Die Idee von der Liebe

Aus meinem ersten Buch „Wenn ich die Wahl habe zwischen Kind und Karriere, nehme ich das Sofa“. Und es stimmt noch immer. Mehr als damals sogar vielleicht.

Ich mag die Idee von der Liebe. Aber ich bin Realistin. Ich weiß, wie kompliziert ich bin, wie ausdauernd man sein muss, um jemanden zu finden, der mit dieser Art von Kompliziertheit umgehen kann, wie viel Arbeit und Energie es kostet, eine Beziehung aufzubauen und sie zu pflegen.

Sicherlich, man bekommt für diese Arbeit im besten Fall auch einiges – und mir ist bewusst, wie sehr das nach einer mathematischen Gleichung klingt, aber am Ende kommt es dem doch auch nah. Denn sprechen wir nicht jedem, der sich in einer Beziehung befindet, in der es ein (andauerndes) Ungleichgewicht von Geben und Nehmen gibt, einen einigermaßen gesunden Menschenverstand ab? Es muss ein Gleichgewicht herrschen. Langfristig. Denn dass es in allen Beziehungen immer mal wieder Phasen gibt, in der der eine mehr Aufmerksamkeit benötigt als der andere, ist nachvollziehbar. Dauern diese Phasen an, arten Beziehungen in Arbeit aus, und zwar in jene Art von Arbeit, bei der man sich irgendwann fragt, ob sie gerechtfertigt ist.

Wenn Sie jetzt innerlich schreien, wie zynisch das klingt, wie traurig, wie kalt, und dass das ja bei Ihnen nie so war, dann gratuliere ich Ihnen. Sie haben das fulminante Glück, entweder eine leichter zu ertragende Persönlichkeit als ich zu haben oder einen Partner gefunden zu haben, mit dem sie (bisher) diese Phasen nicht durchmachen mussten.

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Wann kommt denn nun das neue Buch raus?!

Es gibt so Dinge, die hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Irgendwann, es dürfte bis zu zwanzig Jahre her sein, las ich in irgendeinem Magazin, so ganz aus Papier und totem Holz, denn das las man damals noch, über einen Autor. Ich weiß nicht mehr, welcher es war. Ich weiß nur noch, es war einer „der Großen“. Einer dieser weißen, Ü-50-Autoren mit Penis, die schwere Werke voll Wichtigkeit verfassen, denen man ihre künstlerische Potenz schon beim Foto ansieht und die ihre weltverändernden Romane an schweren, wuchtigen Schreibtischen vor malerischen Kulissen schreiben. Es war also mehr ein Gefühl, das sich mir beim Lesen des Artikels aufdrängte. Das mir im Gedächtnis blieb. Und eine einzige Information: Dass er seit fast zehn Jahren an seinem neuen Roman schrieb. Und ich dachte: What? Wofür braucht der zehn Jahre? Ich meine, bei der künstlerischen Potenz und dem Schreibtisch und der Kulisse – was braucht der Mann denn noch?

Das war, wie gesagt, recht lange her. Ich weiß nicht, ob er das Buch inzwischen fertig hat oder ob er noch lebt. Ich habe von diesem Mann nichts gelesen, denn ich mag meine Autoren bevorzugt tot. Tote Autoren neigen dazu, nach Jahren der Anbetung und Bewunderung, nicht bei Sandra Maischberger oder in einem WELT-Interview aufzutauchen und dumme Sachen zu sagen über Flüchtlinge, Hitler, Frauen und ähnliches, worüber man heutzutage gerne dumme Sachen sagt, wenn man doch lieber schweigen sollte.

Das, was ich jedoch inzwischen weiß, ist, dass so zehn Jahre für ein Buch gar nicht mal so viel sind.

Und damit komme ich endlich zum Punkt. Denn das mit dem zweiten Buch dauert noch ein bisschen.

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