2015 | Woche 10

Montags – Sie ahnen es vermutlich schon – gearbeitet. Wie so ein gewöhnlicher Mensch.

Am Dienstag hat der Mann dann Geburtstag. Er wird 39. Schon wieder. Ihm zu Ehren habe ich nicht nur den ersten Käsekuchen meines Lebens gebacken, sondern mich auch sonst in enorme Unkosten gestürzt, um den hochanspruchsvollen und intellektuell herausfordernden Wünschen und Interessen seiner Majestät Rechnung zu tragen.

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Mittwoch und Donnerstag verschwimmen in einem unklaren Nebel, denn ich habe frei, wegen des Käsekuchenmassackers einen Zuckerschock und außerdem meinen Probemonat bei Netflix gestartet und schaue etwa zwei Staffeln pro Tag. Von was? Keine Ahnung. Ich glaube, einem serienmordenden Forensiker, der in den Frauenknast kommt, weil er irgendwie an einen methdealenden Chemielehrer gekommen ist.

Freitag steht dann unter anderem Kofferpacken auf dem Plan. Da ich das gesamte Wochenende arbeiten muss und sich der Mann mit der herkulischen und damit für einen Sterblichen kaum lösbaren Aufgabe konfrontiert sieht, sich alleine, quasi Aug in Aug mit der Bestie, um unseren Sohn zu kümmern, zieht er es vor ins Münsterland zu fliehen. Zum Schwiegerpapa. Also meinem.
Dort, in der rauen Wildnis, fernab von allem, was man als Zivilisation oder allgemein lebenswert bezeichnen würde, hofft er, eingekeilt zwischen staubiger Ödnis und der bunten olfaktorischen Welt von Kuhexkrementen, Entlastung bei der Betreuung und Bespaßung des Antichristen zu finden.
Für mich bedeutet das 48 Stunden lang eine komplett saubere und aufgeräumte Wohnung. Für mich alleine. Ich kann kaum in Worte fassen, wie sehr mich diese Tatsache mit schier kindlicher Freude erfüllt. Andere masturbieren zu Filmen von Ryan Gosling, ich schaue mir eben bei Pinterest Fotos von aufgeräumten, leeren Wohnung an,

(gefunden bei: http://bit.ly/1fDCsVQ)

Um meine frisch erlangte und dennoch nur kurz verweilende Freiheit abzurunden, ernähre ich mich Samstag vorwiegend von Nachos mit Käse-Dip und selbstgebackenen Keksen, wobei ich wagemutig (und auch ein wenig angetrunken) einfach Amarula statt Milch in den Teig kippe. Kann ich nur empfehlen.

Sonntag scheint dann endlich, endlich, ENDLICH so etwas wie Frühling in Hamburg einzukehren. Man sollte eigentlich meinen die Berliner Winter hätten mich abgehärtet, aber dieses kalte Nass des Nordens ist wirklich eine extrem garstige Angelegenheit. Hamburg – Das Winterfell der Bundesrepublik. Zumindest klimatisch.
Pünktlich zum Arbeitsschluss treffen auch Mann und Kind wieder an der Elbe ein und wir verbringen den restlichen Tag gemeinsam draußen und pendeln sonnenbadend zwischen Spielplatz, Eisdiele, Spielplatz, Dönerbude und Spielplatz hin und her. Ein Sonntag Nachmittag wie er immer sein sollte.

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