2015 | Woche 8

Und am siebten Tag sah Gott, dass alles sauber war und gut roch und da erschuf er kotzende Zweijährige. Aber beginnen wir doch am Anfang..

Während der Montag der vergangenen Woche ein vergleichsweise unerwähnenswerter, da ohne bedeutsame Vorkommnisse stattfindender Arbeitstag war, stand der Dienstag ganz im Sinne meines alljährlichen Friseurbesuches und den damit verbundenen Spätfolgen. Stichwort: Posttraumatisches Stresssyndrom.

Mittwoch hatte ich dann *Trommelwirbel* ein Bewerbungsgespräch, bei dem es um einen Job für Erwachsene geht. Also richtige Erwachsene. So mit regelmäßigen Arbeitszeiten, Gehalt auf Nicht-Studenten-Niveau, Dienstreisen, Büro im 19. Stock mit Blick über Hamburg. Und mit solchen Outfits:

business-uschi

Da ich scheinbar erfolgreich den Eindruck vermitteln konnte, ich sei nicht zwölf, durfte ich direkt am Donnerstag noch einmal kommen.
Was ein wenig doof war, da ich nur im Besitz eines einziges Erwachsenenkostüms bin und ich erst nicht wusste, was ich anziehen sollte. Habe mich dann einfach als FDP-Mitglied verkleidet.

Ratespiel

Offenbar eine hervorragende Entscheidung: Wann will mich einstellen!

(Dramatische Pause)

MICH!

Freitag primär damit verbracht die Wohnung zu putzen, da das Muttertier Omatier zum Abend hin seinen Besuch ankündigte. Der Mann wurde parallel übers Wochenende einfach nach Berlin ins temporäre Exil geschickt.

Um den Besuch des Omatiers entsprechend zu zelebrieren, ging es dem Antichristen natürlich direkt am nächsten Morgen elendig. Der Versuch eines samstäglichen Spaziergangs, um dem Omatier die zahlreichen Vorzüge Eppendorfs vorzuführen, scheiterte an weinendem Kind und strömenden Regen. Stalingrad muss ähnlich entzückend gewesen sein.
Kaum zuhause speit das Kind dann solche Mengen aus, dass es locker dem Trevi-Brunnen in Rom Konkurrenz machen könnte.

Doch nach zehn Jahren mit einer dauerkotzenden Wohnungskatze kann mich in diesem Bereich der Körperflüssigkeiten nichts mehr so leicht schocken.
Ohnehin sollte jeder, der Kinder haben möchte, vorher eine Katze gehabt haben. Nichts bereitet auf den Wahnsinn und die Unberechenbarkeit eines Kindes besser vor.

Da der Antichrist, fiebernd und auf Salzstangen-Diät gesetzt, ein Terrorregime vom Sofa aus führte, war das Wochenende damit komplett im Arsch und wurde in seiner Arschigkeit nur noch von den traurigen Momenten, in denen wir schnell und unbemerkt in die Küche flüchteten, um dort heimlich Kekse herunterzuwürgen, überboten.

Sonntag fuhr das Omatier schon wieder und zeitgleich kam der Mann nach Hause, der – natürlich! – ebenfalls tödlich erkrank war. Vermutlich Hanta-Virus. Oder die Spanische Grippe. Oder ein Pickel an der Naseninnenseite. Man weiß es nicht.
Da Männer ja immer direkt quasi schon tot sind, gehen sie auch nie zwecks Diagnose zum Arzt. Warum auch die wenig noch verbleibene Zeit in Wartezimmern verplempern!

Und während beide zusammen nölend auf dem Sofa mit dem Tod bzw. um meine Aufmerksamkeit rangen, dachte ich an meine neue Stelle, Vollzeit!, und überlegte, wie viele iPhones ich mir von nun an wohl jeden Monat kaufen könnte.

So erwachsen bin ich offenbar dann doch noch nicht.

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