Hier & Dort

Wenn die meisten Menschen an Urlaub denken, denken sie an Wegfahren. Sie denken an Meer, an Strand, an Pool, an Hotel, an Ferienhaus, an Sonne, an Polarlichter, an Natur, an pulsierende, fremde Städte. Sie denken an die Ferne, sie denken an Bücher, die sie lesen und Fotos, die sie machen werden, sie denken an irgendetwas, was nichts mit ihrem Hier und Jetzt zu tun hat, mit ihrem Zuhause, der Stadt, in der sie leben, den Job, den sie haben, ggf. die Menschen, die sie umgeben.

Urlaub, das ist etwas, das nicht hier ist, sondern dort.

Ganz so, als wäre es dort besser – oder als ob man das Hier besser ertragen könnte, wenn man eine Zeitlang dort gewesen ist.

Meine Familie ist gerne ins Dort gefahren. Es war abwechselnd in Form von Bergen oder dem Meer zu bestaunen, hin und wieder in Gestalt von Wüsten und exotischen Tieren. Irgendwann stellte ich fest, dass ich das Dort, egal in welcher Form, gar nicht so sehr mochte und das Hier vorzog. Ich fuhr nicht mehr gerne mit in Urlaub, wusste nicht, was ich dort sollte. Herumliegen im Sand, wandern in den Bergen, all das war nicht meins, zumindest wenn es unter dem Etikett „Urlaub“ lief.

Und irgendwann, zwischen damals und jetzt, vergaß ich, dass ich Urlaub nicht mag, nicht diese Art von Urlaub. Ich reiste viel. Um von A nach B zu kommen. Um des Reisens willens. Um des Erfahrens willens. Um der Anekdoten willens.

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2016 | Woche 25

GESEHEN
Mit dem Mann zusammen zum ersten Mal Game of Thrones. Nachdem er vor Jahren Breaking Bad als „langweilig und billig gemacht“ bezeichnet hat (WTF?), weigere ich mich, mit ihm Serien aus dem Tele-Olymp zu gucken – aus Furcht ihn bei einer erneuten, disqualifizierenden Bemerkung töten zu müssen. Wegen der Couch (Plastik for the win!) wäre es egal, aber das dunkle Parkett im Wohnzimmer ist super anspruchsvoll und ich bin nicht sicher, wie gut ich das Blut aus den Ritzen wieder raus bekäme. (Prioritäten sind alles!)

GEGESSEN
Endlich mal wieder frische Krabbenbrötchen. Direkt an der Nordsee, mit Blick auf Robben. Gut, ich habe keine Robben gesehen, aber da war ein Schild, auf dem stand, dass es da Robben gab. Ich hatte jedoch nur Augen für das Krabbenbrötchen.
Es kostete übrigens EUR 5,50. Ich wiederhole noch einmal: Fünfeurofünfundfünfzig! Das sind elf Mark! Und es war jeden Pfennig wert!

GETRUNKEN
Berliner Sommer. In Hamburg. Schmeckt wie Persiko, hat aber nur 10%. Dann doch lieber direkt Persiko trinken!

GEMERKT
Offenbar bedeutet Urlaub für andere Menschen wegzufahren und in der Sonne zu liegen und sich Dinge wie Leuchttürme und Schafe und Robben anzugucken. Für mich ist Urlaub zuhause zu bleiben, auf dem Sofa zu liegen und Pläne zu schmieden und To-Do-Listen abzuarbeiten, während im Hintergrund Vampir-Serien laufen.

GESCHRIEBEN
5 Blogeinträge und 10,5 Seiten am Buch – innerhalb von acht Tagen. Selten fühlte ich mich besser, produktiver und – oh, ich muss Montag wieder zur Arbeit!