Happy Valentinstag!

Der Valentinstag ist nah. Hurra! Oder auch nicht. Je nachdem, wen man fragt. Ich habe ja eher die romantische Ader eines Steins, deswegen wird es dieses Jahr auch nur das obligatorische Begrüßungskopfnicken am Morgen geben und abends gehe ich weg und trinke Alkohol. Mit anderen Menschen, mit denen ich nicht schlafe.

Das alles hat weniger damit zu tun, dass ich zu den Leuten gehöre, die gerne irgendwas von Grußkartenkartellverschwörung murmeln, sondern schlicht, dass ich dem Mann während des Jahres oft genug kleine Sachen schenke und es im Gegenzug quasi unmöglich ist, mir etwas zu schenken, dass ich nicht eigentlich scheiße finde.

Ich mag nur eine einzige Pralinensorte, nur zwei Blumenarten (und die auch nur in ganz speziellen Farbtönen), im Bereich Schmuck kann man bei mir nur gänzlich versagen und wer auf die Idee kommt, mir Dessous zu schenken, ist ab diesem Moment wieder Single.

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2015 | Woche 7

Montag und Dienstag, wie stets, fleißig wie ein adipöses Bienchen gearbeitet, um genug schnöden Mammon zu verdienen und dem Mann im März zu seinem Geburtstag was Hübsches kaufen zu können. Was genau weiß ich noch nicht, aber so einer Zehnerpack Socken kommt ja bekanntlich nie aus der Mode.

Mittwoch Nachmittag primär Anstandswauwau gespielt: Der Sohn wird offenbar für gesellschafts- und öffentlichkeitstauglich befunden und wurde zum Spielen eingeladen. Für mich bedeutet das vor allem meine eigentlich freien Nachmittage in den Wohnzimmer mir nicht näher bekannten Müttern zu verbringen und zwei Zweijährigen dabei zuzusehen, wie sie sich abwechselnd zum Heulen bringen, weil das Konzept von Teilen und Zusammen Spielen nur rudimentär verinnerlicht wurde und vorrangig eine Idee ist, die zwar, wie so viele Ideen, hübsch klingt, aber nur in der Theorie funktioniert. Nun ja. Zumindest gab es Kekse.

Donnerstag erneut arbeiten, da ich mir dachte, so ein Dreierpack frischer Schlüppis dürfte sich im noch zu befüllenden Geschenkkorb ebenfalls ganz gut machen.

Zeitgleich lasse ich langsam jede Hoffnung fahren, bis zur Lesung am Freitag noch etwas Neues zu Papier zu bringen. Nicht, dass das irgendjemand merken würde. Aber man fühlt sich immer etwas schmutzig, wenn man auf Lesungen alte Texte liest. Und zwar nicht auf die gute, angenehme Weise.
Am nächsten Tag dann vor nicht ausverkauftem Haus, bzw. Cafe, in Rahlstedt gelesen. @Pseudonymphe wurde während des gesamten Abends nicht müde darauf hinzuweisen, dass direkt nebenan ja ein Friedhof sei. Wie symbolisch dies nun für den Abend war, lassen wir an dieser Stelle besser mal offen. Denn wir hatten Spaß, das Publikum – also meine Mutter, ihre Bridge-Runde und ein Obdachloser, der dachte, es gäbe etwas umsonst – auch.

Anschließend schnell wieder zurück nach Hamburg in die Stadt, wo @Pseudonymphe und ich den restlichen Abend in der Sofabar verbrachten und in Tequila und Rotwein badeten. Wortwörtlich. RIP geliebte Strickjacke.

Zusammfassung des Abends: Les, les. Trink, trink. Verschütt. Trink, trink. Lach, lach. Flirti, flirti. Trink, trink. Vor allem die Teile zwei, vier und sieben haben uns sehr gut gefallen und schreien geradezu nach einer regelmäßigen Wiederholung.

Samstag vorrangig damit zugebracht, so zu tun, als wäre ich noch Zwanzig und hätte nicht das Gefühl, dass mein alternder, vor sich hinrottender Körper offenbar kaum noch Alkohol verträgt. Vermutlich verwechselte er den Tequila mit Formaldehyd und versuchte sich gegen das vermeintliche Einbalsamieren zu wehren.
Der Mann, in vorauseilender Dankbarkeit seiner geilen Geburtstagsgeschenke, schenkte mir zum Valentinstag eine gefühlt 2m lange Rose, die fast schon als Baum durchgeht, und Schokolade. Da ich im Besitz von Brüsten bin, kam ich auch dieses Jahr drumrum ihm etwas zum Valentinstag kaufen zu müssen.
Nachmittag die hinreissende Idee gehabt mit dem Kind ins Einkaufszentrum zu fahren. An einem Samstag. Nachmittag. Mit einem Zweijährigen. Ohne Kinderwagen.
Unser Masochismus erreicht immer wieder neue, schwindelerregende Höhen. Auch bekannt als Fifty Shades of Kinder haben.

Sonntag dann einen Babysitter-Casting-Marathon abgehalten, um in naher Zukunft auch mal wieder Pärchenkram (jenseits von genau getimeten Schlafzimmercoitus während des Mittagsschläfchen des Antichristen) vollziehen zu können.
Die Vorstellung endlich mal wieder ins Kino zu können, um dort vermutlich nach 27 Minuten in ein tiefes, nur Eltern bekanntes Koma zu fallen, lässt mein düsteres, verdörtes Herz schneller schlagen.