Das Glas ist halbvoll

Während ich diese Zeilen tippe, sitze ich in einem Zug. Natürlich hat mir meine Sitzplatzreservierung einen Sitz entgegen der Fahrtrichtung beschert und ich versuche aktuell vorrangig meinem Gegenüber nicht zu zeigen, was ich heute Morgen gefrühstückt habe (Müsli – sieht gekotzt immer höchst kunstvoll aus!) und natürlich sitzt neben mir die Verrückte des Tages™ – Typ „Ich wasche meine sehr langen Haare nur sehr unregelmäßig und kompensiere meine nicht existenten Hygienebedürfnisse mit ausgefallener Morticia-Addams-Garderobe und einem kleinen Hund, über den alle Menschen stolpern und sich wahlweise fast Kiefer und/oder Hüfte brechen, so dass ich ihnen dann vorwurfsvoll hinterher schauen und entnervt schnauben kann, weil sie ja schließlich selbst schuld sind, dass sie meinen dunklen Handtaschenköter auf dem dunklen Teppichboden nicht sehen! Ignoranten!“

Aber ansonsten läufst. Ich versuche mich ja jetzt an positiver Lebenseinstellung. Glas ist halb voll und so. Sich mehr auf die guten und positiven Sachen konzentrieren. Konstruktiver statt destruktiver sein.

Ja, natürlich hat man hier im Zug nur die ganze Zeit Edge, was – so viel weiß ich inzwischen – ein aramäisches Fremdwort für „Theoretisch gibt es hier Internet, aber eben nur theoretisch. He he he.“ ist, und der Hotspot im ICE ist auch eher ironisch gemeint, aber Hey! Zumindest habe ich ein Smartphone. Gut, es ist nun quasi nutzlos, aber Hey! es ist da.

Und natürlich könnte ich mich darüber auslassen, dass die belegten Brötchen am Bahnhof den Preis einer Niere auf dem Schwarzmarkt haben, aber Hey!, zumindest habe ich noch Zähne, um dieses Brötchen überhaupt zu essen. Und immerhin noch eine Niere.

Positive Thinking, ich sehe schon, das ist genau mein Ding. Noch ein bis hundertachtzigtausend solcher Fahrten und ich bin sowas von ausgeglichen und positiv, dass sich der Dalai Lama wünscht, sein Glas wäre nur halb so voll wie meines.

Und weil wir jetzt hier alle so verdammt positiv und gut drauf sind, komme ich gleich zu den kürzlich auf Facebook angekündigten guten Neuigkeiten. Okay, 33,33% der besagten Neuigkeiten:

Seit dem 01. September sitze ich montags bis freitags von gefühlt 5h morgens bis 22h abends in Berlin an der Seite der @pseudonymphe (ja, klingt noch nicht so geil, warten Sie, es kommt gleich..), fröne unserem gemeinsamen Wahnsinn (schon besser..) und mache für Himate.de Sachen respektive schönen Blödsinn für’s Internet!

Das ist gut, weil a) ich nun genug Geld verdiene, um mir jeden Morgen ein neues Nutellaglas kaufen zu können und b) ihr jetzt noch an anderer Stelle Unsinn von mir lesen könnt. Hurra.

Und da wir letzten Donnerstag den Relaunch alle überlebt halbwegs überstanden haben, gehen wir frohen Mutes und mit einer Prise infantilen Optimismus davon aus, dass wir zukünftig vor 21h Feierabend haben werden (Hoffnung stirbt zuletzt, positives Denken etc. etc. blabla).

Was uns zu weiteren 33,33% der guten Neuigkeiten führt: Ich werde wieder mehr Zeit zum Schreiben haben. Also außerhalb von Himate. Hier. Unter anderem. Wo noch? Nun, das sind die finalen 33,33% der guten Neuigkeiten und die hebe ich mir für später auf.

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