Der Gute-Laune-Garant

Snapchat ist tot. Mir doch egal! Solange es auf Instagram nicht solche Filter gibt, werde ich dort immer wieder vorbeischauen. Es ist einfach wichtig, seine kleinen Ecken und Nischen in der digitalen (und analogen) Welt zu kennen, wo einem immer wieder aufs Neue ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert wird. Okay, die Snapchatfilter sorgen vor allem dafür, dass einem regelmäßig der Kakao vor Lachen durch die Nase schießt – aber sieht man von der Sauerei einmal ab, ist das doch noch großartiger!

Auf welche Tools, Apps, Blogs, Instagram-Accounts könnt und wollt ihr nicht verzichten? Oder ist das, was euch ganz gezielt, jedes Mal aufs Neue ein breites Lächeln ins sonst trübe Gesicht zaubert, ganz und gar analog – vielleicht ein frisches Brötchen mit Leberwurst und Gürkchen oder eine dieser Massagen, bei der man von einer zierlichen, aber überraschend brutalen Thailänderin durchgewalzt wird?

Schreibt mir in die Kommentare, was bei euch ein Garant für gute Laune und ein sattes Gefühl von Zufriedenheit ist! Ich habe nun jede Menge Zeit, ein paar neue Sachen auszuprobieren!

Snapidipapididu!

Ich gestehe, ich hatte so meine Schwierigkeiten mit Snapchat. Weder habe ich verstanden, wozu genau es gut ist, noch, was so gut daran sein soll, wenn Beiträge, die man mit Liebe erstellt hat, nach 24h einfach ins Nirwana des Netzes eintauchen. Blog, Instagram, Twitter… da sieht man, was man gemacht hat. Oder zumindest, womit man seine Zeit so verplempert hat. Aber Snapchat?

In meinem Alter muss man ja generell höllisch aufpassen, dass man von den digitalen Prozessen nicht einfach überholt wird. Whooosh – schon überholt! Und dann stehste da wie die Kuh vor’m Scheinwerferlicht und fragst dumm rum, was das hier soll.

Ich habe etwa sieben Anläufe gebraucht, bis ich mir einen Account zugelegt habe. Allein deswegen, weil mir das Anlegen des Accounts an sich zu anstrengend war. Und selbst dann. Wie wischt man und wann und warum? Und wann und wie kommen diese Filter und warum hat Torsten aus der Buchhaltung diesen geilen Filter, wo er Regenbogen kotzen kann und ich nicht? Fragen über Fragen. Verdammte digitale Prozesse eben.

Kürzlich, vor wenigen Tagen erst, freundete ich mich aber mit diesem Ding an. Es ging ganz schnell und tat auch nicht weh und seitdem suchte ich es schon fast ein wenig. Das Schöne ist eben: Die „Followerzahl“ ist egal, es gibt kein Profil zum Ego streicheln, das der Welt sagt, wie viele Leute welchen Snap geil fanden. Es gibt keine Likes und keine Favs, weder als Sternchen noch als Herz. Stattdessen Menschen, die verknautscht und authentisch ihre Gedanken und Eindrücke rausplärren. An wen so genau – man weiß es nicht. Ist auch egal. Snapchat ist nicht so narzisstisch und eitel wie die meisten anderen Netzwerke. Manchmal sind die Snaps geradezu banal und gerade deswegen befriedigen sie den voyeuristischen Trieb des gemeinen Netznutzers.

Und die Tatsache, dass du weißt, dass in 24h dein Foto von letzter Nacht einfach wieder weg ist, ist auch schön. Schön beruhigend.

Ich will nicht sagen: Kommt alle zu Snapchat, wir sind ungeschminkt und haben Wein aus Pappkartons! Ich sage nur, dass ich enorme Lust daran gefunden habe, mittels Snaps Geschichten zu erzählen. Und da man seine Historie der letzten 24h auch jeweils runterladen kann, kann ich sie auch woanders teilen, wenn mir danach ist – und ich nicht vergesse, sie manuell dort irgendwann zu löschen, wenn mir doch wieder einfällt, dass sie schon irgendwie peinlich ist …

So oder so, diese Art unkompliziert und schnell und realistisch Geschichten zu erzählen und mittels Filmchen und Fotos aufzubereiten, macht eine Heidenlaune. Und ich denke, ich werde das in Zukunft noch öfter machen.

 

Nachtrag:

Weil ich super schlau bin, habe ich nirgendwo erwähnt, wie ich denn bei Snapchat heiße. Nämlich nicht orbisclaudiae … sondern:

Foto 11.05.16, 11 53 41