Armin versus Rezo

Ostermontag. Wie erwartet ist auch knap 1990 Jahre nach der ersten Auferstehung auch dieses Jahr Jesus am dritten Tage auferstanden. Juhu. In Zeiten wie diesen ist Zuverlässigkeit ja nicht selbstverständlich. (Yes, Jensi, I‘m talking to you!)

Dagegen recht unerwartet, um nicht zusagen, überraschend, ist auch mein BFF Armin nach drei Tagen wieder auferstanden, wenn auch nicht von den Toten, sondern eher von seinem Sessel oder dem Bett, oder wo auch immer er die letzten Tage so nachgedacht hat. Denn das hatte Nordrhein-Westfalens Gargamel ja angekündigt. Dass er nachdenken wolle. Das ist an sich ja ein sehr löbliches Ansinnen, wenn es auch jede Menge Fragen aufwarf. Worüber genau wollte er nachdenken? Übers Impfen? Über Jensis Hybris oder doch eher über dessen Inkompetenz? Über Lobbyismus? Oder darüber, warum alle den Markus und Olaf viel lieber haben als ihn? Man wusste es nicht so genau und deswegen gab es die letzten Tage unter #Laschetdenktnach ein buntes Raten auf Twitter. Meine Favoriten gibt‘s hier:

Pünktlich zum Ostermontag kam er dann mit dem bahnbrechenden Ergebnis seiner selbst auferlegten Klausur, nämlich dass wir einen harten Lockdown bräuchten und die Ministerpräsidentenkonferenz, die eigentlich erst in einer Woche ist, vorziehen sollten. Lölchen.

Vermutlich hat er durch #Laschetdenktnach erschreckt erkennen müssen, dass die Menschen tatsächlich erwarten, dass bei seiner angekündigten Nachdenkerei auch was bei rumkommen sollte. Puh. Schlimm immer diese Erwartungen von den Menschen.

Die Reaktionen auf seinen grandios mutigen Vorschlag sind erwartungsmäßig mau bis schlumpfig zurückhaltend. Und es dürfte zu seiner sméagolhaftigen Zufriedenheit sicher nicht beigetragen haben, dass YouTuber Rezo quasi zeitgleich ein Video gedroppt hat, in dem der freiberufliche Zerstörer der CDU (Rezo, nicht Armin, ich weiß, an dieser Stelle verwirrend …) hart mit der Union und dessen Federführern ins digitale Gericht geht.

Man hat es einfach nicht leicht als Armin zur Zeit. Jetzt erwarten die Leute nicht nur von einem als Vorsitzender und Ministerpräsidenten sinnvolle und zeitnahe Strategien und ein schnelles, lösungsorientiertes Vorgehen, sondern dann kommt zu allem Überdruss auch noch so ein YouTuber, der binnen weniger Stunden die 100.000 Klicks voll hat, und keiner redet mehr über die töften Ergebnisse seiner Nachdenkerei.

Aber keine Sorge, Armin, dafür bin ich ja da.

Und weil Transparenz ja so wichtig ist: Die Autorin dieses Blogs ist Sozialdemokratin, mag Schlümpfe und findet, jeder Tag an dem man kein Mitglied in einer nicht-faschistischen Partei ist, ist ein verlorener Tag. Das Gleiche gilt für Tage, an denen man kein Nutella isst. Dieser Beitrag spiegelt ihre eigene Meinung wieder und wurde weder von der SPD, noch Ferrero in Auftrag gegeben.