#CampusRassismus

Um ehrlich zu sein: ich bin nicht wirklich sicher, ob Aktionen wie #Aufschrei oder #Schauhin im Netz wirklich etwas bewirken. Im Sinne von etwas ändern. Nachhaltig. Langfristig. Und damit ein Problem auch wirklich lösen.

Aber unabhängig davon lösen sie zumindest in der Regel zwei Sachen aus.

Die Betroffenen können sich endlich Gehör verschaffen. Dem Gefühl des unfreiwilligen Schweigens und Erduldens eine Stimme entgegensetzen. Und aus dem Bewusstsein, dass sie nicht alleine sind, vielleicht Kraft und Mut schöpfen.

Und sie können andere sensibilisieren und auf ein Problem hinweisen, das andere zuvor vielleicht gar nicht als solches wahrgenommen haben.

Das war bei #Aufschrei so. Das war bei #notjustsad so. Und eigentlich sollte das auch bei #CampusRassismus so sein. Männer und Frauen sollten unter dem Hashtag ihre Erlebnisse an deutschen Universitäten schildern, die verdeutlichen, wie alltäglich Rassismus an (deutschen) Hochschulen ist. Und wie oft er uns vermutlich gar nicht auffällt.

Und was gut und interessant und aufrüttelnd angefangen hat, mit Stimmen, die sonst wohl kaum ihren Weg zu mir und anderen gefunden hätten, wurde die Aktion mit jeder Stunde mehr und mehr überschattet von einem Ausmaß an Ignoranz und Dummheit, dass es einem beim Lesen der Tweets dazu schüttelt.

Unabhängig davon, welchen (langfristigen) Erfolg man Aktionen wie diesen nun zugestehen will, die Hartnäckigkeit, mit der gewisse Individuen aus ihren intellektuellen Schlammhöhlen gekrochen kommen, um sich im Netz abzufeiern, ist immer wieder gruselig:

Das ist nur die Speerspitze derer, die den Hashtag für sich und ihre seltsamen Definitionen von Rassismus gekapert haben. (Und einige Tweets werden auch inzwischen wieder gelöscht…)

Und ich weiß nicht, was mich mehr beunruhigt: Die tatsächlichen Studenten, die ihre Erlebnisse beschreiben – oder die schiere Unfähigkeit jener Menschen zu erkennen, was sie da eigentlich gerade so von sich geben.

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