Worum geht’s denn jetzt in dem Buch?

Jepp. So sieht es gerade in mir aus. Ziemlich genau so. In genau einer Woche – am 21. Juli – kommt das Buch raus. Und ich schaffe es einfach nicht, mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass Menschen es dann tatsächlich lesen werden. Es kaufen werden, sich damit gemütlich aufs Sofa setzen oder ins Bett lümmeln, den Eimer Ben & Jerry’s neben sich, auffordernd mit der Zunge schnalzen und dann leise „Unterhalte mich!“ flüstern, während sie die erste Seite aufschlage. Kreisch.

Irgendwie habe ich die Glanzleistung vollbracht, mir in den zwei Jahren, in denen ich es geschrieben habe, kein Mal darüber Gedanken zu machen, dass die Menschen, die es kaufen, schließlich auch lesen werden.

Nun, jetzt ist es vermutlich zu spät. Also das Ganze abzublasen. Daher ist es vielleicht nicht schlecht, wenn ich dem potentiellen Leser (Hallo!) ein wenig mehr über das Buch erzähle.

Rowohlt hat das Ganze so zusammengefasst:

Regretting Motherhood? Wenn es nur das wäre.

Claudia ist nicht auf der Suche nach der Liebe, sie ist auf der Suche nach jemandem, der ihr den Rücken krault und die gleiche unangemessene Aufregung verspürt, wenn es darum geht, Dinge mit Käse zu überbacken. Eine Affäre lässt sich gut an, immerhin mögen beide dieselbe Serie, doch dann ist Claudia plötzlich schwanger. Und Kinder sind in ihrer Lebensplanung nicht vorgesehen. Wirklich nicht. Entsprechend verstört geht Claudia die Schwangerschaft an und erneuert notgedrungen den Kontakt mit dem Vater in spe. Irrsinnig komisch, herrlich derb und erfrischend.

Böse, lustig und gnadenlos ehrlich: über die Liebe in Zeiten der Schwangerschaft.

Offensichtlich ist das Buch lustig. Zumindest laut des Verlages. Ich persönlich wäre da skeptisch. Aber am besten lest ihr selbst. Und zwar ein ganzes Kapitel!

Kapitel 1 – Das Arschloch

«Arschloch», zischte ich halblaut vor mich hin, während ich wütend die Wand anstarrte, als gälten meine Worte ihr. «So ein verdammtes, blödes, elendiges, arschgesichtiges Arschloch!» Ich stieß die Worte einzeln hervor und fühlte mich wie Gollum. Vermutlich sah ich gerade auch so aus wie diese ebenfalls tragisch missverstandene Gestalt.

«Männer sind Arschlöcher», presste ich zwischen den Zähnen hervor, «Beziehungen sind Arschlöcher! Alles Arschlöcher!» Ich unterbrach meinen Touretteanfall und stampfte unter weiteren Flüchen und Beleidigungen in die Küche, wo ich einen Eimer Ben & Jerry’s aus dem Tiefkühlfach riss.

Ich goss eine halbe Flasche Baileys in den Eis-Eimer und beobachtete mit Wohlwollen, wie sich die einzelnen Komponenten zu einem einzigen glückverheißenden Gemisch vereinten. Ein kulinarischer Liebesakt zwischen Eiscreme, rohen Teigstückchen und Alkohol. Es gibt einfach Momente im Leben, in denen es unmöglich ist, etwas anderes zu essen. Einen Salat zum Beispiel. Niemanden, der jemals emotional aufgebracht war, dürstet es plötzlich nach Salat oder Low Carb. Nein, man braucht Alkohol, weißen Zucker und leere Kohlenhydrate!

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Buch? Buch!

Vor mehreren Wochen machte ich eine vage Andeutung, dass es neben dem neuen Job und der Tatsache, dass ich nun wieder mehr Zeit zum Bloggen haben werde, noch eine weitere schöne Neuigkeit gibt. Seitdem schwieg ich dazu munter.

Ich tue mich nämlich seit geraumer Zeit etwas schwer, Dinge zu verkünden, da besagte Dinge in den letzten Jahren stets die grässliche Angewohnheit hatten, sich zu verflüchtigen, sobald ich sie laut aussprach. 

Egal, wie sehr etwas feststand, alles festgezurrt, geregelt und besprochen war bzw. schien, rief genau in dem Moment, in dem ich begann mich zu freuen, eine kleine heisere Stimme an, die mir mit spöttischem Ton mitteilte: Nö. Is‘ doch nicht. 

Das passierte mit so einer Regelmässigkeit, dass ich begann mein Karma in Frage zu stellen. Bzw. an so etwas wie Karma überhaupt zu glauben. 

Hoffnung, die immer wieder genährt und dann zertreten wird, hat etwas unglaublich vernichtendes.

Deswegen war ich mit dieser Neuigkeit auch so vorsichtig. Ja, hin und wieder habe ich mal das Wort Exposé fallen lassen und dass ich „am schreiben“ bin. 

Denn irgendwann dieses Jahr bekam ich eine Email von Rowohlt. Man würde gerne ein Buch mit und von mir veröffentlichen. Ob ich an sowas Interesse hätte. Na, dachte ich, das heißt ja nix. Ich traf mich viele Male mit ihnen. Überlegte lange hin und her. Schrieb Entwürfe und Exposés und einigte mich auf ein Thema. Na, dachte ich, das heißt ja nix. Nun lag vor wenigen Wochen der unterschriebene Vertrag vor mir. Na, dachte ich, das heißt ja nix. Ich unterschrieb und dachte immer noch: na, das heißt ja nix. Inzwischen hat Rowohlt mir Geld überwiesen und in mir keimt langsam der Verdacht, dass ich tatsächlich ein Buch schreiben werde.

Ich bin also durchaus geneigt, die Worte „Ich veröffentliche ein Buch“ nicht mehr mit einem Fragezeichen am Ende zu versehen.

Um ehrlich zu sein, rechne ich natürlich immer noch fast täglich damit, dass Rowohlt anruft, weil ihnen doch noch eingefallen ist, dass es eine ganz törichte Idee war, von mir ein Buch haben zu wollen.

Aber bis dahin schreibe ich. Die Abgabe ist nächstes Jahr im Herbst und die Veröffentlichung im Winter 2016/2017. Ihr werdet hier also noch viel Zeit haben, um mich auf diesem Weg zu begleiten und euch an den sicherlich auftretenden Nervenzusammenbrüchen zu ergötzen.

Und vielleicht wird ja am Ende tatsächlich ein Buch und eine Geschichte bei rumkommen, die beim Leser nicht direkt auf der ersten Seite das Bedürfnis weckt sich erbrechen zu wollen. Das wäre doch schön. Für uns alle. 

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