Umfrage

Liebe Leser,

ich bräuchte heute Ihre Mithilfe. Das passiert nicht oft, daher bitte ich Sie, nachdem Sie damit fertig sind, grölend im Kreis zu rennen, den Rest dieses Textes zu lesen und mir anschließend Ihre Meinung kundzutun. Und wenn ein Blogger – und dazu noch ein misanthropischer Blogger, der bei fast jedem Kommentar vor lauter Augenrollerei einen Schlaganfall kriegt – Sie darum bittet, sollten Sie diese einmalige Möglichkeit wirklich nutzen.

Seit einiger Zeit habe ich im Netz parallel ein anderes kleines Projekt laufen, das unter dem Namen kreativscheiss flaniert.

Bildschirmfoto 2014-03-25 um 17.21.31

Kreativscheiss ist dabei ein Neologismus, den ich schon seit Urzeiten für Zeug nutze, das ich zeichne, herstelle oder sonstwie dingse. Ein Art Sammel- und Überbegriff, der aber durchaus liebevoll gemeint ist. Vor allem, da ich dazu neige an allerhand Substantive einfach -scheiss anzuhängen..

Eine Zeitlang lief Kreativscheiss still und leise neben allem anderem her, zwischendurch kreuzten sich mal die Wege der verschiedenen Blogs etc. und vor einiger Zeit musste ich leider einsehen, dass mir ein wenig die Zeit fehlt, die verschiedenen zusätzlichen Accounts, Seiten und Profile, die sich wie nicht kastrierte Nagetiere eifrig fortgepflanzt hatten, artgerecht zu pflegen und musste einige von ihnen einschläfern. Diejenigen, die noch übrig sind, vegetieren in einer Art Wachkoma vor sich hin, sehnlichst darauf wartend von mir wieder ins Leben geholt zu werden. Was im Laufe dieses Jahres in komplett überarbeiteter Form auch passieren soll.

Jedoch höre ich hin und wieder ein leises Murren aus der Seniorenabteilung und anderen spaßbefreiten Ecken, dass Kreativscheiss durch das -scheiss so negativ klinge. So abschreckend. Abtörnend. Sie können sich die anderen Adjektive alleine denken..
Ich habe mir das Wort nicht ausgesucht, um zu polarisieren oder besonders frech zu wirken, sondern schlicht und allein, weil ich es wirklich mag.

Nun möchte ich Sie bitten, sich das Wort noch einmal zu Gemüte zu führen (je schlichter ebendieses ist, desto besser..) und mir schnell und ohne zuviel nachzudenken mitzuteilen, was sie denken, wenn sie es hören, lesen, summen oder (falls Sie Waldorfschüler waren) tanzen.

In diesem Sinne: Vielen Dank.

Nachtrag vom 29. März: Vielen Dank für eure zahlreichen Kommentare. Es trudeln immer noch welche ein, aber ich habe inzwischen einen mehr als guten Eindruck bekommen. Weitere sind also nicht nötig. Danke an alle für’s Mitmachen. Auch an den Pupser, der mich beschimpft hat. Küsschen.

48 thoughts on “Umfrage

  1. Bin neulich zufällig darüber gestolpert und hab nach kurzem „wut?“ erkannt, dass es sich um dich handelt. Das hat für mich alles erklärt. Meine erste Reaktion auf den Namen war „Ach, so hält sie sich Menschen mit einem IQ < 80 vom Leib!". Wenn du nicht den Anspruch besitzt, dass dir die ganze Welt zu Füßen liegen soll, lass es wie es ist. Es passt zu dem, was man sonst von dir liest!

  2. Ich mag´s nicht, das Wort. Es wirkt ein bisschen, als wolltest Du Dich von dem, was Du da machst, ironisch distanzieren. Da gibt´s sicher noch was besseres, ohne dass es kitschig sein muss.

    • Ich finde die sonstigen, üblichen „Hui, ich bin super kreativ und habe einen fancy Namen“-Titel so blöd. Du hast das ja bei dir auf deiner beruflichen Seite gut gelöst. Klar und professionell ohne Schickimicki- und Tinnefwörter.

      • Wenn Du´s professioneller aufziehen magst, solltest Du es ändern. Deine potentiellen Kunden können den Bezug zu dem Blog hier nicht unbedingt herstellen und dann wirkt es halt, als ob Du es nicht so wirklich ernst meinen würdest. Meine fünf Cent :) Ein anderer Name muss ja nicht kitschig sein und man kann das zudem auch übers Design lösen.

  3. Ich finde, Kreativscheiss (mit Doppel-s noch kreativer als mit ‚ß‘) klingt gar nicht abwertend.
    Eher nach vielen liebevollen Kleinigkeiten ohne den Anspruch an Perfektion.
    Was man halt aus Spaß alles für nen Scheiß macht, wenn man kreativ ist.
    Namen lassen!

  4. Ich find es ist stimmig mit dem, wie Du sonst so im Netz auftrittst, insofern eigentlich gerade passend, wenn Du es als /DEINE/ Marke betreiben willst.
    Negative Assoziationen habe ich persönlich daher in diesem Kontext mit dem -scheiss überhaupt nicht.

  5. Ich assoziiere positiv.
    Das Wort wirkt auf angenehme Art unlieblich.

    Wie ein dahin geworfenes
    „Ihr könnt ja mal gucken oder es bleiben lassen. Letzteres wäre dumm, aber müsst ihr ja wissen.“

    Mir gefällt es.

  6. Der erste Eindruck war meinem schlichten Gemüt entsprechend positiv. Ein zweites Nachdenken unter Zugrundelegung einer nur knapp entschlichteten Gemütslage lies mich zaudern. Vielleicht wäre eine Variation wie z. B. Kreativgedöns insgesamt ansprechender.

  7. Frei nach „Denken ist wie googlen – nur krasser.“ habe ich sicherheitshalber nur gegoogled.

    Erste „Kreativscheiss“-Google-Ergebnisseite gehört fast ausnahmslos Dir.

    Also ist der Name perfekt.

    Gruss
    Pansai

    PS: Aber wo ist der Kreativscheiss-Tumblr hin?

    • Der Tumblr wurde als erstes eingeschläfert, als ich merkte, dass ich ihn nicht mehr richtig pflegen konnte. Ich finde nichts schlimmer als vernachlässigte Accounts und die anderen schmerzen schon genug..

  8. „Kreativscheiss“ ist eine ganz gute ironische Distanzierung von dem ganzen Kreativkram (ha!). Einerseits ist man schon kreativ, aber man will sich das jetzt nicht so auf die Fahnen schreiben und deswegen wegen das distanzierende „-scheiss“ am Ende.

  9. Kreativscheiss klingt schon fast niedlich. (ehrlich, dieser Zug fuhr als erstes durch). Und wo man schon „supergeil“ für nen Supermarkt sagen darf, warum nicht auch Kreativscheiss. Die Generation, die das stört, ist sowieso nicht die Zielgruppe. Andere finden das toll. Ich freu mich schon auf die gezeigten Produkte.

  10. Wenn Du damit professionell unterwegs sein möchtest, halte ich es für schwierig. Denn: Als potenzieller Kunde interessiere ich mich wenig dafür, wie so etwas in das Gesamtkonzept „Claudia“ passt. Es sei denn, Du willst nur für Leute arbeiten, die Dich kennen und sagen: „Klar, wie sonst sollte sie es nennen.“ Ich orakele mal, dass Du das nicht willst. Es ist originell, es passt zu Dir, aber es braucht meiner Meinung nach zu viel Kontext, um begriffen zu werden. Daher: Daumen runter :)

  11. Ich mag das Wort nicht so gern. Für mich ist es, wenn ich es lese, negativ belegt. Ein wenig ironisch und abwertend. Und das, obwohl es in meinem eigenen Wortschatz durchaus vorkommt und dann nicht böse gemeint ist. Kannst du nicht „Kreativgedingse“ oder „Kreativdings“ nehmen? Das Wort „Dings“ benutzt du ja auch.

  12. So lassen. ‚Scheiss‘ klingt für mich nicht negativ; die Verbindung mit ‚Kreativ-‚ funktioniert gut, hat einen hohen Wiedererkennungswert und passt zudem zu Dir und Deinem Humor, den ich schätze. Verlangt allerdings manchmal ein breites Kreuz, den Anfeindungen z.B. aus spaßbefreiten Seniorenecken zu trotzen und selbstbewusst zu sagen: „Jawoll. Kreativscheiss. Genau so.“

  13. Ich mag das Wort nicht sehr gut leiden. Ich benutze die Endung -scheiß auch gerne mal, aber nie im positiven Sinne. Als ich das erste Mal über Kreativscheiss stolperte dachte ich ‚warum ist sie so negativ, die Sachen sind doch toll‘. Ich mochte es nicht liken. Mittlerweile weiß ich, dass es zu dir passt, dieses negative das auch positiv ist, aber das braucht Zeit. Um es beruflich und professionell aufzuziehen halte ich den Namen für sehr ungeeignet. Auch wenn du damit im Googleranking oben bist. Wer googelt schon Kreativscheiss wenn er Qualität will.

  14. Brainstorming, spontan:
    Kreativscheiss – muss was Beschissenes sein, Scheiße halt.
    Will ich das? Nein?
    Scheiße zu rufen, wenn einem der Hammer auf den Fuß fällt, okay.
    Aber es zu schreiben, als kreativer Mensch, ist ne Bankrotterklärung.
    Scheiß ist negativ und nicht hipp, ne, ich schreib nicht aus der Seniorenecke.
    Einfach unschön, ich muss da immer an das Zeug denken, das auf Bahngleisen liegt, gnädig von Klopapier bedeckt.

    Nee, so sollten Sie das nicht nennen. Ich würde Sie für unqualifiziert halten oder für eine 17 jährige Punkerin.
    Oder für jemanden, der seine eigenen Sachen mies macht, weil er nicht in sie vertraut.
    Oder für jemanden, der mit Gewalt lässig sein will. Widerspruch in sich.
    Schlimmer wäre nur noch:
    Kreativsau
    Kreatificker
    Kreativfuckscheiß

    Wenn Sie jetzt Snoop Doggydog wären, und unbedingt auf dem Sch… bestehen würden, würde ich Ihnen folgendes empfehlen:
    Kreativshizzle.
    :-)
    Nein, lassen Sie den Scheiß, bitte!

  15. kreativscheiss. seit meinem ersten drueber stolpern bzw. drueber fallen finde ichs aeusserst ansprechend. vor allem aber positiv besetzt. passt ins bild wie „arsch auf eimer“
    oder um es mit den synonym fuer sehr gut meiner jugend (nach „hier guck“ und blitzumfrage) zu formulieren:
    „mega mies. schwoer“

    so lassen. bitte. danke.

  16. Bei uns in der Familie gibt es ein Gericht, das heißt „Reis mit Scheiß“. Jeder weiß, was gemeint ist, niemand lädt „Nichtfamilie“ dazu ein. Entweder für Fremde wird umbenannt, oder es wird nicht erwähnt. Letzteres durchaus häufiger, denn was man nicht erwähnt, muss man nicht teilen ;)
    Du willst mit Fremden nicht nur teilen sondern auch am liebsten Geld bekommen? Dann gib Deinem Gericht einen Namen, dem sie nicht widerstehen können. „Kreativscheiss“ klingt nicht schmackhaft, sondern nach ollen Bauklötzchen mit Honeyloops beklebt.

  17. Ich mag’s nicht. Obwohl ich einem gelegentlichen deftigen Wort oder Spruch sicher nicht abgeneigt bin, habe ich ein Problem damit, wenn das, was meine Omi so schön Kraftausdrücke nennt, zum normalen Umgangston wird. Ich nehme solche Leute nicht für voll, die z.B. auch dauernd von „sexistischer Kackscheiße“ reden, die disqualifizieren sich in meinen Augen komplett für eine ernstzunehmende Unterhaltung. „Kreativscheiss“ ist für mich eher negativ konnotiert, das ist das, was Loriot so ungleich charmanter als Jodeldiplom bezeichnete, was ich im Geiste zu umhäkelten Bäumen sage, oder zu Frauen, die VHS-Kurse zum Thema „angstfrei klöppeln auf Gomera“ buchen.

  18. Um ganz ehrlich zu sein, klingt es ein bisschen nach Leuten, die ihren ganzen Herzschmerz in einem Gedicht niederschreiben. Sich dann aber unsicher sind: Unsicher, ob es gut genug ist, es der Öffentlichkeit zu zeigen – und ob sie selber überhaupt bereit sind, sich so intim anderen zu zeigen.

    Deswegen hängen sie dann irgendwas lustig-distanzierendes dran. Nennen es „Emokram“ oder „Gefühlsdusselei“ oder „Alkoholrausch“, um erstmal zu gucken, wie es auf andere wirkt…..

  19. Klingt für mich, aus der Nicht-Kreativ-Ecke, negativ. Mindestens zynisch, eher herablassend und die Inhalte nicht ernstnehmend. Klingt für mich nicht mehr wie „ich meine das ironisch.“

    Blog find ich gut. Lese ich gern.

  20. Ich finds gut. Es drückt aus, dass dort Kreative Dinge getan/gezeigt werden, ohne das der rosaglitzerichbinsokreatiiiiiiiiiiiiv-Duft drübergestülpt wurde. Zeugs eben. Finde es gut oder nicht.

    Das ist kreativ.

  21. Kann mir sehr gut vorstellen, das andere es als „unsympathisch“ empfinden. Aber ich würde es so, ganz genau so, stehen lassen. Wäre doch sonst irgendwie albern. Und eben nicht authentisch!

  22. Ich sage selber andauernd Scheiße und -scheiß und „kreativscheiss“ hat somit für mich überhaupt nichts Abstoßendes oder Provokantes, und ich würde dahinter auch nicht zwangsläufig amateurhaftes Rumgewurtschel vermuten. Was mir als Rechtschreibnerd aber negativ auffällt, ist das Doppel-s, wo ein ß hingehört. Diesbezüglich bin ich völlig humorlos (ich fand damals auch schon „Shakespear’s Sister“ nur bekloppt) und unterstelle sofort 20-30% weniger Verstand und Können. Überheblich, wa? Aber das ist ja hier nicht meine Therapiestunde, sondern deine Umfrage. In einem meiner Lieblingsblogs. <3

    • Wie ich gestern schon auf FB schrieb, bin ich mir dessen sehr wohl bewusst. Als jemand, dessen Familienname zwangseingedeutscht und mit einem ‚ß‘ vergewaltigt wurde, hege ich jedoch einen Groll gegen diesen Buchstaben und pflege einen sehr intensiven Kleinkrieg dagegen.

  23. So lassen. Frau Haessy ist ja prinzipiell eine Freundin der grundsätzlichen Sprache. Irgendwie gehört das auch zusammen. Außerdem ist es ein prima Markenname. Bleibt ohne Anstrengung im Sinn (eben weil es eigentlich gar nicht zusammen passt und ein bisschen provozierend ist). Einziger Nachteil, die Motive/Grafiken sind ja gerade für die „junge“ Zielgruppe geeignet. Da wirkt der Markenname allerdings eher kontraproduktiv.

  24. Ich habe ganz und gar nichts gegen die Endung -scheiss, was mir viel mehr Kopfschütteln macht ist dieses ‚Kreativ‘ davor. Leute, die sich selber in Bewerbungen etc. ständig als kreativ bezeichnen, sind leider meistens recht unkreativ. Ich mag dieses Auf-Teufel-Komm-Raus-Kunst-Getue daran nicht, weil kreativ ist alles und wiederrum nix. Als kreativ werden doch meistens nur langweilige Bastelladenideen oder VHS-Seidenmalereikurse bezeichnet, alles was wirklichen Kunstcharakter hat, hat es nicht nötig so benannt zu werden. Darum würde ich wenn überhaupt dieses Schimpfwort ‚Kreativ‘ weglassen.

  25. Ich muss in Bastelläden auch brechen, mache aber trotzdem ab und an irgendwie Farbe auf Papier usw., und bin immer noch dabei, mir das zu erlauben, obwohl das eventuell/sehr wahrscheinlich nicht perfekt ist.
    Und daher würde ich eine Seite namens Kreativscheiß nichtmal anklicken, weil ich entweder Window-Color-Gebashe in schlecht, so als deutsche Antwort auf regretsy, erwarten würde, oder jemand, der genauso defensiv wie ich ist, und das will ich schon nicht immer im inneren Monolog haben, lesen/angucken/beauftragen etc. also auch nicht.

  26. Für mich ein eher abwertendes Wort. Selbst verstehe ich zwar sofort was damit gemeint ist, werde aber aufgrund des Titels nicht neugierig genug um es mir anzusehen. Ist halt Kreativscheiss von irgendjemand der meint es online stellen zu müssen.

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