Monatsrückblick | November 2017

5 Dinge, die ich vergangenen Monat gemacht habe:

(sein) Gelassen

So zu tun, als wäre alles in Ordnung, als hätte ich alles weiterhin unter Kontrolle, als wäre alles weiterhin voll supi und töfte. Stattdessen der Ärztin endlich erlaubt, mich aus dem Verkehr zu ziehen und krankzuschreiben. Und zwar für den Rest des Jahres. Zusätzlich neue Medikamente bekommen, die zwar hübsche Nebenwirkungen haben, aber solange Leberwerte und EKG okay sind, tapfer ignoriert werden können. Was tut man nicht alles für die Genesung?!

Gesehen

Aufgrund besagter Krankschreibung viel. So viel, dass es hier eine eigene Auflistung gibt.

Gegessen

Überraschend viel Gemüse. Brokkoli, Spinat, Blumenkohl, sogar Wirsing. Ich meine: WIRSING! Vermutlich mehr Gemüse als in den zehn Monaten dieses Jahres zuvor. Ironischerweise aufgrund der Appetitlosigkeit – die mich veranlasst, die wenigen Mahlzeiten, die ich zu mir nehme, möglichst vitaminreich zu gestalten.

(Mein innerer Ernährungsberater, der sich seit Jahren den Mund fusslig redet, ist gerade sehr aufgeregt und kann sein Glück kaum fassen …)

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Grapefruits für alle

Ich halte nicht viel davon, einzelne Menschen gezielt im Netz anzugreifen. (Nur der Vollständigkeit halber: Ich halte generell nichts davon, Menschen anzugreifen, es scheint in der digitalen Welt nur mehr akzeptiert zu sein …)

Denn ich bin ganz allgemein der Meinung, dass das Internet groß genug ist. Dass man sich ganz einfach aus dem Weg gehen kann, wenn man die Meinung, die Texte, die Musik oder auch einfach die Persönlichkeit eines anderen kacke findet.

Wenn einem etwas nicht gefällt, guck halt weg, lies was anderes.

Da ich in den letzten 48 Stunden viel Mimimi in Bezug auf Julia Engelmann lesen konnte – bis zu „Macht sie nicht so fertig! Stellt euch vor, sie bringt sich jetzt euretwegen um, wollt ihr das?“ –, klappt das nicht so richtig mit dem woanders hingucken.

Worum geht es?

Und weißt du, Dinge werden wahr, wenn man sie oft genug sagt
Sie oft genug –, heute wird ein schöner …
Weißt du, Dinge werden wahr, wenn man sie oft genug sagt
Sie oft genug –, heute wird ein schöner Tag
Komm, wir machen mal das Fenster auf, das Radio laut
Lass frischen Wind herein und alle alten Zweifel heraus
Wenn du fest daran glaubst, dann wirst du glücklich
Und heute gibt es Grapefruit zum Frühstück

 

Sowohl bei Amy&Pink, als auch bei Noisey wurde sich bereits sehr farbenfroh über die Unzumutbarkeit von diesem Lied von Julia Engelmann ausgelassen. Und natürlich über Julia Engelmann selbst. Da peitscht einem schon der pure Hass zwischen den Zeilen entgegen und nun gibt es natürlich Menschen, die sagen: Och Mensch, die arme Julia, lasst die doch, das macht ihr doch nur, weil es en vogue ist, sie scheiße zu finden, hat sie doch alles nicht so gemeint, seid doch nicht so.

Daher geht dieser Text jetzt hier genau genommen auch nicht gegen Julia Engelmann – denn da dürfte ja inzwischen alles gesagt sein –, es geht gegen jene, die nicht verstehen wollen, wieso dieses Lied und die Ignoranz, die dahinter steht, unsereins so verdammt wütend macht.

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