Ich habe heute kein Foto für dich!

Ich gehe kaum aus. Liegt vorrangig daran, dass ich vergleichsweise wenig Freizeit habe und diese bevorzugt zuhause und in Ruhe verbringe. Draußen bedeutet Stress. Ausgehen bedeutet Stress. Sich fertigmachen für die Außenwelt, in den Straßenverkehr oder sogar in eine U-Bahn stürzen, sicher gehen, dass man den „richtigen“ Tisch hat, dass es dort nicht zu laut ist, das Essen lecker, die Bedienung freundlich, die Toiletten sauber, die Gespräche unverkrampft … Zu viele Faktoren, zu viele Variablen. Dann doch lieber in Leggings mit extra weitem Bund zuhause sein, Brownies zum Abendessen mampfen und den Soundtrack von Buffy – Das Musical auf Tinitus-Lautstärke hören.

Doch hin und wieder gehe ich raus. So ein-, zweimal im Jahr. Und alle paar Jahre passiert das Wunder und es ist wundervoll. Viel zu selten, aber es passiert tatsächlich. Dann ist es egal, dass man über eine Stunde auf einen Tisch warten muss – weil man mit den richtigen Leuten zusammen wartet. Dann ist es egal, dass man den restlichen Tag nur mit offener Hose und zwickendem Bauch unterwegs ist – weil das Essen so unfassbar lecker war. Dann ist  es egal, dass man schon Mimosas zum Frühstück hat – weil, nun ja, Mimosas! Und ja, dann ist es sogar egal, dass man es nicht geschafft hat, ein instagramiges Foto von seinen Eiern Benedict, seinem Croissant, seinen Pancakes, seinem Shakshuka oder dem Brioche mit Nutella machen konnte, weil die Augen so groß und der Mund so schnell waren. So dass man nur noch schmatzend und rülpsend ein „Danach“-Foto machen kann.

Es sind diese Momente, diese wenigen, wertvollen, mit Kalorien und Zucker und Liebe bestäubten Momente, die mich auch ein Zukunft dazu verleiten, ein-, zweimal im Jahr das Haus zu verlassen.

P.S.:

Normalerweise mache ich so etwas ja nicht, aber ich lege euch allen hiermit das Benedict ans Herz – das die Israel-Friends unter euch sicherlich schon aus Tel Aviv oder Herzeliya kennen und das es inzwischen auch in Berlin gibt und wirklich einen Besuch wert ist.

© www.instagram.com/benedictberlin

Ich meine … Wie oft wart ihr schon mal in einem Restaurant, in dem ihr vor lauter kulinarischer Geilheit vergessen habt, Fotos vom Essen zu machen?!

Write 30 interesting facts about yourself

2011 habe ich – nachdem ich auf Tumblr immer wieder auf dieses Format stieß – in meinem alten Blog 30 (vermeintlich) interessante Fakten über mich zusammengetragen.

2013 habe ich die Liste nochmal überarbeitet – es ist seltsam, wie manche Dinge, durch die man sich in dem einen Moment noch definiert, irgendwann später, beinahe plötzlich, keine Gültigkeit mehr haben. Aber manchmal sagen solche Dinge ja auch eine Menge über einen aus.

Dreißig sind übrigens überraschend viel. Und am Anfang stellte ich zu Recht die Frage, welcher Mensch über eine derart faszinierende Persönlichkeit verfügt, dass er 30 Dinge und Fakten aufzählen kann, die andere als interessant bezeichnen würden?! Selbst Lady Gaga kommt mit viel gutem Willen vielleicht auf zwei Dutzend, aber Dreißig?!

Aber gut, versuchen wir’s. 30 Facts Reloaded:

30 interessante Fakten über mich

  1. Ich habe mal aus einem Zoo ein Tier gestohlen.
  2. Mit etwa fünf Jahren bin ich im Indischen Ozean fast ertrunken.
  3. Ich habe zwei Brüder, die ich seit etwa 15 Jahren nicht gesehen habe 2012 das erste Mal seit etwa 15 Jahren gesehen habe.
  4. Mit zwölf Jahren habe eine (!) Yogurette bei Kaiser’s geklaut und wurde prompt vom Detektiv erwischt.
  5. Ich finde Männer sollten nur weinen, wenn sie im Schützengraben ihren sterbenden, besten Freund in den Armen halten. Oder ihren sterbenden Hund. Oder sterbendes Pferd. Auf jeden Fall irgendwas mit Sterben.
  6. Ich wollte ursprünglich Jüdische Studien in Heidelberg studieren und anschließend das Rabbinerseminar besuchen.
  7. Ich war mit etwa sechzehn Jahren auf einer Star Trek Convention.
  8. Ich kann es auf den Tod nicht ausstehen, wenn Menschen sagen, sie seien super verrückt und in Wirklichkeit keine Ahnung haben, was das eigentlich bedeutet.
  9. Ich habe in Haifa für mehrere Nächte in einem Bordell genächtigt, das ich fälschlicherweise für ein normales Hotel hielt.
  10. Im Sommer 2001 hatte ich für wenige Wochen über dreißig Haustiere.
  11. Ich kann absolut nicht singen und weiß keinen einzigen Songtext auswendig kann nur einige Disney- und Musical-Lieder auswendig.
  12. Dafür kann ich aus dem Stegreif mehrere Shakespeare-Monologe auswendig.
  13. Ich besitze weniger als zehn Paar Schuhe, aber etwa das Zehnfache an Moleskine-Notizbüchern.
  14. Ich finde Männer irritierend und wenn Frauen wie Männer aussehen würden, wäre ich vermutlich lesbisch. (Im Nachhinein finde ich Frauen genauso irritierend und die Option als asexueller Eremit auf einem Berg zu leben sehr verlockend.)
  15. Ich würde ein Konzert, bei dem Orffs Carmina Burana oder Mozarts Requiem gespielt wird, jederzeit jedem anderem Konzert oder Künstler vorziehen.
  16. Mein erstes Buch wollte ich mit zwölf Jahren schreiben. Wie alle anderen Bücher, die ich danach schreiben wollte, ist es nie über das erste Kapitel hinausgekommen. (Alle bis auf eines.)
  17. Ich war auf zwei erzbischöflichen Mädchengymnasien und glaube, dass selbst Hitler Angst vor Schwester Franken gehabt hätte.
  18. Ich habe während der Schulzeit ein Fenster eingeschmissen, eine Anleitung zum Kacken auf die Toiletten gehangen, Klausurbögen aus dem Zimmer von Pfarrer Iking geklaut und fehlte ab der 11. Klasse etwa in 50% des Unterrichts. Natürlich unentschuldigt.
  19. Meine erste große Liebe hieß David Starsky.
  20. Ich will eines Tages eine neue Hunderasse züchten, indem ich Möpse und Chihuahuas kreuze und dann Mohuahuas nenne.
  21. Ich habe seit etwa einem Jahr den wiederkehrenden Ohrwurm des Backstreet Boys Liedes „Back to your heart“.
  22. Ich habe nichts gegen Sex, bevorzuge aber Orgasmen.
  23. Ich hatte ein Hamsterpärchen, das aufgrund seiner Fettheit eigentlich Hermann und Emmy hieß, das dann aber seine Kinder auffraß, in Joseph und Magda umbenannt wurde und schließlich jeweils einen Einzelkäfig bekam, auf dem Spandau stand.
  24. Bei folgenden fünf Dingen muss ich würgen: Früchtejoghurt mit Stücken, Spargel, Pilzen, Muscheln. Und Wolfgang Bosbach.
  25. Bei folgenden fünf Dingen werde ich schwach: Cellospielern, Nivea Deo for Men, Amarula auf Eis, Mutters Spagetti Bolognese und der israelischen Bizzelschoki.
  26. Ich weine jedes Mal, wenn Spock in Star Trek II stirbt.
  27. Ich möchte keine Kinder. Niemals. Nicht. Aus Gründen. (Ahahahahahaha! Verdammt.)
  28. Manchmal vermisse ich meine beste Freundin, die nicht mehr meine beste Freundin ist, so sehr, dass ich beim bloßen Anblick ihrer zufällig wiedergefundenen Emailadresse fast in Tränen ausbreche.
  29. Ich habe noch nie gekifft. (In Europa … fügte sie leise flüsternd hinzu.)
  30. Ich finde, das Wichtigste im Leben ist morgens aufzuwachen, sich seines Lebens bewusst zu werden und sofort lächelnd zu denken „Scheiße, ja!“