Supermarktflittchen

Liebes Tagebuch,

letzte Woche schien endlich die Sonne und für einen kurzen Moment hörte ich auf Hamburg und seinen schier unendlichen Regen zu hassen und meine Verachtung wieder jemanden zu widmen, der es verdient hat: Meinem Körper.

Machen wir uns nichts vor: Es ist nach jedem Winter immer wieder eine Überwindung, das weiße, schwammige Fleisch der Nation so zu präsentieren als wäre nichts.

Doch als ich mit der kurzen Hose die Straße entlang ging, stellte ich mir einfach vor, das rhythmische Aufeinanderklatschen meiner narwalartigen Oberschenkel sei nichts anderes als der frenetische Applaus der Passanten.

Als sich dann im Supermarkt ein älterer Herr sehr auffällig nach mir umdrehte und mir schließlich nachrief, er könne mir auch was schenken, wusste ich, ich habe alles richtig gemacht.

Vielleicht, liebes Tagebuch, werde ich nie eine hübsche, dünne Prinzessin mit Kulleraugen und Schmollmund sein, aber zumindest ein sexuell stimulierendes Supermarktflittchen, und das ist doch auch schon viel wert.

XOXO

 

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