Urlaub: Tag 03

Dritter Urlaubstag. Habe den gesamten Tag in der Sonne gesessen, selbst gebackenen Käsekuchen schnabuliert [probiere gerade diese berühmte Käsekuchen-Diät aus Hollywood aus …] und dabei „Kind Nase putzen lernen“ gegoogelt.

Am Ende des Tages komme ich zu dem Schluss, dass die Käsekuchen-Diät zwar durchaus töfte schmeckt, aber wohl eher nicht zum gewünschten Ziel führen wird, und dass das gesamte [!] Internet – und damit meine eigene Spezies – völlig überbewertet sind. Das eine hat mit dem anderen nur wenig zu tun, aber das stört mich ja erstmal nicht.

Es folgen meine ganz persönlichen Top 7 der hilfreichsten Antworten auf die vermeintlich einfache Frage, wie man einem Vierjährigen beibringt, sich die Nase zu putzen:

7. Probier mal abschwellende Nasentropfen. Die sind übrigens auch supergut als Augentropfen!!!!1!11

6. Ist er mit Vier nicht noch zu jung, um das zu lernen?

5. Hast du schon probiert, ein Nasenloch und den Mund zuzuhalten?

4. Warum soll er das lernen? Nase hochziehen ist viel gesünder! Bla bla Sekrete bla Nasennebenhöhlen bla bla

3. Kann dir leider nicht weiterhelfen, aber ich erinnere mich, dass einer unserer Freunde damals, in den 80ern, ebenfalls verzweifelt versuchte, seinem Kind das Schnäuzen beizubringen.

2. Meine Kleine konnte das einfach irgendwann!

1. Tiere putzen sich auch nie die Nase!

[Könnten wir an dieser Stelle vielleicht noch einmal über die Idee eines Internetführerscheins sprechen?]

Die Leiden des jungen Werther

Erinnern Sie sich an Werther? An diesen grausig vor sich hinleidenden Menschen, durch dessen Zeilen man in der Regel in der Oberstufe gepeitscht wurde. Und der bis heute bei mir das Bedürfnis entfacht, mitten in die Seiten seiner weinerlichen Briefe zu springen und ihm höchstpersönlich die Pistole an die Schläfe zu halten, weil man nicht bis zum Ende des Buches warten mag.

Erinnern Sie sich an ebendiesen Werther?

Ich kann nicht genau sagen, wieso, aber genau an diesen Werther muss ich denken, als ich vor einiger Zeit auf einem Poetry Slam saß. Poetry Slams sind ja seit längerem der heiße Scheiß. Und selbst Tante Ursula und Onkel Klaus fühlen sich auf einmal ganz cool und hip, wenn sie sonntags bei Kaffee und Schwarzwälderkirsch ihren Freunden davon erzählen. Die machen dann „Oooh.“ und „Aaaah.“ und sind ganz baff, was für derbe krassen Scheiß Ulla und Klaus machen, während geräuschlos Kuchenkrümel aus dem vor Erstaunen offen stehenden Mund auf die selbst geklöppelte Deckchen fallen.

Und da ich Ulla und Klaus in nichts nachstehen möchte, war ich auch auf einem Slam. Nur als Zuhörer natürlich – so kann man besser be- und verurteilen. Die Texte, die Vortragsweise, vielleicht auch die Garderobe. Vor allem die Garderobe. Schließlich bin ich eine Frau und die sind bekanntlich Miststücke. Continue reading