I survived.

Ich bin ja ein Riesenfan, wenn es um Vorsätze geht. Ich nutze jede Gelegenheit, um mir welche zu überlegen. Monatsanfang. Sonntage. Geburtstage. Und natürlich zur Neujahr. Meistens gibt es ja so viel im eigenen Leben und am eigenen Körper was optimierungswürdig ist, dass man kaum weiß, wo man anfangen soll. Mehr Sport machen, überhaupt Sport machen, mehr meditieren, gesünder ernähren, mit dem Rauchen aufhören, sich öfter mit Freunden verabreden, endlich Niederländisch lernen, und natürlich Klavier spielen. Den Schal von 2015 zu Ende stricken, mehr neue Gerichte ausprobieren, frischer kochen, weniger fernsehen – ich kann gar nicht aufhören!

Fast jeder von uns macht, mal mehr, mal weniger viele Vorsätze und fast jeder von uns bricht die meisten davon dann wieder. Das ist okay, das ist menschlich, das macht uns aus, auch wenn wir gerne so tun, als wäre es anders und wir alle super krass erwachsen und vernünftig und konsequent.

Ich habe mir für 2018 das erste Mal nicht groß was vorgenommen. Außer zu überleben. Ich dachte mir, das würde sicherlich genug Zeit in Anspruch nehmen, zusätzlich noch zweimal die Woche Sport zu machen oder auf Kohlenhydrate zu verzichten, erschien mir da ein bisschen kontraproduktiv.

Als ich dann durch Zufall dieses Template auf Instagram sah, dachte ich erst noch „Oh, wie nett. Eine gute Möglichkeit, das Jahr auf eine geradezu komprimierte Weise Revue passieren zu lassen.“ Wie gesagt, das dachte ich erst noch. Aber mit jedem weiteren Punkt, den ich nicht abhaken konnte, wurde mir klar, ich habe nüschts davon gemacht. Wirklich gar nichts.


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Die Urlaubs-Agenda

Soweit ich zurückdenken kann, habe ich, wenn ich in Urlaub gefahren bin, Listen angefertigt. Listen mit Dingen, die ich im Urlaub machen will. Und natürlich Listen mit Dingen, die ich mitnehmen muss, damit ich die andere Dinge machen kann.

Ich hatte immer so viele Stifte, Papier und Zeichenutensilien dabei, ich hätte jederzeit einen Schreibwarenladen aufmachen können. Dann noch die Bücher, die man lesen wird kann muss. Sportschuhe. Weil man ja jetzt endlich mal Zeit für Sport hat. Vielleicht noch das Meditationskissen. Und, und, und.

Am Ende der Ferien hatte ich in der Regel nichts davon gemacht, sondern mir einfach vor Ort fünftausend verschiedene Comics gekauft und sie im Schatten des Strandkorbs gelesen.

Die Zeiten, in denen ich mit meiner Familie in Urlaub fuhr, sind lange vorbei. Und während des Studiums fuhr ich nicht in Urlaub – ich verreiste. Tourte alleine den Nil hoch, flüchtete vor meinem Geburtstag für ein paar Tage nach Amsterdam – und am Ende blieb ich einfach zuhause und machte eine Woche lang das Rollo nicht hoch.

Letztes Jahr dann war ich das erste Mal mit meiner Familie im Urlaub. Eine Woche Nordsee. Mit Ferienwohnung, jeden Tag zum Strand laufen und Muscheln sammeln. Mit einem Kind in Urlaub zu fahren, hat jedoch überraschend wenig urlaubhaftes, denn so einem Kind ist entweder langweilig und es will bespaßt werden oder es versucht gerade, sich umzubringen.
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