Das war so nicht vereinbart!

Hallo. Ich würde mich gerne beschweren. Da ich aber nicht weiß, wo ich das am besten machen kann bzw. wer dafür zuständig ist, mache ich das eben hier.

Denn das war alles nicht so abgesprochen, das war so einfach nicht vereinbart!

Damals, als ich ein Kind war, also mit Mitte Zwanzig während des Studiums, da stellte ich mir vor, wie das wohl sein würde, so als Erwachsene.

Ich würde eine hübsche Wohnung haben, nicht groß, aber groß genug, dass man vom Klo aus nicht meine Küche und mein Bett sehen kann. Ich hätte einen kleinen Hund, denn wozu ist man erwachsen, wenn man nicht endlich das Haustier haben kann, das einen Mutter immer verweigert hat? Ich hätte einen Job, irgendwas normales, mit einem Schreibtisch und einem Computer darauf. Mittags würde ich mein, am Abend zuvor gekochtes Essen aufwärmen oder zum Supermarkt gehen, um mir einen gemischten Salat mit Feta zu holen. Um 18 Uhr hätte ich Feierabend, ich würde nach Hause gehen, saure Pommes und Mousse Chocolate zum Abendessen schnabulieren, dabei ein paar Sims im Pool ertränken und mit dem Hund schmusen. (Ich hätte eine Bulldogge, irgendwas, was sich auch nicht so gerne bewegt.)

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Die Ordnung der Sterne über FUCK YOU, NEIN!

Menschen, die konsequent sind, sind super. Einige meiner besten Freunde sind konsequent. Sie ernähren sich vegan, gehen viermal die Woche zum Sport und putzen jeden Dienstag und Samstag ihr Bad. Das ist toll.

Ich bin nicht sehr konsequent. Es sei denn, man hält die Ausdauer, mit der ich mich ungesund ernähre, keinen Sport mache und statt sauber zu machen „Aus den Haaren in der Dusche könnte man super Kuscheltiere filzen!“ denke, für eine alternative Version von Konsequenz. Ansonsten aber: Nicht sehr konsequent. Nicht sehr diszipliniert. Nicht sonderlich durchhaltefreudig.

Die einzige Ausnahme: Bücher.

Ich habe den seltsamen Tick, dass ich Bücher immer zu Ende lese. Lesen muss. Egal, als wie scheiße sie sich im Laufe des Lesens herausstellen. Vielleicht ist es das Gefühl, ich schulde es dem Buch oder dem Autor. War ja schließlich anstrengend es zu schreiben. Zumindest erwarte ich, dass der Autor seine Seiten nicht in seiner Mittagspause auf dem Klo mal eben so dahingehuscht hat.

Bücher sind Schätze. Ich verleihe sie nicht. Und verstehe auch Menschen nicht, die sich Bücher ausleihen. Ich mache keine Ecken rein und streiche nichts an. Ich schätze, meine Beziehung zu Büchern ist wie die zu Menschen: Kompliziert.

Also habe ich im Laufe meines Lebens jedes Buch, das ich angefangen habe, auch zu Ende gelesen. Was, ich gebe es offen zu, manchmal wirklich schlimm war. Denn es gibt wirklich sehr, sehr fürchterliche Bücher auf dieser Welt … Egal. Ich folge meinem nicht geleisteten Eid und lese sie, komme was da wolle, zu Ende.

Bis zu diesem Sommer …

2013 landete der Debütroman von Monica Zeiner „Die Ordnung der Sterne über Como“ auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Ich las irgendwo im Netz darüber. Auf Spiegel Online vermutlich. Es klang vielversprechend und als ich das nächste Mal im Buchladen war, las ich rein und was ich las, war noch vielversprechender. Ich meine, wir reden von der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Die setzen ja nicht irgendwas und irgendwen da drauf. Muss ja gut sein.

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