Marcella

Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass wir inzwischen alle bei Netflix sind. Einfach, weil ich alles andere albern fände.

Nun ist es so, dass uns Netflix inzwischen im Wochentakt neue Serien um die Ohren haut und eine soll dabei besser und geiler sein als die andere. Und was soll ich sagen: In den meisten Fällen ist das auch so. Umso schwieriger für uns arme User, uns in dieser Flut von kleinen visuellen Geilheiten zurechtzufinden und für eine Serie zu entscheiden.

Puh. Gut, dass ich da bin!

Denn ich habe heute (quasi für euch) die neue Serie MARCELLA einfach mal komplett durchgesuchtet:

Wer auf Krimi-Serien steht, wer auf London und Briten (Brexit hin oder her) steht, wer auf willensstarke und auch ein wenig (okay, ziemlich) kaputte Frauen steht, wird diese Serie, die letztlich eine Steigerung von Serien wie The Killing und River darstellt, lieben. Vielleicht ist sie sogar so gut wie Luther.

Marcella wartet mit einer erstaunlichen Menge an Nebendarstellern auf, die den Zuschauer aber nicht überfordern, sondern nur ständig immer weiter mitraten lassen, wer hier am Ende wen ermordet hat. Marcella ist unprätentiös, herrlich unhollywoodig und trotzdem spannend.

So wie man sich jeden Sonntag seinen Tatort wünschen würde – nur, dass dieser hier acht Folgen dauert.

Und zuguterletzt bietet Marcella mit Anna Friel, die eine fabulöse Mischung aus Tilda Swinton, Zooey Deschanel und Alice Morgan (alias Ruth Wilson) bildet, eine unfassbar gute Hauptdarstellerin, von der man gerne mehr sehen würde.

Daher: Wenn ihr mal wieder eine sehr gute, solide Krimi-Serie rund um einen (?) Serienmörder und viele undurchsichtige, komplexe Charaktere sehen wollt – empfehle ich euch ganz eindeutig diese Serie!

You’re welcome.

2016 | Woche 25

GESEHEN
Mit dem Mann zusammen zum ersten Mal Game of Thrones. Nachdem er vor Jahren Breaking Bad als „langweilig und billig gemacht“ bezeichnet hat (WTF?), weigere ich mich, mit ihm Serien aus dem Tele-Olymp zu gucken – aus Furcht ihn bei einer erneuten, disqualifizierenden Bemerkung töten zu müssen. Wegen der Couch (Plastik for the win!) wäre es egal, aber das dunkle Parkett im Wohnzimmer ist super anspruchsvoll und ich bin nicht sicher, wie gut ich das Blut aus den Ritzen wieder raus bekäme. (Prioritäten sind alles!)
GEGESSEN
Endlich mal wieder frische Krabbenbrötchen. Direkt an der Nordsee, mit Blick auf Robben. Gut, ich habe keine Robben gesehen, aber da war ein Schild, auf dem stand, dass es da Robben gab. Ich hatte jedoch nur Augen für das Krabbenbrötchen.
Es kostete übrigens EUR 5,50. Ich wiederhole noch einmal: Fünfeurofünfundfünfzig! Das sind elf Mark! Und es war jeden Pfennig wert!
GETRUNKEN
Berliner Sommer. In Hamburg. Schmeckt wie Persiko, hat aber nur 10%. Dann doch lieber direkt Persiko trinken!
GEMERKT
Offenbar bedeutet Urlaub für andere Menschen wegzufahren und in der Sonne zu liegen und sich Dinge wie Leuchttürme und Schafe und Robben anzugucken. Für mich ist Urlaub zuhause zu bleiben, auf dem Sofa zu liegen und Pläne zu schmieden und To-Do-Listen abzuarbeiten, während im Hintergrund Vampir-Serien laufen.
GESCHRIEBEN
5 Blogeinträge und 10,5 Seiten am Buch – innerhalb von acht Tagen. Selten fühlte ich mich besser, produktiver und – oh, ich muss Montag wieder zur Arbeit!