Möge Netflix mit euch sein!

Aus irgendeinem Grund habe ich mir Ende Dezember mal angesehen, wie viele Serien bzw. welche ich mir in jenem Monat auf Netflix angesehen habe. Es war – wenn man die einzelnen Folgen und Stunden mal hochrechnet – eine ganze Menge und deswegen habe ich jetzt im Januar auch einen fernsehfreien Monat eingelegt.

Also zumindest was Serien angeht. Filme gelten nicht. Oder Dschungelcamp. Oder DSDS. Oder … Was denn? Wenn man ein Junkie ist, macht man auch keinen kalten Entzug, sondern hüpft erstmal ins Methadon-Programm. RTL ist quasi mein Methadon.

Falls ihr aber für den Januar noch was zum Gucken braucht, teile ich mein fulminantes Wissen mit euch und sage euch, was ihr bei Netflix vielleicht bisher übersehen habt und für welche Situation welche Serie am besten geeignet ist:

1. Paranoid

Wer auf britische Krimi-Serien im Stile von samstäglichen ZDF-Serien um 21.45 Uhr steht, dürfte hier fündig werden. Zwar ist hier die neurotische Indira Varma (Game of Thrones) ein latenter Lichtblick, aber Woodmere – wo sich ein Mordfall an einer Mutti auf einem Spielplatz ereignet hat, der sich als inselübergreifendes superduper krasses Pharmazie-Verschwörungs-Ding entpuppt – ist weder Dorne noch Königsmund.

giphy (5)

Ein zweites Luther ist es zwar freilich nicht, aber die Serie ist prima, wenn man krankgeschrieben ist und irgendwas bingewatchen will, während man mit todbringenden Männerschnupfen ringt. Und für all die, die Serien wie Hautnah – Die Methode Hill mögen, ist es ohnehin was!
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Marcella

Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass wir inzwischen alle bei Netflix sind. Einfach, weil ich alles andere albern fände.

Nun ist es so, dass uns Netflix inzwischen im Wochentakt neue Serien um die Ohren haut und eine soll dabei besser und geiler sein als die andere. Und was soll ich sagen: In den meisten Fällen ist das auch so. Umso schwieriger für uns arme User, uns in dieser Flut von kleinen visuellen Geilheiten zurechtzufinden und für eine Serie zu entscheiden.

Puh. Gut, dass ich da bin!

Denn ich habe heute (quasi für euch) die neue Serie MARCELLA einfach mal komplett durchgesuchtet:

Wer auf Krimi-Serien steht, wer auf London und Briten (Brexit hin oder her) steht, wer auf willensstarke und auch ein wenig (okay, ziemlich) kaputte Frauen steht, wird diese Serie, die letztlich eine Steigerung von Serien wie The Killing und River darstellt, lieben. Vielleicht ist sie sogar so gut wie Luther.

Marcella wartet mit einer erstaunlichen Menge an Nebendarstellern auf, die den Zuschauer aber nicht überfordern, sondern nur ständig immer weiter mitraten lassen, wer hier am Ende wen ermordet hat. Marcella ist unprätentiös, herrlich unhollywoodig und trotzdem spannend.

So wie man sich jeden Sonntag seinen Tatort wünschen würde – nur, dass dieser hier acht Folgen dauert.

Und zuguterletzt bietet Marcella mit Anna Friel, die eine fabulöse Mischung aus Tilda Swinton, Zooey Deschanel und Alice Morgan (alias Ruth Wilson) bildet, eine unfassbar gute Hauptdarstellerin, von der man gerne mehr sehen würde.

Daher: Wenn ihr mal wieder eine sehr gute, solide Krimi-Serie rund um einen (?) Serienmörder und viele undurchsichtige, komplexe Charaktere sehen wollt – empfehle ich euch ganz eindeutig diese Serie!

You’re welcome.