2015 | Woche 9

Wie fast jede Woche Montag und Dienstag arbeiten wie so ein Vorzeige-Lemming. Mittwoch erst vormittags zum Arzt, wegen Blutwerten und anderen ernährungsbezogenen Unsinn. Und gerade in dem Moment, als ich dachte, mein Leben liefe eigentlich gar nicht so schlecht, fast schon gut, da hört man in der Ferne besagtes Leben lachen, dreckig und laut, höhnisch, es poltert heran, bereit mich zu ficken. Hart. Aber nicht auf die schöne Weise. Der Moment, wenn einem das Fundament, auf dem man sicher zu gehen, zu stehen, glaubte, wegsackt, urplötzlich wie bei einem Erdrutsch. Man schwankt, wankt, fällt, schlägt auf. Hart. Hinfallen, Aufstehen, Krone richten. Doch da ist keine Krone. Keine Ahnung, ob sie je da war. Keine scheiss Krone, nur ein Pflaster, das man sich auf die Schorfwunden klebt, um weiterzuhumpeln.

Sich Donnerstag zur Arbeit schleppen, wobei das Gefühl der Traurigkeit dem der Wut weicht. Wut ist gut. Wut kann man kanalisieren. Kann man in etwas produktives umwandeln. Etwas, was einen voran bringt. Was einen letztlich nur stärker macht. Zumindest sage ich mir das.

IMG_1217Alles, was an den Tagen danach kommt ist ein wilder Wust aus Gefühlen. Aus Gedankenspielen und Wortfetzen, aus unbändigem Tatendrang und dem nicht minder unbändigem Wunsch in Ruhe gelassen zu werden.

Und der Hoffnung, dass nach diesem Sonntag wieder eine neue Woche beginnt. Eine, die das Potential hat, besser zu werden. Weil das Leben diese Woche vielleicht damit beschäftigt ist jemand anderen zu ficken.

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