Filterlos – Teil 1

Eigentlich plante ich am 1. April aus meiner kleinen Instagram-Pause „zurückkommen“, aber als ich an dem Tag ein passendes Selfie machen wollte (denn was passt besser zu einem Hallo-ich-bin-wieder-da-Post?), habe ich dabei fast die Krise bekommen.

Wo kommen die ganzen Kinns her? Hab ich ne neue Allergie oder wieso ist da plötzlich (sic!) mehr Gesicht als vorher? Kann man eigentlich noch bleicher sein? Und warum ist es nicht verboten, nach seinem 30. Geburtstag noch Pickel zu bekommen, nur weil man mal wieder 1 bis 17 Tafeln Schoki gegessen hat? UND WO ZUR HÖLLE KOMMEN DIE GANZEN KINNS HER?

Kurzum: Meine Visage sagte mir an jenem Tag so gar nicht zu.

Einen Beauty-Filter zu verwenden (größere Augen, längere Wimpern, vollere Lippen, sexy Wangenknochen und das alles bitte als Menü mit ’ner großem Pommes und ’nem Vanille Milchshake! 💁🏻‍♀️), fand ich jedoch albern.

Mir kurzerhand ein paar freche YouToube-Tutorials reinzuziehen und ratzfatz zur Contouring-Großmeisterin zu werden ebenfalls. (Abgesehen davon war ich damals offenbar gerade an der Eisbar, als Gott die Make-Up-Skillz verteilt hat; meine Chancen trotz Tutorials nicht wie ein psychotischer Clown auszusehen, sind also ohnehin überschaubar.)

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DSGVO am A*sch

„Was ist DSGVO?“ fragt er und sein Gesicht strahlt die bange Furcht aus, ich wolle vielleicht über Chromosomen und DNA mit ihm sprechen. Kein Wunder, klingt DSGVO auch wie irgendwas aus dem Biologie-LK-Buch, irgendwas auf Seite 237, in dem kleinen Kasten neben Adenin und den anderen Nukleinbasen, irgendwas, von dem man hofft, dass es in der Prüfung nicht drankommt und was natürlich drankommen wird und dann sitzt man da, weinend über seinen Prüfungsbogen und fragt sich eben: Was zu Hölle ist DSGVO?

Bitte fragen Sie mich das jetzt auch nicht. Denn verstanden habe ich es wie fast alle natürlich nicht. Ich habe einfach alle Artikel dazu gelesen, zwischendurch sehr nervös mit dem rechten Auge gezuckt, vorrangig, weil jeder Artikel erst einmal darauf verwies, dass man ja kein Anwalt sei und deswegen das, was man gleich in Begriff sei auszuführen, auch nicht 100%ig wüsste und man deswegen auch nicht dafür haftbar sei. Also in dem Fall, dass jemand das lesen und glauben und alle Ratschläge befolgen und dann ordentlich abgemahnt werden würde.

Denn darum geht es ja. Um das Abmahnungs-Damokles-Schwert. Nicht nur, dass keiner weiß, wer wann wen weswegen genau abmahnen könnte – es ist noch nicht einmal klar, ob dieses Schwert da überhaupt baumelt über unseren bloggenden Köpfen.

Menschen in Belgien haben sich das ausgedacht, Politiker, vielleicht waren auch Juristen anwesend, so bescheuert wie das alles ausformuliert wurde, spricht sowohl sehr viel für als auch gegen die Anwesenheit von Juristen. Ich kenne diese Menschen in Belgien nicht, die sich Gesetze und Richtlinien für die EU ausdenken, aber der Mann aus Würselen wurde uns ja auch von dort geschickt, spätestens seit diesem Zeitpunkt bin ich ja höchst skeptisch, wenn Menschen vom Europäischen Parlament irgendwelche Ideen haben.

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