Urlaub: Tag 04 bis 10

Liebes Tagebuch,

völlig unerwartet gestalteten sich auch meine restlichen Urlaubstage so unerwartet atemberaubend und spannend, dass ich mich an dieser Stelle damit begnüge, nur die weniger unbeschreiblichen Dinge niederzuschreiben.

Tag 04 – Montag

Das Kind kotzt. Vier Mal. Seltsamer Moment, wenn man hin und hergerissen ist zwischen der Sorge über die Kotzerei und der Freude darüber, dass der Antichrist nun so alt ist, dass er zielgerichtet in einen Eimer vomieren kann und nicht mehr wie die Katze unters Sofa oder in Schuhe kotzt.

Tag 05 – Dienstag

Ich fahre nach Hause. Nach Hamburg. Manchmal klingt das immer noch komisch. So als würde ich flunkern. Als müsste man damit rechnen, dass jemand hinter dem Sofa hervorgesprungen kommt und schreit „Du bist doch Bonnerin! Was redeste denn da?“

Tag 06 – Mittwoch

Blackout. Was habe ich an dem Tag gemacht? Habe ich das Haus verlassen? Hatte ich eine Hose an?

Tag 07 – Donnerstag

Tage, an die man sich nicht erinnern kann, sind zweifellos die besten Tage. Direkt danach kommen die, an die man sich zwar erinnert, aber an denen man das Haus nicht verlassen, Leggins, XXL-Hoodies und goldene Birkenstock getragen, stundenlang Stromberg geguckt und zwischendurch Mutters Rezept für Schweinefilet in Sahne-Creme-Fraiche-Joghurt-Sauce nachgekocht hat. Also heute.

Tag 08 – Freitag

Ich habe das erste Mal in meinem Leben Weißweinschorle getrunken. Weil der Mann abends noch raus wollte und das Frauen in lauen Sommernächten laut zahlloser Filme nun mal bestellen. Musste jedoch feststellen, dass Weißweinschorle gequirlter Schmonsens ist und einfach nur nach Wasser schmeckt, in denen jemand einen Tropfen Weißwein gespuckt hat. Dann doch lieber ’nen Single-Malt. Schmeckt zwar auch mistig, aber davon wird man zumindest ordentlich betrunken. Und es klingt auch viel cooler, wenn man’s bestellt.

Tag 09 – Samstag

Früh morgens zur Elbe gefahren. Und den ganzen Tag am Strand gechillt. In der Sonne. Wie so ein Mensch, der gerne raus geht und sich sonnt. Auch ’ne neue Erfahrung. Mach ich nächstes Jahr vielleicht nochmal.

Tag 10 – Sonntag

Bevor ich morgen wieder arbeiten muss, zelebriere ich den Tag, indem ich eins werde mit dem Sofa und die dritte (und finale) Staffel Bloodline in einem Zug wegsnacke.

Fazit: Diese zehn Tage waren zwar ganz nice, aber seien wir ehrlich: wenn man „Urlaub“ googelt, wird schnell klar, dass das Ganze noch ein wenig ausbaufähig ist.

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