2017 | Jahresrückblick

Über das Thema Vorsätze habe ich mich ja schon zur Genüge ausgelassen, was nach den ganzen Plänen für 2018 aber noch fehlt, ist der Rückblick auf 2017.

Denn wie ich schon vor einem Jahr schrub:

„[…] abgesehen von irgendwelchen Sendungen mit austauschbaren Moderationsgesichtern wie Jauch, Pilawa und Lanz, die einem nochmal aufzählen, welcher Promi alles so gestorben ist, welches Schicksal (gerne was mit Kindern oder Welpen) uns dieses Jahr besonders mitgenommen hat und wo es das schönste Happy End des Jahres gegeben hat (gerne was mit schwerer Krankheit und Heiraten), befassen wir uns irgendwie recht ungern mit dem [dahin gesiechten] Jahr.

Also mit dem, was wir selbst in den vergangenen zwölf Monaten so gemacht haben. Denn unabhängig von den ganzen Promis, die im vergangenen Jahr verblichen sind, ist man selbst es ja nicht. Also verblichen. Und wenn man sich noch einmal so vor Augen führt, was man in 12 Monaten so alles gemacht, erlebt, gefühlt und gesehen hat, ist das gar nicht mal so wenig.

Halten wir also einen Moment inne für eine Ruheminute für das jüngst von uns gegangene Jahr, in dem zumindest ich eine ganze Menge gemacht habe.“

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Bitte lächeln!

Irgendwann letztes Jahr, ich war mal wieder in Bezug auf gute Laune und Optimismus nicht so ganz auf der Höhe, saß ich mit einer Freundin zusammen. Man muss dazu sagen, dass es sicherlich nicht immer ein Hochgenuss war (oder ist), mit mir Zeit zu verbringen. Ich fand so ziemlich alles ziemlich scheiße – und entgegen meiner sonstigen Art, hatte ich keinen Plan, keine Idee, wie ich das alles weniger scheiße zaubern sollte.

Abgesehen von den üblichen beschissenen Dingen, sprachen wir auch über Selfies. Und sie erzählte mir, dass sie während einer Krise eine Zeitlang mal jeden Tag ein Selfie von sich machte. Nicht für Instagram, nicht für andere. Nur für sich. Um sich selbst wahrzunehmen, zu sehen, dass sie wirklich da war.

Kurz danach begann ich fast täglich ein Selfie von mir zu machen. Immer im Fahrstuhl, immer in dem kurzen Moment zwischen Erdgeschoss und zweitem Stock, dem kurzen Moment, in dem ich nichts anderes machen konnte, nicht arbeiten, nicht aufräumen, nichts. Und ich kann noch nicht mal sagen, wieso genau ich das gemacht habe. Ich sehe auf den Fotos nicht sehr adrett aus, nicht sonderlich sexy, sie waren auch nie für irgendwas bestimmt.

Sie waren einfach nur eine Momentaufnahme.

Und erst in ihrer Gesamtheit machten die rund zwei Dutzend Fotos irgendwann plötzlich Sinn. Sie zusammen zu sehen und vor allem: Zu sehen, wie ernst und bisweilen traurig ich anfangs darauf aussah und wie nach und nach ein Lächeln zurückkehrte, hatte etwas unbeabsichtigt Schönes.

Man zieht den Selfie-Wahn ja gerne ins Lächerliche, als Ausdruck der heutigen Egomanie, des gelebten Online-Narzissmus. Aber um ehrlich zu sein, ist mir inzwischen egal, was andere Menschen zu diesem Thema denken.

Für mich zählt nur, dass diese Selfies in ihrer Gesamtheit eine Phase meines Lebens – ohne auch nur ein einziges zusätzliches Wort – perfekt zusammenfassen.