Einfach mal die 80% akzeptieren …

Auf Instagram gibt es schon seit einiger Zeit #DTIYS-Challenges. Kreative werden dazu aufgerufen, ein bestimmtes Motiv bzw. Bild in dem ganz eigenen Stil neu zu interpretieren. Draw this in your style eben … So weit, so unspannend. Für jemanden wie mich aber eine enorme Herausforderung. Nicht, etwas nachzuzeichnen. Sondern ein fremdes Bild zu seinem eigenen zu machen, es neu zu erfinden und sich frei zu machen von dem, was schon da und vermeintlich vorgegeben ist. Ich bin grottig in sowas.

Und genau deswegen versuche ich mich erst Recht dieser Herausforderung zu stellen.

Kürzlich feierte @alisvart ihren 30.000-sten Follower mit einer DTIYS-Challenge – und zwar mit diesem Bild:

 

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Schicki, dachte ich, da machste mit. Schnell tummelten sich unter dem Hashtag einige enorm großartige Interpretationen:

 

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(Natürlich gab es auch jede Menge Interpretationen, die ich eher so semi gelungen fand, aber es sind ja oft die vermeintlich besseren, die, an die man ohnehin nicht heranreicht, an denen man sich orientiert. Alles andere wäre ja auch zu simpel, nicht wahr?)

Und dann kam ich. Örks.

Schon bevor ich es gepostet habe, wusste ich, dass es meilenweit von etwas entfernt ist, mit dem ich selbst zufrieden bin. Aber ich wollte bei dieser Challenge mitmachen und in der Regel sind diese zeitlich begrenzt. Statt also für mich zu zeichnen, mir die Zeit zu nehmen, die ich brauche, um mich von dem Original zu lösen, habe ich nur diesen dummen Hashtag gesehen – und die Vergleiche mit anderen.

Nicht falsch verstehen. Ich finde solche Aktionen super, aber sie führen mir auch immer wieder vor Augen, wie streng ich zu mir bin, welche meschuggenen Anforderungen ich an mich selber stelle.

Dabei ist die Challenge gar nicht, einfach das Bild neu zu zeichnen oder zu interpretieren. Nicht für mich. Für mich ist die eigentliche Challenge, mich so weit es geht, von dem Original zu entfernen, mich frei zu machen von (nicht existenten) Vorgaben, Regeln etc. Und auch mal mit 80% zufrieden zu sein. Einfach mal zu akzeptieren, wenn es keine 100% sind.

Ich habe mich nach Ablauf der Challenge noch einmal an das Bild gesetzt und es bearbeitet. Ganz in Ruhe, ohne ein Ziel. Ohne den Anspruch auf 100%.

Bin ich mit dem Endergebnis komplett zufrieden? Nö. Aber darum geht es nicht. Es geht darum, weiter zu machen, zu üben, an sich zu arbeiten, nicht aufzugeben. Und das gilt natürlich auch für die Dinge, die keinen fancy Hashtag haben.