Drei Tage

Der Moment, in dem der Körper sagte „Ich mag nicht mehr.“, war da. Endlich – könnte man fast sagen. Übelkeit, Kopfschmerzen und Kreislaufbeschwerden. Aber sowas von! Sie kamen in Wellen und vorzugsweise genau dann, wenn ich zu irgendjemandem gerade gesagt hatte: „Mir geht’s schon besser.“ Als ob die Schmerzmittel in meinem Körper genau in dieser Sekunde in Streik traten, als wenn sie nur auf den Augenblick gewartet hätten, in dem ich so naiv war, derartiges zu glauben.

Der Moment war vermutlich längst überfällig. Seit fast einem Jahr treibe ich meinen unfitten Körper an seine Leistungsgrenzen, schlafe zu wenig, arbeite zu viel und gönne mir, außer seltsam unbefriedigenden Nutella-Toffifee-Käse-Nachos-Orgien, nur selten Zeit für mich, fürs Nichtstun. Drei Tage, an denen mein Körper sagte „Ich mag nicht mehr.“, an denen ich zuhause bleiben musste, nur das Nötigste von dort aus machte und ein wenig arbeitete, ansonsten schlief, gesund aß und das tat, was man in Seniorenkreisen sich schonen nennt.

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(Krankes Mädchen – Symbolbild)

Drei Tage, an denen ich nicht wusste, was los war. Ich sogar einen Schwangerschaftstest machte – man weiß ja nie und ist eine Schwangerschaft nicht eine bequemere, einfachere Antwort, als endlich, endlich, endlich seinen Alltag und sein Leben grundlegend zu ändern?

Ich habe nun, weil das so meine Art ist, einen Plan für die kommende Woche gemacht. Mit genügend Schlaf und festen Essenszeiten und Yoga und Meditation und anderem Klimmbimm. Das alles sollte nicht nötig sein, aber das ist es. Damit es so schnell nicht wieder drei weitere Tage gibt.

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