Ich bin Atheistin und das ist auch gut so

Man mag es mir nicht immer anmerken, aber ich bin ein unfassbar höflicher Mensch. Okay, solange ich nicht mit der Telekom-Hotline telefonieren muss. Aber ansonsten schon. Liegt vielleicht daran, dass ich so lange in der Gastronomie und im Einzelhandel gearbeitet habe. Ich grüße, ich sage Danke und Bitte und wenn man sich abends nicht noch eine gute Nacht wünscht, fühle ich mich wie ein Troll. Vor allem jedoch bin ich aus reiner Höflichkeit Agnostikerin.

Agnostiker glauben zwar wie Atheisten nicht an Gott. Da man aber keinen Negativbeweis erbringen kann, sind sie jedoch für die Möglichkeit, dass es Gott vielleicht doch gibt, zumindest offen. Man kann es schließlich weder beweisen, noch widerlegen. Damit sind Agnostiker offiziell die höflichsten Menschen in der putzigen Welt der Religionen.

Ich würde übrigens sehr gerne an Gott glauben

Oder an Zeus. Oder Karma. Oder irgendwas, was dem ganzen Chaos um uns herum ein bisschen Ordnung beschert. Gut, wir sind zwar zu dumm, zu erkennen, wie genau diese Ordnung aussieht, aber allein der Gedanke „Joah, voll ärgerlich, dass der Torben von diesem Waschbären aufgefressen wurde, aber Gottes Wege und so, da machste nichts.“ erscheint mir höchst tröstlich. Theoretisch.

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I survived.

Ich bin ja ein Riesenfan, wenn es um Vorsätze geht. Ich nutze jede Gelegenheit, um mir welche zu überlegen. Monatsanfang. Sonntage. Geburtstage. Und natürlich zur Neujahr. Meistens gibt es ja so viel im eigenen Leben und am eigenen Körper was optimierungswürdig ist, dass man kaum weiß, wo man anfangen soll. Mehr Sport machen, überhaupt Sport machen, mehr meditieren, gesünder ernähren, mit dem Rauchen aufhören, sich öfter mit Freunden verabreden, endlich Niederländisch lernen, und natürlich Klavier spielen. Den Schal von 2015 zu Ende stricken, mehr neue Gerichte ausprobieren, frischer kochen, weniger fernsehen – ich kann gar nicht aufhören!

Fast jeder von uns macht, mal mehr, mal weniger viele Vorsätze und fast jeder von uns bricht die meisten davon dann wieder. Das ist okay, das ist menschlich, das macht uns aus, auch wenn wir gerne so tun, als wäre es anders und wir alle super krass erwachsen und vernünftig und konsequent.

Ich habe mir für 2018 das erste Mal nicht groß was vorgenommen. Außer zu überleben. Ich dachte mir, das würde sicherlich genug Zeit in Anspruch nehmen, zusätzlich noch zweimal die Woche Sport zu machen oder auf Kohlenhydrate zu verzichten, erschien mir da ein bisschen kontraproduktiv.

Als ich dann durch Zufall dieses Template auf Instagram sah, dachte ich erst noch „Oh, wie nett. Eine gute Möglichkeit, das Jahr auf eine geradezu komprimierte Weise Revue passieren zu lassen.“ Wie gesagt, das dachte ich erst noch. Aber mit jedem weiteren Punkt, den ich nicht abhaken konnte, wurde mir klar, ich habe nüschts davon gemacht. Wirklich gar nichts.


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