Einen Scheiss muss ich hier.

Theoretisch könnte ich jetzt einen super kritischen, deepen Text dazu schreiben, warum ich persönlich Weihnachten nicht feiern will, oder wieso mich bestimmte weibliche Führungskräfte abfucken, die sich auf Twitter als Superfeministinnen par excellence abfeiern, im realen Leben aber kleine, misogyne Furzknoten sind.

Ich könnte auch was lustiges über irgendein aktuelles Fernsehformat schreiben – oder über WettenDass, TV Total und warum wir uns so hart die Vergangenheit zurückwünschen.

Ich könnte auch einen Rant darüber schreiben, warum ich es zum Kotzen finde, wenn Black Friday bzw. alle Menschen, die sich an diesen Tagen etwas kaufen, im Netz niedergemacht werden, als würden sie frittierte Katzenbabies in dunklen Gassen feilbieten würden – nur weil kein Schmock mal wieder auf die Idee kommt, dass es Menschen gibt, die sich ausschließlich jetzt eine bestimmte Sache leisten können.

Aber ich mag nicht.

Ich bin müde. Von allem. Und nein, das ist kein „Gnaaah, warum ist es hier in Hamburg so grau und nass und eklig„-Mood. Auch keine Herbst- oder Winterdepression, die sich mit leisen, gefütterten Sohlen von hinten angeschlichen hat. Das ist auch keine „normale“ Depression – whatever that is.

Das ist einfach nur ein: Ich mag nicht. Ich mag gerade gar nichts mehr.

Continue reading

N E U N U N D R E I S S I G

Das bin ich. Frisch gebackene Neununddreissig. Meine Geburtstage der Kindheit und Jugend sind ein wenig traumabehaftet, deswegen bin ich etwas speziell, was diesen Tag angeht. In der Regel nehme ich mir den Tag vorher und auch den danach frei. Einmal zur Vorbereitung, einmal, um an meinem Geburtstag nicht pünktlich ins Bett zu müssen und am nächsten wieder früh aufstehen zu müssen.

Wenn ich den Urlaub einreiche, heisst es meist „Höhö, Party, was?“ und ich denk dann nur „Höhö, nein.“

Keine Party. Keine Menschen. Keine Telefonate.

Am Vortag alles einkaufen und besorgen. Am Tag selbst nur Ruhe. Ausschlafen. Vielleicht Kartoffelgratin und Star Trek zum Frühstück. Vielleicht ein Buch lesen. Vielleicht was Sudoku spielen. Vielleicht geile Graupeneintopf im Bett essen. Vielleicht dreimal am Tag Siesta halten. Vielleicht Amarula zum Lunch und 1-4 Avengers-Filme am Nachmittag. Vielleicht ein Blech Brownies zum Abendessen. Nach 20 Uhr.

Vielleicht nichts davon.

Das Wichtigste ist: Es ist mein Tag. Ich bestimme. Ich muss an dem Tag gar nichts.

Mit niemandem reden. Niemanden sehen. Nichts gesundes oder fades essen. Nicht wach sein oder zu bestimmten Uhrzeiten schlafen. Nichts vernünftiges, gesundes oder erwachsenes tun. Gar nichts.

Denn wenn ich nicht an diesem Tag alles bestimmen kann, wann dann?