2015 | Woche 46

Nach den Attentaten – Nein. Nach den Massakern in Paris fühle ich mich seltsam benommen. Ich weiß, ich müsste andere Gefühle haben. Oder vielleicht denke ich auch nur, ich müsste andere Gefühle haben. Angst. Wut. Aber ich bin innerlich einfach nur taub.

Ekel ist vermutlich das Einzige, was ich noch empfinden kann. Ekel vor der eigenen Spezies.

Ekel vor dem, wozu sie fähig ist. Was sie bereit ist, ihren Mitmenschen anzutun. Mit einem Lächeln und der Überzeugung, das Leiden und der Tod anderer Menschen könnte etwas Gutes, etwas Erstrebenswertes sein.

Das war vor 2.000 Jahren schon so. Und das wird auch in 2.000 Jahren so sein.

Was bleibt einem da anderes übrig, als die Taubheit von Gefühlen. Taubheit, um den Ekel zu unterdrücken.

Um weitermachen zu können.

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