kreisch.

Irgendwie habe ich die Glanzleistung vollbracht, mir in den zwei Jahren, in denen ich es geschrieben habe, kein Mal darüber Gedanken zu machen, dass die Menschen, die es kaufen, schließlich auch lesen werden.

Nun, jetzt ist es vermutlich zu spät. Also das Ganze abzublasen. Daher ist es vielleicht nicht schlecht, wenn ich dem potentiellen Leser (Hallo!) ein wenig mehr über das Buch erzähle.

Rowohlt hat das Ganze so zusammengefasst:

Regretting Motherhood? Wenn es nur das wäre.

Claudia ist nicht auf der Suche nach der Liebe, sie ist auf der Suche nach jemandem, der ihr den Rücken krault und die gleiche unangemessene Aufregung verspürt, wenn es darum geht, Dinge mit Käse zu überbacken. Eine Affäre lässt sich gut an, immerhin mögen beide dieselbe Serie, doch dann ist Claudia plötzlich schwanger. Und Kinder sind in ihrer Lebensplanung nicht vorgesehen. Wirklich nicht. Entsprechend verstört geht Claudia die Schwangerschaft an und erneuert notgedrungen den Kontakt mit dem Vater in spe. Irrsinnig komisch, herrlich derb und erfrischend.

Böse, lustig und gnadenlos ehrlich: über die Liebe in Zeiten der Schwangerschaft.

Offensichtlich ist das Buch lustig. Zumindest laut des Verlages. Ich persönlich wäre da skeptisch. Aber am besten lest ihr selbst. Und zwar ein ganzes Kapitel!

Kapitel 1 – Das Arschloch

«Arschloch», zischte ich halblaut vor mich hin, während ich wütend die Wand anstarrte, als gälten meine Worte ihr. «So ein verdammtes, blödes, elendiges, arschgesichtiges Arschloch!» Ich stieß die Worte einzeln hervor und fühlte mich wie Gollum. Vermutlich sah ich gerade auch so aus wie diese ebenfalls tragisch missverstandene Gestalt.

«Männer sind Arschlöcher», presste ich zwischen den Zähnen hervor, «Beziehungen sind Arschlöcher! Alles Arschlöcher!» Ich unterbrach meinen Touretteanfall und stampfte unter weiteren Flüchen und Beleidigungen in die Küche, wo ich einen Eimer Ben & Jerry’s aus dem Tiefkühlfach riss.

Ich goss eine halbe Flasche Baileys in den Eis-Eimer und beobachtete mit Wohlwollen, wie sich die einzelnen Komponenten zu einem einzigen glückverheißenden Gemisch vereinten. Ein kulinarischer Liebesakt zwischen Eiscreme, rohen Teigstückchen und Alkohol. Es gibt einfach Momente im Leben, in denen es unmöglich ist, etwas anderes zu essen. Einen Salat zum Beispiel. Niemanden, der jemals emotional aufgebracht war, dürstet es plötzlich nach Salat oder Low Carb. Nein, man braucht Alkohol, weißen Zucker und leere Kohlenhydrate!

Continue reading