Ödnis

Wieder in Emsdetten gewesen, dem mythischen Ort, in dem, einer griechischen Tragödie gleich, Tristesse und Ödnis Tag für Tag neu geboren werden. Vermutlich nicht aus dem Oberschenkel des Zeus, eher aus dem eitrigen, mit Schorf bedecktem Knie einer der unzähligen Kühe, deren Gebrülle aus den Ställen die akustische Monotonie als einziges unterbricht. Schön ist anders.

Hier kann man nicht viel machen. Zentraler kultureller und gesellschaftlicher Mittelpunkt scheint auch weiterhin Kaufland zu sein, der einem mit seinem Überangebot ständig offenbart, was ich alles nicht brauche und dennoch nicht genug Süßes und Alkohol bietet, um die Langeweile, die einen aggressiv umgibt, besser ignorieren zu können. In Orten wie diesem blüht nicht das Leben, sondern bestenfalls die Leberzirrhose.

Dem Antichristen ist das egal. Er ist 18 Monate alt, spricht nicht und bedauert weder die Abwesenheit von 3G, noch die Anwesenheit des Emsdettener an sich. Wo wir noch überlegen, ob die Ems wohl tief genug ist, um sich darin zu ersaufen, erkundet er Wälder, umarmt Bäume, untersucht Kies und sammelt Blumen auf eine geradezu manische Weise.

Da ist auch egal, wo jene wachsen.

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Humor ist, wenn man trotzdem pflückt.

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