2015| Woche 5

Wie üblich Montag und Dienstag tapfer Frondienst geleistet, wobei auch in dieser Woche der Dienstag seine zweifelhafte Krönung dadurch erhielt, dass der Antichrist nach zwei Tagen Kotzpause sein Abendessen kunstvoll ins Bett erbrach. Natürlich nicht ohne es anschließend mit „Nass.“ zu kommentieren.

Dementsprechend sitze ich Mittwoch Morgen mit ihm beim Arzt. Als übervorsichtige Helicopter-Mom, die gleich eine Penicillin-Unverträglichkeit wittert, ist das meine Pflicht. Das steht so im Handbuch der FML (Faschistische Mütter-Liga).
Am Ende ist zwischen Penicillin und dem Sohn alles okay, die Banane selbst war schuld, scheiss Obst, bzw. der Magen-Darm-Infekt, scheiss Magen-Darm-Infekt. Den hat er sich direkt parallel zu den Streptokokken zugezogen. Quasi ein fließender (!) Übergang. Warum Zeit verschwenden? Pausen einlegen? Zwischendurch mal gesund sein? Pffth.

Donnerstag dann arbeiten und somit das heimische Lazarett gegen das Irrenhaus da draußen tauschen. Dem Antichristen geht es jedoch bis zum Abend so prächtig, dass wir beschließen ihn Freitag wieder in die Kita zu geben. Ansteckend sei er nicht mehr und wenn doch: So eine natürliche Selektion funktioniert ja schließlich auch nicht von alleine, nech?
Meine neu gewonnene Freiheit feiere ich mit einem konsumrauschartigen Ausflug zu IKEA, wo ich der Versuchung widerstehe Fleischabfälle in Form eines wohlschmeckenden, weltbesten Hotdog zu schnabulieren. Bin weltbeste Vegetarierin und belohne meinen eisernen Willen mit einem Brötchen mit gekochtem Ei von vermutlich super depressiven Hühnern aus Legebatterien. Irgendwas ist immer und ich bilde mir ein, dass das Ei verhältnismäßig glücklich schmeckt.

Samstag dann Familie spielen, inkl. Spazierengehen, Wochenendeinkauf und was Spießer halt noch so machen.
Nachmittags daran scheitern Milchreis zu kochen. Der Verdacht, ich sei die weltschlechteste Köchin steht also weiterhin maulend im Raum.
Abends spielen wir Sofaproletarier (unser Lieblingsspiel neben Essen und Schlafen und Fi.. Fische.. Fische beobachten!) und legen einen RTL-Marathon ein, wobei wir uns ab 21.41h nur noch mühsam gegen die sich aufbäumende Müdigkeit wehren können.
Letztlich weiß ich nicht, was mich mehr an der geistigen Gesundheit der Menschheit zweifeln lässt: Dass eine 50+-jährige Frau mit Harry-Potter-Brille und frechen [sic!] Zöpfen nun „Dschungelkönigin“ ist? Oder dass ich tatsächlich zwei Wochen lang jeden Abend dieses Schmonsens gesehen habe?

Am Sonntag wieder arbeiten. Das ist ja der Nachteil als Atheist: Warum sollte man sonntags auch nicht arbeiten müssen, da es ja keinen Gott gibt, der am siebten Tag ruhte, und dem man dabei nun nacheifern sollte oder könnte?

Na ja, irgendwas ist immer.

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