Vorsätze? Ja, bitte.

Was man ja Ende Dezember jedes Jahr aufs Neue hört, ist entweder „Uuund, welche Vorsätze hast du für nächstes Jahr?“ oder „Vorsätze?! So ein Humbug! Klappt doch eh nicht, mach ich nicht, will ich nicht!“

Ich bin bekanntlich ein großer Freund von Vorsätzen. Ich mache sie leidenschaftlich gerne. Nicht dass ich sie einhalten würde. Auch meine Vorsätze für 2017 habe ich wieder nicht geschafft. Sie lauteten: Vorsätze für 2017 finden. Noch vor wenigen Wochen stand das auf meiner To-Do-Liste. Ich glaube, jetzt, so wenige Tage vor dem neuen Jahr, kann ich das aufgeben.

Mir wären sicherlich Dutzende Dinge eingefallen, die ich in meinem Leben anders machen könnte. Mehr lesen. Weniger Süßigkeiten essen. Mehr Obst Und Gemüse essen. Mehr Sport machen. Bzw. überhaupt Sport machen. Aber das ist doch albern. Zu simpel und offensichtlich. Vor allem jedoch: zu naiv.

Nein, ich bin inzwischen in jenem Alter, in dem ich beginne, bestimmte Seiten an mir zu akzeptieren. Ich werde Sport auch noch in zehn Jahren hassen. Genauso wie Gemüse.

Ich genieße es eben mehr, mir alle sechs Alien-Filme reinzuballern, als einmal um die Alster zu laufen. (Vorrangig, weil ich bei ersterem anschließend einfach vom Sofa aufstehen kann und bei dem anderen vom Notarzt weggetragen werden müsste …) Und ich finde Toast mit Nutella und Bananenscheiben einfach geiler als ungesüßter Apfel-Porridge oder Kokoswasser – das, seien wir doch bitte endlich mal alle ehrlich, nach ollem Aquariumswasser riecht und schmeckt!

Ich bin ein Hedonist und das ist auch gut so!

Warum also trotzdem Vorsätze machen, wenn man so traumhaft mit sich im Reinen ist? Na ja, vor allem deswegen, weil man mit sich im Reinen sein kann und dennoch etwas ändern kann. Das können ganz unterschiedliche Dinge sein. In meinem Fall wird das für 2018 unter anderem sein, dass ich (weitaus) weniger Müll produzieren möchte.

Es ist mir nämlich erst in den vergangenen Monaten – seit dem Umzug – aufgefallen, dass ich wirklich viel Müll produziere. Und ich fühle mich wirklich schlecht deswegen. Zu Recht.

Denn es ist eine Sache, ob man ein Hedonist ist und sich wahnsinnig gerne was gönnt – oder einfach nur ein Schmock, der einen feuchten Furz auf seine Umwelt/Umgebung/Mitmenschen gibt.

Vielleicht wird das sogar die einzige Sache sein, die ich mir für 2018 vornehmen werde. Neben mich selbst nicht mehr so stressen zu wollen. Aber das kommt nur vielleicht auf die Liste. Eben weil ich mich ja nicht mehr selbst so stressen will …

Ganz unabhängig von meinen Vorsätzen oder den von anderen, ob sie realistisch sind oder komplett meschugge, ob sie schon am ersten Tag in sich zusammenfallen wie das Obst in meiner Küche, das dort seit fünf Wochen liegt: wichtig finde ich nur, dass man einmal kurz innehält, sich ganz genau umschaut – wobei der Blick in den Spiegel nicht unbedingt dazu gehören muss – und sich fragt:

Läuft hier alles rund? Was hat mich die vergangenen 365 Tage so richtig abgefuckt? Was ein bisschen?

Manchmal kommen überraschende Erkenntnisse dabei raus. Denn das Leben ist eindeutig zu kurz, um von sich selbst oder anderen abgefuckt zu werden. Und wenn nicht jetzt – wenn das neue Jahr noch nicht mal noch jungfräulich, sondern quasi noch nicht mal geboren wurde –, wäre sonst ein besserer Zeitpunkt dafür?

In diesem Sinne: Kommt gut ins Neue Jahr! 💋

2 thoughts on “Vorsätze? Ja, bitte.

  1. Die Einstellung finde ich super. Man muss nicht sein ganzes Leben ändern und wenn die Vorsätze nicht zur Persönlichkeit passen, dann kann es auch nichts werden. Kleine Dinge zu ändern finde ich dafür eine sehr gute Idee und gerade über Müll mache ich mir momentan auch viele Gedanken und möchte da einiges ändern. Viel Erfolg dabei!

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