Fleischbeschau

Ich habe gestern Abend ‚Bachelorette‚ geguckt. Eine hübsche, junge Frau darf unter 20 nicht minder hübschen, jungen Männern „die große Liebe“ finden, mit der sie dann nach Sendeschluss zwei Monate zusammen ist, bevor sie Frauke Ludowig in einem Interview erzählt, dass die Beziehung nicht gehalten hat. Wegen der Entfernung und weil man sich zu selten gesehen hat und ähnlichen Schmonsens.

Ich persönlich war von dieser Sendung aus dem Hause RTL zutiefst angeekelt. Zwanzig Männern, die sich prostituieren, auf ihr Äußeres und ihre Körper, wie ein Stück Vieh auf dem Basar, reduziert werden – Es erinnert alles an einen Harem, in dem sich Männer die Gunst der Einen erkämpfen müssen, um ihr Überleben bzw. Weiterkommen zu sichern.

Jene Männer, die es im Jahre 2014 doch eigentlich besser wissen müssten, werden zu Freiwild und Sexsymbolen degradiert und als Dummchen ohne eigenen Willen verkauft – denn letzten Endes entscheidet ja die allmächtige Anna über ihre Zukunft. Sie sucht den aus, der am Besten zu ihr passt. Die Übergänge zum Straßenstrich sind da fließend.

Die gesamte Sendung ist männerverachtend, diskriminierend und sexistisch und wir schauen bei diesem Kuh Stierhandel auch noch zu. Kein Aufschrei! Nichts. Stattdessen findet man im Netz lediglich noch mehr vaginaangetriebene Anzüglichkeiten, die das von RTL gefahrene Konzept „Der Mann als Ware“ untermauern und belegen, wie weit verbreitet derartige männerverachtende Gedanken sind:

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Gleichberechtigung der Geschlechter? Fehlanzeige. Stattdessen pure Fleischbeschau. Dass so etwas heutzutage immer noch möglich, mehr noch: vermeintlich normal zu sein scheint, ist einfach nur traurig.

[Irony off]

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